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Briefmarken 2017 – aktuelle Briefmarken

Aktuelle Briefmarken: Sondermarken, Zuschlagsmarken und beliebte Serien

Das Sonderpostwertzeichenprogramm des Bundesministeriums der Finanzen ist wie gewohnt vielfältig ausgefallen. Das Martin-Luther-Jahr 2017 ist selbstverständlich vertreten, sogar mit zwei Briefmarken. Neben ausgesuchten Motiven aus Kunst und Kultur werden auch die beliebten Serien Leuchttürme, Tierbabys und die schönsten Panoramen fortgesetzt. Mit dem Opel Manta wird 2017 eine echte Automobillegende zum Briefmarken-Motiv.

Vorschau auf die Sondermarken 2017

Unter dem Motto „500 Jahre Reformation“ erscheint eine Gemeinschaftsausgabe mit Brasilien zum Lutherjahr 2017. Die Reformation hinterließ zahlreiche Spuren, eine davon ist die Bibel in der Übersetzung Martin Luthers. Diese Lutherbibel sollte Gottes Botschaft dem Volke verständlich machen und prägte die deutsche Sprache mit manchem geflügelten Wort. Mit Johann Joachim Winckelmann wird einer der bedeutendsten deutschen Kunsthistoriker und Archäologen Deutschlands zu seinem 300. Geburtstag auf Sondermarke geehrt. Runde Geburtstage feiern 2017 auch der Tierfilmer Heinz Sielmann, der Schriftsteller Heinrich Böll sowie die Gelehrten Theodor Mommsen und August Wilhelm Schlegel. Für gute Laune wird 2017 eine Briefmarke sorgen, die der deutsche Top-Komödiant Otto Waalkes gestaltet. Man darf gespannt sein!

Zuschlagsmarken mit Märchen und Comics

Auch 2017 helfen ausgesuchte Sondermarken, Gutes zu tun. Zuschlagsmarken für den Sport und für die Jugend helfen seit über 65 Jahren bei der Finanzierung wichtiger Nachwuchsprojekte. Auch die Wohlfahrtspflege hat bisher einen Erlös von 650 Millionen Euro aus dem Verkauf von Briefmarken gewonnen. Jeder Cent zählt. Mit Motiven der Augsburger Puppenkiste und der Fortsetzung der Serie „Grimms Märchen“ macht Helfen Spaß. Für Comic-Freunde hält der Tag der Briefmarke 2017 eine besondere Überraschung bereit: Fix und Foxi.

Die beliebtesten Serien auch 2017 dabei

Auf die Fortsetzung der Leuchtturm-Serie warten schon zahlreiche Briefmarken-Sammler. 2017 erscheinen Motive aus Kiel-Holtenau und Bremerhaven. „Deutschlands schönste Panoramen“ und „Wildes Deutschland“ gehören zu den beliebtesten jährlich erscheinenden Postwertzeichen. Die Sondermarken 2017 werden nicht enttäuschen. Gleiches gilt für die Serien „Burgen und Schlösser“ und natürlich die Serie „Klassische Automobile“. Der Opel Manta ist Kult in Deutschland, und mit dem Golf 1 startete Volkswagen eine unvergleichliche Erfolgsserie. Diese Briefmarken begeistern nicht nur Philatelisten.

2017 keine Sondermarke verpassen

Die Vorschau auf die Sonderpostwertzeichen 2017 verspricht zahlreiche Höhepunkte. Nicht immer sind alle Sondermarken bei den Verkaufsstellen erhältlich, gerade nassklebende Briefmarken sind nicht mit allen Motiven vertreten. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, empfiehlt sich der Service ausgesuchter Fachhändler. So bekommen Sie garantiert alle Briefmarken 2017.

   

      

Briefmarken Januar 2017

 

 Topographie des Terrors

02. Januar 2017: Briefmarke "Topographie des Terrors"


Am 2. Januar 2017 erscheint eine Briefmarke zur wohl wichtigsten historischen Dauerausstellung in Berlin: "Topographie des Terrors". Die gleichnamige Stiftung, in deren Hand die Ausstellung ruht, feiert im Januar ihr 25. Jubiläum. Auf dem Postwertzeichen zu 45 Cent, also für den Versand einer Standard-Postkarte, ist der große quadratische Bau des Museums aus der Vogelperspektive zu sehen. Ursprünglich sollte an der Stelle des ehemaligen Gestapo-Hauptquartiers ein imposanter Säulenbau nach den Entwürfen des Schweizer Architekten Peter Zumthor entstehen. Doch nach neun Jahren Bauzeit, in denen lediglich drei Treppentürme verwirklicht werden konnten, zog das Land Berlin die Notbremse und stoppte die Arbeiten. Großbauten scheinen heutzutage grundsätzlich zu überfordern – das gilt fairerweise gesagt nicht nur für Berlin. Da bereits ein zweistelliger Millionenbetrag des Gesamtbudgets verbraucht war, wurde stattdessen 2006 ein schlichtes zweistöckiges Gebäude beauftragt, das augenscheinlich seinen Zweck erfüllt. Betrachtet man die Baupläne des ersten Entwurfs, muss man konstatieren, dass der Neubau zwar nicht so kompliziert anmutet, hinsichtlich der Außenwirkung aber der sehr viel kostspieligeren architektonischen Vision des Schweizers kaum nachsteht. Graue gigantische Klötze werden vermutlich dem Thema gerecht.

Der vollständige Name der Dauerausstellung lautet "Topographie des Terrors". Gestapo, SS und Reichssicherheitshauptamt in der Wilhelm- und Prinz-Albrecht-Straße. Auf rund 800 Quadratmetern wird das Terrorsystem beleuchtet, mit dem SS und Polizei im Dritten Reich Deutschland und die annektierten europäischen Staaten überzogen haben. Wechselnde Sonderausstellungen fokussieren immer neue Aspekte des Schreckensregimes und seiner menschenverachtenden Politik. Im Frühjahr öffnet beispielsweise die Ausstellung "Zwischen Propaganda und Terror" ihre Pforten und präsentiert den Besuchern Einblicke in das Berliner Hauptstadtleben zwischen 1933 und 1945. Bis Mitte März 2017 werden die Massenerschießungen in Osteuropa thematisiert. Ebenfalls in den Räumen des Museumsgebäudes befinden sich eine Bibliothek zur Geschichte des Dritten Reichs sowie ein Auditorium, in dem regelmäßig Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen stattfinden.

Dass eine fortwährende Aufklärung der Bevölkerung über die Schrecken der nationalsozialistischen Diktatur notwendig ist, wird durch politische Polarisierung der vergangenen Jahre auf erschütternde Weise belegt. Die Frage ist nur, ob die Menschen, die den politischen Rattenfängern in Richtung rechtem Rand folgen, durch Aufklärung und Information überhaupt erreicht werden können, sofern die vermittelten Zusammenhänge komplexer als die Nachrichten eines Kurzmitteilungsdienstes sind. Die Rechtfertigung, "man habe von alldem nichts gewusst", mag zu allen Zeiten einen jämmerlichen Kern an Wahrheit haben. Entschuldigen tut das freilich nichts, denn man könnte Vieles wissen, wenn man es denn wollte. Ein Besuch der Ausstellung "Topographie des Terrors" wäre ein Anfang.

 

 Das Mädchen mit dem Weinglas

Pfefferfresser, Jungfern- und Haubenkranich

02. Januar 2017: Briefmarken-Serie "Schätze aus deutschen Museen"


Für Freunde der Kunst hat Deutschland einiges zu bieten. In deutschen Museen sind die Schätze aus zahlreichen Epochen und Ländern vertreten. Zwei Vertreter der bildenden Kunst, Jan Vermeer und Jean-Baptiste Oudry, sind auf der neuen Ausgabe der Serie "Schätze aus deutschen Museen" vom 2. Januar 2017 mit jeweils einem Werk vertreten. Jan Vermeer van Delft gilt als Maler des „Goldenen Zeitalters“ der Republik der Vereinigten Sieben Niederlande, wie der im Unabhängigkeitskrieg gegen Spanien geformte Staat im Norden des Landes damals hieß. Wirtschaftliche Prosperität durch den Ostasienhandel und religiöse Toleranz prägten die aufstrebende Nation. Auf dem Höhepunkt des Zeitalters, der ungefähr Mitte des 17. Jahrhunderts angesiedelt wird, entstanden geschätzt 70.000 Gemälde – pro Jahr. Dieser Rekord konnte im Verlauf der Kunstgeschichte nie gebrochen werden. Jan Vermeer profitierte von dieser Blüte der Kunst und der Kultur in den Niederlanden. Als Sohn eines Handwerks-Unternehmers erhielt der talentierte junge Mann eine Ausbildung in einer regionalen Malerwerkstatt und wurde in die Delfter St.-Lukas-Gilde aufgenommen, des lokalen Bundes der bildenden Künstler. Vermeer malte im Gegensatz zu vielen Kollegen eher wenig, Schätzungen liegen bei zwei Bildern pro Jahr. 37 Werke können ihm verbindlich zugeordnet werden. Allerdings soll er seine Arbeiten bereits zu Lebzeiten zu guten Preisen verkauft haben. Sein Einkommen scheint er auch als Kunstexperte verdient zu haben. Es gibt einige wenige Aufzeichnungen, in denen von Vermeers Expertise berichtet wird, unter anderem soll er bei einem Kunstankauf der Großen Kurfürsten, Friedrich Wilhelm von Preußen, eine Zahl an Fälschungen erkannt und vermerkt haben. Das Motiv der Briefmarke vom 2. Januar 2017 zeigt "Das Mädchen mit dem Weinglas", das heute im Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig zu bewundern ist.

Der Künstler der zweiten Briefmarke war der französische Hofmaler Jean Baptiste Oudry, der König Ludwig XV. als Porträtmaler diente, sich aber zunehmend mit Stillleben und Tierbildern einen Namen machte. Insbesondere seine Jagdstillleben mit ihren Inszenierungen aufgehängter Tierkadaver muten aus heutiger Sicht befremdlich an. Ungleich dramatischer gestaltete Oudry die Jagden selbst und zeigte Hunderotten, die sich im wilden Kampfe mit Wölfen oder Wildschweinen verbissen hatten, oder die feinen Herren der Jagdgesellschaft hoch zu Pferd. Das Briefmarkenmotiv trägt den Titel "Pfefferfresser, Jungfern- und Haubenkranich" und könnte auch naturwissenschaftliche Ambitionen widerspiegeln. Manche exotische Kreatur wurde von Oudry mit Akribie und Einfühlungsvermögen auf Leinwand gebannt. Wegen dieses Talents wurde ihm später auch die Leitung der wichtigsten Tapisserie-Manufaktur in Paris anvertraut, wo er die vom französischen Adel nachgefragten Motive auf großen Wandteppichen knüpfen ließ. Dass im Staatlichen Museum von Schwerin eine der größten Oudry-Sammlungen weltweit beheimatet ist, lag an der Begeisterung Herzog Christian Ludwigs II. von Mecklenburg-Schwerin für seine Arbeiten. Heute sind diese privat erworbenen Kollektionen zum großen Teil für die Öffentlichkeit zugänglich. Die beiden Briefmarken vom 2. Januar werden sicher nicht die letzten Ausgaben sein, angesichts der zahlreichen Schätze in deutschen Museen.

 

 Briefmarke Elbphilharmonie

02. Januar 2017: Briefmarke "Eröffnung der Elbphilharmonie"


Hamburg atmet auf. Es ist geschafft. Die Elbphilharmonie, das wohl ambitionierteste Bauprojekt der Hansestadt, ist fertig und feiert am 11. Januar ihre Eröffnung. Die Deutsche Post gratuliert am 2. Januar 2017 mit einer eigenen Sondermarke mit dem Titel "Eröffnung der Elbphilharmonie" zu 145 Cent. Im Herbst 2011 sah es fast so aus, als ob der begonnene Mammutbau im Hamburger Hafen nicht fortgesetzt werden könne. Das Architekturbüro Herzog & de Meuron und das ausführende Bauunternehmen lagen miteinander im Streit über die Statik, und die Firma Hochtief hatte ihre Arbeiten eingestellt. Gutachter und Behördenprüfer mussten insbesondere die geplante Dachkonstruktion noch einmal im Detail berechnen, bevor im Frühjahr 2012 die Arbeiten fortgesetzt werden konnten. Dass die Kosten von ursprünglich 77 Millionen auf den zehnfachen Betrag gestiegen sind, lag aber nicht nur daran. Die Elbphilharmonie kombiniert insgesamt kühne Architektur mit bautechnischen Innovationen. Das kostet Geld.

Im Inneren des großen Saals, des Konzertraums mit Platz für knapp 2100 Zuschauer, fällt die sogenannte "Weiße Haut" ins Auge. Diese besondere Verschalung geht auf die Initiative des japanischen Akustik-Experten Yasuhisa Toyota zurück und sorgt trotz 25 Metern Deckenhöhe für einen glockenklaren Klang. Sie setzt sich aus rund 10.000 individuell geformten Gipsfaserplatten zusammen, die mit einer besonderen Fräsetechnik bearbeitet wurden, sodass sie im Gesamtbild wie Krustentiere oder Muscheln aussehen. Die Befestigung der zwischen 35 und 200 Kilogramm schweren Sonderanfertigungen war für sich genommen schon eine Herausforderung und zog sich über zwei Jahre hin. Auch die Gebäudefassade wurde mit außergewöhnlichen Mitteln gestaltet. Um die Glasfassade vor dem Aufheizen durch die Sonne zu schützen, sind die Glaselemente mit speziellen, aufgedruckten Folien beschichtet worden. Viele der Elemente sind dazu individuell geformt und gekrümmt. Die Herstellung der über 2000 Glasbausteine schlug mit fünfstelligen Beträgen zu Buche – pro Glaselement. Dafür versprachen die Architekten der Elbphilharmonie die Wirkung eines funkelnden Kristalls, in dem sich Sonne und Wellen brechen. Das Dach selbst hat die Form einer gläsernen Welle.

Für Besucher gibt es in knapp 40 Metern Höhe zwischen Backsteinfundament und Glasaufbau eine öffentliche Plaza, von der aus das beeindruckende Panorama der Hafenstadt überblickt werden kann. Hinauf kommt man über eine rund 80 Meter lange Rolltreppe, die sich in einem Bogen in die Höhe schwingt. Neben den zwei Konzertsälen und einem kleinen Veranstaltungsraum beherbergt die Elbphilharmonie noch ein Luxus-Hotel und ebensolche Wohnungen. Mit 26 Stockwerken und einer Höhe von 110 Metern ist der Bau das höchste bewohnte Gebäude der Hansestadt. Die Briefmarke "Eröffnung der Elbphilharmonie" vom 2. Januar ist für viele Hamburger ein schönes Andenken an ihr "Groschengrab", wie das Gebäude im Volksmund auch genannt wird.

 

 Die Bibel in der Übersetzung Martin Luthers

02. Januar 2017: Briefmarke "Die Bibel in der Übersetzung Martin Luthers"


Zweifellos ist die Bibelübersetzung Martin Luthers eines der wichtigsten Bücher der deutschen Geschichte. Ihre sprach- und religionswissenschaftliche Wirkung war enorm. Ob die zahlreichen Idiome, die Martin Luther geformt hat, oder die Tatsache, dass erstmals das nicht-akademische Volk die Worte des Herren lesen konnte – die Lutherbibel hat in jedem Fall den Lauf der Geschichte und die deutsche Sprache verändert. Pünktlich zum Beginn des großen Jubiläumsjahres erscheint daher am 2. Januar 2017 eine Briefmarke zu Ehren dieser Übersetzungsarbeit. Die Wertstufe liegt bei 260 Cent und macht einen Maxibrief bis zu einem Kilogramm Gewicht frei, genug um beispielsweise eine kleine Bibel zu verschicken.

Doch offenbaren sich dem Leser in der Übersetzung Martin Luthers tatsächlich "die Worte des Herren"? In der Literatur gibt es den schönen Begriff der "Nachdichtung". Darunter versteht man die Übertragung eines fremdsprachlichen Werkes unter dem Aspekt, die Aussagekraft des Urtextes nicht auf dem Altar sprachlicher Präzision zu opfern. Die reine Übersetzung erhebt keinen Anspruch auf Ausdrucksstärke. Soll das Werk aber auch in der neuen Sprache wirken, bedarf es einer Anpassung der Bildsprache an den Sprachhorizont des Empfängers. Martin Luther erfüllte seine Aufgabe virtuos, und die Beständigkeit seiner "Wölfe im Schafspelz" oder der "Gewissensbisse" sprechen für den Erfolg seiner Nachdichtung. In Luthers Bibel tummeln sich auch Pflanzen und Tiere, die man in Israel gar nicht kennt. Solange der Leser aber durch solche Kunstgriffe versteht, was gemeint ist, scheint dies gerechtfertigt. Doch bei allem Respekt darf der Leser nicht vergessen, dass er nicht die Worte Gottes, sondern die Worte Luthers vernimmt. Die ältesten erhaltenen Textfassungen des Neuen Testaments sind bekanntlich in verschiedenen griechischen Dialekten überliefert. Bereits im 2. Jahrhundert wurden erste Übersetzungen ins Lateinische vorgenommen, doch der Kirchenvater Hieronymus prägte mit seiner sogenannten "Vulgata" die weitere Überlieferungsgeschichte. Sie wurde für Jahrhunderte zur lateinischen Standardübersetzung. Der strenggläubige Mann reicherte den Text allerdings mit seinen persönlichen Wertungen an. Als Vertrauter des Papstes blieben diese unwidersprochen. Martin Luthers Übersetzung entstand hingegen aus dem Griechischen und löste sich damit von der im Katholizismus verwendeten „Vulgata“. Interessant wird es aber, wenn Luther sich nicht von ihr löste. Ein prominentes Beispiel ist der Streit um den Aufruf "Metanoeite!", Griechisch für "Denkt um!". Hieronymus hatte dieses Idiom sehr frei – und möglicherweise mit ganz bewusster Ungenauigkeit – als "Tut Buße!" übersetzt. Die Betonung der Sündhaftigkeit der Menschen rückte in den Vordergrund. Warum hat Martin Luther nun in diesem Punkt nicht den griechischen Text übersetzt, sondern die lateinische Neudeutung gewählt? Weil es ihm richtig erschien. Damit steht er in guter christlicher Tradition, denn zu allen Zeiten haben kirchliche Entscheidungsträger die christliche Botschaft so interpretiert, wie es ihnen richtig erschien. Ob ein Mann die Frau für die Ursünde verantwortlich machte, ein anderer es für richtig hielt, das Judentum zu verteufeln, oder wiederum der nächste es für richtig erachtete, der Institution des Papsttums die Unfehlbarkeit angedeihen zu lassen – in jedem Fall haben Menschen ihre persönliche Meinung eingebracht. Auch der Wortlaut der Bibel ist das Ergebnis vieler menschlicher Entscheidungen. Luthers Bibel ist schlicht und ergreifend Luthers Bibel.

 

Briefmarken Februar 2017

 

 Schloss Ludwigsburg

 

09. Februar 2017: Briefmarke "Schloss Ludwigsburg"


Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg war ein Mann mit Ambitionen. Diese lagen nicht so sehr im Politischen. Die Regierungsgeschäfte überließ er gern seinem Rat. Stattdessen liebte er die Jagd und die Liebe. Eberhard Ludwig schockierte seine Zeitgenossen durch die offen gelebte Partnerschaft mit einer Mätresse, die er trotz Ehe mit Johanna-Elisabeth von Baden-Durlach als seine Lebensgefährtin zu legitimieren suchte. Das scheiterte schließlich am Einspruch Kaiser Karls VI., der diese Form der Bigamie nicht dulden wollte. Ändern tat das kaiserliche Machtwort freilich wenig. Ansonsten hatte der württembergische Herzog sich als fähiger Militär gezeigt. Seine Dienste im Spanischen Erbfolgekrieg ließen ihn gar zum Reichsgeneralfeldmarschall emporsteigen. Eberhard Ludwig hatte indes noch eine Leidenschaft, nämlich die absolutistische Prachtentfaltung seines Hofes.

Die neue Briefmarke der Serie "Burgen und Schlösser", die am 9. Februar 2017 an die Postschalter kommt, zeigt eines der imposantesten Bauwerke des deutschen Barock. Das Schloss Ludwigsburg sollte das wohl ehrgeizigste Projekt Eberhard Ludwigs werden. Von der Grundsteinlegung 1704 bis zum Tod des Herzogs im Jahre 1733 wurde die Anlage fortwährend erweitert. Ursprünglich als kleines Schloss geplant, überwältigte den Landesherrn bald die Bauleidenschaft. Inspiriert von einem Besuch in Versailles ließ er den Baumeister Johann Friedrich Nette den Hauptbau zu einer dreiflügeligen Anlage erweitern, bevor er Ludwigsburg zu seiner Residenz machte. Die Ansprüche des Hoflebens forderten indessen erneute Vergrößerungen. Weitere Flügel, Galerien, zwei Kirchen und ein Theater folgten, abgerundet durch eine barocke Gartenanlage von respektablem Ausmaß – natürlich à la mode mit Felsengrotten und künstlichen Wasserfällen. Über 450 Räume boten Platz für geladene Gäste und für des Herzogs Mätresse, aber nicht für seine Frau Gemahlin, die seit der Geburt des Thronfolgers schlichtweg ignoriert wurde. Erst 1731, als eben dieser Thronfolger, Friedrich Ludwig von Württemberg, im 33. Lebensjahr verstorben war, besann sich der Herzog seiner Gattin zwecks Zeugung eines neuen Erben. Doch der war ihm nicht vergönnt. Eberhard Ludwig erlag 1733 einem Schlaganfall. Das Schloss Ludwigsburg fiel an seinen Cousin, der die württembergische Residenz wieder zurück nach Stuttgart verlegte. Dennoch wurde die Anlage weiterhin instand gehalten und war Schauplatz zahlreicher Feste. Der spätere König vom Württemberg, Herzog Friedrich II., erhob das Barockschloss zur Sommerresidenz und investierte in dessen Modernisierung. Dank dieser Pflege und dem glücklichen Schicksal, beide Weltkriege weitgehend unbeschadet überstanden zu haben, bietet Schloss Ludwigsburg seinen Besuchern bis heute einen prächtigen Anblick. Eine Barockgalerie sowie mehrere Museen sorgen für interessante Aufenthalte, während Gartenfreunde sich des „Blühenden Barocks“ und eines Märchengartens erfreuen können. Die Briefmarke vom 9. Februar 2017 hat übrigens eine Vorgängerausgabe. Diese erschien am 6. Mai 2004 zum 300. Jubiläum der Grundsteinlegung von Schloss Ludwigsburg.

 

 

 

 Die Bremer Stadtmusikanten: Freunde treffen

 

Bremer Stadtmusikanten: Der Überfall

 

Bremer Stadtmusikanten: Im neuen Zuhause

09. Februar 2017: Briefmarken-Serie "Grimms Märchen – Die Bremer Stadtmusikanten"


Das Märchen der Gebrüder Grimm, das am 9. Februar 2017 auf drei Briefmarken mit Zuschlägen für die Wohlfahrtspflege gewürdigt wird, zählt sicherlich zu den bekanntesten und beliebtesten Märchen überhaupt: die Bremer Stadtmusikanten. Es gibt kaum eine Karnevalsveranstaltung ohne die vier putzigen Gesellen, und in Schulen und Kindergärten zählt die Geschichte von den Tieren auf der Suche nach einem neuen Zuhause zum festen Repertoire der kleinen Theaterfreunde. Dabei betont die märchenhafte Erzählung ganz offen einen ernsten Hintergrund. Wohin, wenn man zu alt ist, um seine bisherigen Pflichten zu erfüllen? Für die Nutztiere – damals wie heute – wartet am Ende ihres „Berufslebens“ in der Regel immer der Tod. Dass überzählige Katzen einfach ersäuft werden, wie es „der alte Bartputzer“ in der Geschichte schildert, war auch in der Bundesrepublik noch lange Zeit ganz normal. Man erinnere sich an die Berliner Jugendmarken von 1972 zum Thema Tierschutz. Insofern positionierten sich die Gebrüder Grimm in ihrem 1819 erstmals erschienenen Märchen erstaunlich deutlich gegen althergebrachte Traditionen. Dabei sollte man aber nicht aus den Augen verlieren, dass die Tierfabel stets ihre Bedeutungsebene in der Menschenwelt sucht. Dass die beiden Märchen sammelnden Professoren auch im wirklichen Leben standhaft für ihre Ideale kämpften, spiegelte sich bekanntlich in ihrer Verbannung als Mitglieder der Göttinger Sieben wider. Im Falle der Bremer Stadtmusikanten beschränkte sich der Konfliktfall aber ganz kindgerecht auf eine Auseinandersetzung mit bösen Räubern. Das ließ zwar Interpretationsspielraum, war aber vordergründig unproblematisch.

Noch in einer anderen Hinsicht ist das Märchen interessant, da es einen wichtigen Aspekt der vergangenen Lebenswirklichkeit beleuchtet. Die Biographien der Menschen früher waren oft von deutlichen Brüchen geprägt. Das galt zwar nicht mehr so sehr zu Lebzeiten der Grimms, muss aber als kollektive Erinnerung aus der Entstehungszeit der Geschichte gewertet werden. „Etwas Besseres als den Tod findest du überall“, ist heute ein geflügeltes Wort. In der frühen Neuzeit war das bittere Wahrheit. Fehden oder Kriege zwischen den Landesherren verwüsteten regelmäßig das Land, Epidemien oder Hungersnöte bedrohten immer wieder Gesundheit und Leben der Bevölkerung, und auch die fehlende Rechtssicherheit trieb viele Familien auf die Straße, nachdem ihnen ihr Hab und Gut genommen worden war. Die Räuber mussten nicht unbedingt im Wald hausen, oft lebten sie auf den umliegenden Burgen oder standen im Dienst der weltlichen oder kirchlichen Fürsten. Menschen auf der Flucht waren trauriger Bestandteil der damaligen Welt. Vielleicht können die Briefmarken vom 9. Februar 2017 ein bisschen daran erinnern, dass auch heute Flucht und Vertreibung allgegenwärtig sind. Die Ursachen sind dieselben wie damals hierzulande, und die Menschen suchen aus denselben verständlichen Gründen ihr „Bremen“, wo auch immer sie es finden mögen. Die Bremer Stadtmusikanten sind schließlich auch dort geblieben, wo ihr Leben nicht mehr bedroht wurde und es ihnen wohl erging – das versteht bis heute jedes Kind.

 

 

 

Briefmarken März 2017

 

 1000 Jahre Neunburg vorm Wald 2017

 

 

 

01. März 2017: Briefmarke "1000 Jahre Neunburg vorm Wald"


Am 1. März 2017 erscheint eine Sondermarke zu einem runden Stadtjubiläum: Das Oberpfälzer Städtchen Neunburg vorm Wald feiert sein 1000-jähriges Bestehen. Vermutlich existierte schon sehr viel früher eine Siedlung an den Ufern der Schwarzach, die sich hier durch die zahlreichen Erhebungen der Landschaft schlängelt. Die Lage Neunburgs auf einem Plateau südlich des Flusslaufs war ideal. Die Menschen hatten Zugang zu frischem Wasser und konnten sich bei Gefahr auf den nahegelegenen Berg zurückziehen. Der überlieferte Name der Ortschaft verweist auf eine entsprechende Befestigungsanlage: „Niwnburg“ oder „Nuwenburch“.

Es wird vermutet, dass die eigentliche „Neue Burg“ um das Jahr 900 errichtet wurde. Urkundlich erwähnt wurde die Stadt jedoch erstmals 1017 in einem Schreiben Kaiser Heinrichs II. Auf dieses Datum beziehen sich die Stadtväter, und entsprechend lautet der Titel der Briefmarke „1000 Jahre Stadt Neunburg vorm Wald“. Allerdings erhielt Neunburg erst unter den pfälzischen Wittelsbachern um 1300 das Stadtrecht. Die Nähe zu Böhmen, im Mittelalter und der frühen Neuzeit wichtiger Handelspartner Bayerns und bedeutendes mitteleuropäisches Bergwerkszentrum, ließ die junge Stadt erblühen. Ein eigenes Hospital wurde eingerichtet, und aus der alten Holzbefestigung erwuchs eine feste Burg. Von ihr ist lediglich der Turm der Stadtpfarrkirche erhalten, der früher vermutlich Teil der Verteidigungsanlage war. Die alte Burg bildete aber das Fundament für das noch heute zu besichtigende Alte Schloss. Auch das Neue Schloss war ursprünglich nur ein Anbau. Als vorübergehende Residenz des Kurfürsten erfuhr die Anlage einige Erweiterungen. Der mittelalterliche Kern der Stadt ist bis heute noch sichtbar, doch bei drei großen Stadtbränden verlor Neunburg große Teile seiner historischen Bausubstanz.

Die bewegte Geschichte Europas machte vor den Toren der Stadt nicht Halt. Mehrfach wurde Neunburg im Verlaufe des Dreißigjährigen Krieges belagert und besetzt, und auch in den Spanischen und Österreichischen Erbfolgekriegen litt Neunburg unter den Kriegsgräueln. 1705 erhoben sich die Bewohner der Region gegen die angeordneten Zwangsrekrutierungen, doch die sogenannte „Bayerische Volkserhebung“ wurde blutig niedergeschlagen. Ihr Leitspruch, „lieber bayerisch sterben als kaiserlich verderben“, dürfte aber bis heute manchem Bajuwaren geläufig sein. In den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs gelangte Neunburg noch einmal zu trauriger Berühmtheit. Die „Todesmärsche“ aus den Konzentrationslagern Flossenbürg und Dachau führten unmittelbar an dem Städtchen vorbei, und unmittelbar vor den Toren der Stadt richtete die SS ein Massaker unter den erschöpften KZ-Häftlingen an. Als kurz darauf amerikanische Soldaten in Neunburg eintrafen, wurde die erwachsene Bevölkerung des Ortes angewiesen, die Leichen der Ermordeten würdig zu bestatten. Nur wenig später trafen die ersten Flüchtlingstrecks ein, sodass Neunburg einen deutlichen Einwohnerzuwachs erfuhr. Ab 1963 bezog auch eine Garnison der Bundeswehr in Neunburg Quartier. Die Briefmarke „1000 Jahre Stadt Neunburg vorm Wald“ vom 1. März 2017 erinnert an eine wahrlich bewegte Geschichte, die man beim Betrachten der idyllischen Stadt als Außenstehender gar nicht erwartet.

 

 

 

 

 G20-Präsidentschaft Deutschland

 

 

 

01. März 2017: Briefmarke "G20-Präsidentschaft Deutschland"


Für die Bundesrepublik Deutschland ist 2017 ein ganz besonderes Jahr. Seit dem 30. November 2016 hat sie für ein Jahr die Präsidentschaft über die G20 inne, das wichtigste Forum der internationalen wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Damit ist Deutschland auch Gastgeberland des Gipfeltreffens 2017. Diese besondere Ehre wird am 1. März 2017 mit einer Sondermarke gefeiert. Deren Frankaturwert von 70 Cent für einen Standardbrief dürfte für eine angemessene Verbreitung der Botschaft sorgen.

Die „Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20)“ ist keine internationale Organisation. Es gibt keine dauerhaften Vertreter und damit auch keine eigene G20-Verwaltung. Trotz des informellen Charakters ist die Bedeutung der G20 nicht zu unterschätzen. Die Mitgliedsländer repräsentieren immerhin 75 Prozent des Welthandels und 80 Prozent des globalen Bruttoinlandsproduktes. Das allgemeine Ziel der Gruppe formuliert eine Imagebroschüre der Bundesregierung mit den Worten: „ein starkes, ausgewogenes, nachhaltiges und inklusives Wirtschaftswachstum“. Konkret gilt es aber immer wieder, auf akute Probleme zu reagieren. Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise war und ist eines der wichtigsten Themen. Sie war Anlass, den ursprünglich auf der Ebene der Wirtschaftsministerien ausgetragenen Dialog ab 2008 zur „Chefsache“ zu machen. Seitdem nehmen die Regierungschefs der Mitgliedsländer oder hochrangige Vertreter an den Treffen der G20 teil. Das Motto der deutschen G20-Präsidentschaft lautet: „Eine vernetzte Welt gestalten“. Die Digitalisierung, zweifellos die einflussreichste Errungenschaft, aber auch das größte Risiko der Gegenwart, soll insbesondere für den Finanzsektor im Interesse der Teilnehmerstaaten ausgestaltet werden.

Im Fokus steht einerseits Afrika, dem durch den Anschluss an die internationalen digitalisierten Finanzströme neue Chancen versprochen werden. Andererseits wird aber auch die Notwendigkeit erkannt, die Digitalisierung global zu lenken und gewissen Regeln zu unterwerfen. Die Zukunftsfähigkeit der Volkswirtschaften hängt nach Meinung mancher Wirtschaftsexperten maßgeblich von der Teilhabe an der digitalen Wirtschaft ab. Zweifellos ist die elektronische Datenverarbeitung im Forschungs- und Bildungsbereich nicht mehr wegzudenken. Ebenso wenig kann bestritten werden, dass die zunehmende Digitalisierung immer mehr Menschen überfordert. Das wird offensichtlich, wenn beispielsweise Kundenkontakte oder Verwaltungsvorgänge ausschließlich per Computer abgewickelt werden können, was gerade für die ältere Generation oft unüberwindbare Hürden darstellt. Ungleich gefährlicher ist es, wenn die digitalisierten Finanzdienstleistungen die Urteilsfähigkeit der Nutzer vernebeln und diese sich leichtfertig verschulden.

Zu den Gefahren der digitalisierten Welt gehört aber auch, und das ist erst im Ansatz realisiert worden, die Verunsicherung durch zu viele inkohärente oder nicht valide Informationen, wie sie durch soziale Netzwerke oder Online-Portale ohne journalistischen Qualitätsanspruch verbreitet werden. Alternative Fakten sind kein Skandal, sie sind trauriger Alltag und für viele Menschen die einzige Informationsquelle. Der dritte Schwerpunkt der G20-Präsidentschaft Deutschlands ist die globale Landwirtschaft, die Thema einer eigenen Agrarministerkonferenz sein wird. Verfehlte Agrarpolitik als Fluchtursache und Katalysator des Klimawandels stehen ausdrücklich auf der Agenda. Ob diese Themen tatsächlich so fokussiert werden, dass „alle davon profitieren“, wie die Bundeskanzlerin in einer Grußnote formulierte, wird indessen von vielen Globalisierungskritikern und G20-Gegnern angezweifelt. Die fortschreitende Ungleichheit bei der Verteilung des Wohlstands und der ungebremste Raubbau an den natürlichen Ressourcen wecken in der Tat Skepsis, inwieweit die Ergebnisse der G20-Konferenzen am Ende nicht doch wieder den großen Protagonisten der Weltwirtschaft zugute kommen. Aber die Institution G20 erhebt ja auch gar keinen Anspruch auf soziale Gerechtigkeit. Das Ziel lautet: Wirtschaftswachstum.

 

 

 

 

 Otto Waalkes: Bunter Gruß vom Ottifant

 

 

 

01. März 2017: Briefmarke "Otto Waalkes: Bunter Gruß vom Ottifant"


Er ist mittlerweile ein erwachsenes Tier. Der Ottifant, legendäre Comicfigur des deutschen Blödelbarden Otto Waalkes, geht mittlerweile stramm auf die Fünfzig zu. Es ist also höchste Zeit, dass sein langjähriges Wirken eine postalische Würdigung erfährt. Am 1. März 2017 erscheint seine erste eigene Briefmarke mit dem Titel „Otto Waalkes: Bunter Gruß vom Ottifant“.

Entworfen wurde die Sondermarke zu 70 Cent natürlich von Herrchen höchstpersönlich. Das Motiv ist klassisch norddeutsch: ein Leuchtturm am Strand – wäre da nicht das grinsende Elefantentier, das mit seinem Rüssel fröhlich einen Regenbogen an den Himmel malt. Die ersten Entwürfe seines Ottifanten soll Otto Waalkes bereits 1975 gezeichnet haben. Unmittelbar danach hatte das putzige Kerlchen bereits einen Cameo-Auftritt. Sein Rüssel wurde zum Logo des Plattenlabels „Rüssl Räckords“. Diese Firma war eine Notlösung, da keine Schallplattenfirma die Livemitschnitte des friesischen Götterboten veröffentlichen wollte. Also gründete Otto Waalkes 1972 zusammen mit seinem Manager, Hans Otto Mertens, ein eigenes Label. Dieses veröffentlichte nicht nur die Werke des Komikers, sondern gab auch manchem Nachwuchskünstler eine Chance, sich einer breiten Hörerschaft zu präsentieren. Während einige der im Zeichen des Rüssels veröffentlichten Musikgruppen dem Genre der humoresken Unterhaltung frönten, befindet sich unter den Ottifanten-Künstlern auch ein sehr ernstzunehmender Künstler: der Boogie-Virtuose Vince Weber. Der damals noch sehr junge Pianist traf Otto Waalkes einst in einer Kneipe, begleitete ihn anschließend auf Tournee und schaffte dank seiner von Kritik und Publikum gefeierten Alben den internationalen Durchbruch.

Für seine 1975 aufgenommene Debüt-Schallplatte „The Boogie Man“ erhielt Weber sogar den deutschen Schallplattenpreis. Es ist also nicht alles Geblödel, was einen Rüssel trägt. Die gezeichnete Figur machte ebenfalls Solo-Karriere. Neben zahlreichen Veröffentlichungen im Printbereich erschien der freche Elefant auch in einer Zeichentrick-Fernsehserie und tobte 2001 deutschlandweit über die Kinoleinwand. Sein Herrchen tut es ihm bis heute gleich, und obwohl die Jahre ihre Spuren hinterlassen haben, scheut Otto sich nicht, seine zum Markenzeichen ausgereiften Albernheiten wie vor 40 Jahren aufzuführen. Daneben versucht Waalkes sich als Live-Musiker und tourt erfolgreich mit seiner Band „Die Friesenjungs“ durch deutsche Konzerthallen. Dem jüngeren Publikum ist der Blödelbarde vor allen Dingen wegen seiner markanten Stimme vertraut. Als Faultier Sid aus den „Ice Age“-Filmen kennt ihn jedes Kind. Dass dahinter eine deutsche Bühnenlegende steht, muss nicht weiter interessieren. Die Briefmarke vom 1. März 2017 wird aber sicherlich viele Freunde finden, denn ein Ottifant ist zeitlos schön.

 

 

 

 

 Tierkinder

Tierkinder

 

 

 

01. März 2017: Briefmarken-Serie "Tierkinder": Iltis und Wildschwein"


Die beliebte Briefmarkenserie „Tierkinder“ wird am 1. März 2017 mit zwei weiteren putzigen Motiven erweitert. Beide Sondermarken erscheinen in der Wertstufe zu 85 Cent und sind für den Versand von Kompaktbriefen geeignet. Während der Anblick von Frischlingen, also den Kindern der Wildschweine, den meisten Menschen durchaus vertraut ist, sind die kleinen Iltis-Babys in freier Wildbahn eher selten zu erspähen. Das liegt an der verborgenen Aufzucht der Nachwuchs-Räuber. Iltisse sind nachtaktiv. Tagsüber verbergen sie sich in selbstgegrabenen Höhlen oder in unterirdischen Nestern anderer Tiere, beispielsweise aufgegebenen Kaninchenbauten. Hier kommen nach rund 40 Tagen im Mutterleib die durchschnittlich drei bis sieben Iltis-Babys auf die Welt. Die noch blinden Fellknäulchen wiegen gerade einmal zehn Gramm. Erst nach einem Monat, in dem sie von ihren Müttern gesäugt werden, öffnen sie die Augen und beginnen anschließend mit der Aufnahme fester Nahrung. Im Alter von drei Monaten hat der Nachwuchs schließlich das Gewicht seiner Eltern erreicht und gilt als ausgewachsen. Dann geht er allein auf die Jagd. Eier, Frösche, aber auch Vögel und kleine Nagetiere gehören zur bevorzugten Beute. Seinen schlechten Ruf hat der Iltis wegen seines Revierverhaltens. Die Sekrete, mit denen die Einzelgänger ihr Terrain markieren, sind für den Menschen sehr unangenehm im Geruch. Im Notfall nutzen die Tiere den übelriechenden Saft auch zur Verteidigung.

Die Frischlinge, die ab März durch die Wälder toben, müssen sich darüber keine Gedanken machen. Sie können sich auf ihre Mutter verlassen, und dann ist auch für uns Menschen in jedem Fall der Rückzug empfehlenswert. Eine Bache verteidigt ihren Wurf blindlings und wild entschlossen, notfalls unter Gefährdung des eigenen Lebens. Daher wird dringend abgeraten, sich den süßen gestreiften Ferkelchen zu nähern, sollte man ihnen auf einem Spaziergang begegnen. Direkt nach der Geburt wiegen Frischlinge zwischen 750 und 1100 Gramm. Rund drei Monate werden die Kleinen von der Bache gesäugt, dann machen sie sich selbst auf die Nahrungssuche. Dabei verbleibt der Nachwuchs bis zu eineinhalb Jahre bei dem Muttertier. Diese sogenannte „Mutterfamilie“ ist der normale soziale Verbund bei Wildschweinen, selbst wenn die Tierkinder bereits eigenen Nachwuchs haben. Eine junge Wildsau ist bereits im Alter von acht bis zehn Monaten geschlechtsreif. Die Männchen leben hingegen anfangs in eigenen Rotten und später bevorzugt als Einzelgänger. Dann suchen sie Kontakt zu Weibchen und bieten sich zur Paarung an. Nach knapp vier Monaten Tragezeit – die Faustregel lautet: „drei Monate, drei Wochen und drei Tage“ – bringen Wildschweine durchschnittlich sieben Frischlinge zur Welt. Drei Viertel von ihnen überleben das erste Jahr. Sie beginnen dann erneut den Kreislauf des Lebens. Die Briefmarkenserie „Tierkinder“ wird hoffentlich noch vor dem Frühjahr 2018 fortgesetzt. Ihre Motive sind ein geeignetes Mittel, um auch Philateliefremden die Schönheit von Briefmarken zu vermitteln.

 

 

 

Briefmarken April 2017

 

 Dauerserie "Blumen" Flammenblume Phlox

 

 

 

13. April 2017: Briefmarken-Serie "Blumen":  Phlox


Farbenfroh, pflegeleicht und anpassungsfähig – die Flammenblume, auch als Phlox bekannt, vereint viele Vorzüge und hat damit schon die Herzen vieler Gärtner gewonnen. Bereits 2006 erhielt sie die Auszeichnung „Staude des Jahres“, jetzt darf sie ihre schönen Blüten auf dem neuen Ergänzungswert der Dauerserie Blumen zeigen. Die Briefmarke zu 5 Cent erscheint am 13. April 2017. Ursprünglich stammt der Phlox aus Nordamerika, wo er sich in den unterschiedlichsten Umgebungen und Klimazonen wohl fühlt. Das Multitalent hat sich überall den Gegebenheiten angepasst und konnte sich daher auch ohne Schwierigkeiten bei uns in Europa und bis weit nach Russland ausbreiten. Aus den 27 ursprünglichen Phlox-Arten wurden mittlerweile weit über 1000 gezüchtet. Entsprechend vielfältig ist das Erscheinungsbild der Flammenblume.

Der Sommerphlox und der Wiesenphlox wachsen bis zu einem Meter in die Höhe, wenn sie feuchten, lehmigen Boden haben und nicht ungeschützt der Sonne ausgesetzt sind. Schneidet man sie nach der Blüte, erblühen sie in der Regel noch ein zweites Mal. Das gilt auch für die bodennahen Sorten Polsterphlox und Teppichphlox, die gerade einmal fünf bis zehn Zentimeter hoch stehen, dafür aber noch ein wenig strapazierfähiger sind als ihre hochgewachsenen Verwandten. Pralle Sonne und Trockenheit können ihnen in Maßen nichts anhaben. Die großen Phloxe hingegen entwickeln bei Hitze und Trockenheit eine Anfälligkeit für Blattflecken, Mehltau und Fadenwürmer. Daher empfiehlt es sich, diese Phloxarten regelmäßig umzusetzen. Sechs bis sieben Jahre soll man vergehen lassen, bevor man erneut eine Flammenblume auf denselben Flecken setzt. Möchte man diese Spanne verkürzen, muss man sich eines natürlichen Verbündeten bedienen. Die Studentenblume oder Tagetes ist nämlich in der Lage, Nematodenbefall entgegenzuwirken. Die kleinen orange blühenden Stinker geben nicht nur Duftstoffe ab, die Fliegen und andere Insekten vertreiben, vielmehr rücken sie den Fadenwürmern mit regelrechter Arglist auf den Leib. Die Wurzeln locken nämlich Nematoden mit ihrem Geruch an. Sobald diese aber in die Wurzel eindringen, verändert die Tagetes ein paar chemische Komponenten, sodass sie tödlich auf Nematoden wirkt.

Da der Phlox bevorzugt durch Teilung vermehrt wird, ist der Standortwechsel kein größeres Problem. So kann man jedes Jahr neue Akzente im Garten setzen. Die Züchtungen brachten neben den klassisch roten mittlerweile auch weiße, rosafarbene, orange, violette und blaue Blüten hervor, sodass dem Gestaltungswillen des Gärtners kaum Grenzen gesetzt sind. Vielleicht trägt die Dauerserie „Blumen“ vom 13. April mit ihrer Würdigung des Phloxes dazu bei, diesen farbenfrohen Dauerblüher noch ein wenig bekannter zu machen.

 

 

 

 

 500 Jahre Reformation Jubiläum Martin Luther

 

 

 

13. April 2017: Briefmarke "500 Jahre Reformation" Martin Luther


Martin Luther hat ohne Zweifel die Welt verändert. Zum 500. Jubiläum seines Thesenanschlags wird in Deutschland und der Welt seiner Reformbewegung gedacht, und am 13. April 2017 kommt die zweite von drei Sondermarken an die Postschalter. Die Reformations-Briefmarke dient zum Versand eines Standardbriefs. Sie ist eine Gemeinschaftsausgabe mit Brasilien und zeigt den Reformator neben einem Schriftzug mit den Worten „Am Anfang war das Wort“.

Das Wort war Martin Luther heilig, denn er bezog sich in seiner persönlichen Suche nach dem Seelenheil und seinem Kampf für die Heilung der Kirche auf das Wort Gottes, wie es in der Bibel überliefert wurde. Nicht der Papst und seine Kardinäle, nicht die allzu weltlichen Bischöfe sollten die Werte und die Auslegung des Glaubens bestimmen, sondern jeder Mensch konnte aus seiner Lektüre der Heiligen Schrift und seiner Hinwendung zum Glauben Erlösung finden. Das war revolutionär und rüttelte an den Fundamenten der Kirche. Luther blieb seiner Überzeugung treu. Weder Exkommunikation noch Reichsacht konnten ihn zum Umdenken bewegen. War sein Leben auch in Gefahr, hielt er doch an seinem Glauben fest, dass die Kirche im Irrtum sei.

Als Einzelperson hätte er diesen gefährlichen Weg nicht überstehen können. Doch seine Kritik an der Kirche traf den Nerv der Zeit – und fiel auf fruchtbaren politischen Boden. Einerseits hatten der unverhohlene Wohlstand und die zur Schau gestellte Pracht der Kirche in vielen Menschen Zweifel geweckt. Es wurde Wasser gepredigt und Wein getrunken. Andererseits stieß Martin Luther unter den Fürsten auf offene Ohren, die sich der Zentralgewalt des Kaisers nicht mehr fügen wollten. Mit dem sächsischen Kurfürsten Friedrich dem Weisen hatte er früh einen mächtigen Verbündeten, der ihm mit der auferlegten Schutzhaft auf der Wartburg vermutlich das Leben rettete. Weitere Landesherren folgten, und die deutschen Lande und Europa gerieten immer tiefer in einen Strudel aus Glaubenskonflikten und politischen Machtkämpfen. In Frankreich wüteten über Jahrzehnte Glaubenskämpfe zwischen Katholiken und Hugenotten, also reformierten Christen. England wurde zum Schauplatz blutiger Auseinandersetzungen, als der Katholizismus erneut nach der Krone griff. Der Dreißigjährige Krieg verwüstete Luthers Heimat in einem ungekannten Ausmaß. Die Spaltung Deutschlands in einen protestantischen Norden und einen katholischen Süden sollte sich bis zur Reichsgründung hinziehen.

Ob Martin Luther angesichts dieser Entwicklungen und der daraus rührenden Millionen von Opfern widerrufen hätte? Man weiß es nicht, aber dass ein Mensch aus seiner festen Gewissensüberzeugung heraus einen derartigen Wandel bewirkt hat, macht ihn zu Recht zu einer Persönlichkeit von historischer Bedeutung.

 

 

 

 

 UNCESCO-Welterbe Goslar Rammelsberg Oberharzer Wasserwirtschaft

 

 

 

13. April 2017: Briefmarke "UNCESCO-Weltkulturerbe" Goslar, Bergwerk Rammelsberg, Oberharzer Wasserwirtschaft


Die aktuelle UNESCO-Briefmarke vom 13. April 2017 fasst drei bedeutende deutsche Stätten des Weltkulturerbes zusammen. Das Bergwerk Rammelsberg, die Altstadt von Goslar und die sogenannte Oberharzer Wasserwirtschaft. Tatsächlich ist diese Kombination auf einer Briefmarke keine Notlösung, sondern sie arbeitet geschickt historische Zusammenhänge heraus, die den Harz als Bergbauregion und seine Bedeutung für die deutsche Geschichte erklären.

Schon zu Zeiten der Römer, als der Harz noch die Heimat von Kelten und Germanen war, bauten die Menschen die wertvollen Edelmetalle unter Tage ab. Archäologische Funde belegen die europaweite Verbreitung des Harzer Erzes. Auf dem globalen Markt, der damals Europa, Nordafrika und Mittelasien umfasste, dominierte aber seit dem Frühmittelalter importiertes Silber, hauptsächlich aus den Kalifaten des Nahen Ostens. Gerade die skandinavischen Waräger, seinerzeit die Monopolisten des Fernhandels mit Byzanz und Bagdad, brachten große Mengen Silber nach Mitteleuropa. Als die bis dahin stabilen islamischen Staaten jedoch unter dem Ansturm fremder Völker zerbrachen, versiegte auch dieser Silberfluss und die Erzvorkommen der Harzer Mittelgebirgsregion gewannen ab der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts eine völlig neue Bedeutung. Immer neue Stollen wurden in den Berg getrieben. Im Hochmittelalter hatte sich die postantike Ingenieurskunst endlich soweit entwickelt, dass man die natürliche Kraft des Wassers zur Steigerung der Erzgewinnung nutzen konnte.

Wasserräder erzeugten die benötigte Energie, um die Stollen zu entwässern, und in den Schmieden konnte dank mechanisierten Hämmern sehr viel effizienter gearbeitet werden. Um eine gleichbleibende Versorgung mit Wasserkraft zu gewährleisten, wurde seit dieser Zeit an einem System aus Haltebecken und unterirdischen Kanälen gearbeitet. Letztere, auch Grabentouren genannt, hatten den Vorteil, dass die Wasserläufe untertage im Winter nicht zufroren. In der Neuzeit wurde das Wassernetz zu einem weitläufigen Labyrinth ausgebaut, das auch nach Erfindung der Dampfmaschine nicht sofort an Bedeutung verlor. Denn diese benötigte Kohle, während das Wasser seit Jahrhunderten floss. 1868 betrieb die Oberharzer Wasserwirtschaft 198 Wasserräder mit einer Gesamtleistung von über 3000 PS. Erst als immer größere Tiefen entwässert werden mussten, verlor die Wasserkraft ihre ursprüngliche Bedeutung.

Die deutschen Kaiser des Mittelalters wussten um die Kostbarkeit der Harzregion, und die Pfalz Goslar entwickelte sich zu einer wohlhabenden Stadt von überregionaler Bedeutung. Bis Mitte des 13. Jahrhunderts blieb Goslar Königspfalz, danach blieb es eine starke unabhängige Stadt, die sogar bis Ende des 16. Jahrhunderts Mitglied der Hanse war. Reformation und Dreißigjähriger Krieg brachten Krisenzeiten, doch Goslar überstand erfolgreich alle Wechselfälle der Geschichte. Der Bergbau am Rammelsberg förderte in rund 1000 Jahren fast 30 Millionen Tonnen Erz. Erst 1988 wurde das Bergwerk wegen zunehmender Erschöpfung der Lagerstätten geschlossen. Dank Bürgerprotesten wurde das historische Unternehmen nicht abgerissen, sondern konnte bereits 1992 zusammen mit der Goslarer Altstadt unter den Schutz der UNESCO gestellt werden. 2010 gesellte sich die Wasserwirtschaft hinzu. Das Thema Weltkulturerbe ist unter Briefmarkensammlern sehr beliebt, sodass sich die Sondermarke aus dem Harz sicherlich großer Nachfrage erfreuen wird. Ihr Wert frankiert einen Großbrief innerhalb Deutschlands.

 

 

 

 

 Klassische deutsche Automobile VW Golf I

Klassische deutsche Automobile Opel Manta A

 

 

 

13. April 2017: Briefmarke-Serie "Klassische deutsche Automobile" VW Golf I und Opel Manta A


Gut 14 Monate mussten Automobilfreunde warten, jetzt erscheint am 13. April 2017 endlich die Fortsetzung der beliebten Serie „Klassische deutsche Automobile“. Diese startete 2015 mit BMW und Mercedes und wurde am 2. Januar 2016 mit einem Porsche und dem Ford Capri fortgesetzt. Am 13. April zieren zwei absolute Auto-Ikonen die Sondermarken zur Einzelfrankatur von Kompaktbriefen: der Opel Manta A und der VW Golf Serie 1.

Der Opel Manta war die Antwort auf den 1968 entwickelten Ford Capri. Seinerzeit lag es im Trend, bewährte Sportmodelle auch als kleinere, für die breite Masse erschwingliche Coupés aufzulegen. General Motors blickte dabei stets auf die strategischen Züge des Konkurrenten Ford, und als dieser den Mustang auf den Markt brachte, konterte GM mit dem Camaro von Chevrolet. Nun hatte Ford mit dem Capri einen Kult-Flitzer geschaffen, und General Motors musste mit einem ähnlichen Erfolg nachziehen. In Erinnerung an die Corvette C2 mit dem Namen „Sting Ray“, also Stachelrochen, hieß das neue Modell „Manta“ und trug den Namen gebenden Rochen sogar als kleines Silberemblem am Kotflügel. Der Opel Manta erschien parallel zum Ascona und visierte junge Menschen mit einem sportlichen Fahrstil als Zielgruppe an. Deren eigenwilligen Vorstellungen von Lässigkeit und Automobilschmuck verliehen dem Manta sogar langfristig Symbolcharakter als Ikone des schlechten Geschmacks – der Fahrer, nicht der Automobildesigner. Die hätten sich vermutlich geweigert, serienmäßig Fuchsschwanz, Plüschwürfel und Cowboy-Stiefel einzubauen.

Der VW Golf hat ein sehr viel seriöseres Image. Als direkter Nachfolger des VW-Käfers war er unmittelbar als „Volkswagen“ konzipiert – ein Versprechen, das der Golf über Jahrzehnte zuverlässig einlöste. Dabei war seine Entwicklung aus der Not heraus geschehen. Der VW-Käfer mit seinem kleinen Frontkofferraum und dem längst nicht mehr zeitgemäßen Heckantrieb ließ sich nicht mehr gut verkaufen. Die Kunden suchten nach Alternativen – und fanden diese bei anderen Automobilherstellern. Den Entwicklern von Audi war es zu verdanken, dass sich dieser Trend umkehrte. Sie schufen einen Kleinwagen mit Frontantrieb und wassergekühltem Motor, der dennoch über eine bequeme und geräumige Fahrgastzelle verfügte und darüber hinaus mit seiner großen Heckklappe und dem breiten Kofferraum ganz ordentliche Transportkapazitäten bot: die sprichwörtliche Eierlegende Wollmilchsau. Die Serie 1 des VW Golfs verkaufte sich vom ersten Tag an hervorragend – bis 1983 waren es über sechs Millionen Exemplare. Volkswagen verdankte dem Modell damals das Überleben und in den folgenden Jahrzehnten seine globale Marktposition. Trotz schwacher Motorisierung galt der sparsame Wagen als sportlich. Aufbauend auf diesem Erfolgsmodell entwickelte der Volkswagenkonzern eine ganze Reihe an Nachfolgemodellen, deren Spannbreite von sportlich über robust bis elegant reicht.

Die Briefmarkenausgabe „Klassische deutsche Automobile“ vom 13. April 2017 macht gespannt auf die nächsten Kult-Fahrzeuge, die im Rahmen der Serie auf Sondermarken gebannt werden.

 

 

 

Briefmarken Mai 2017

 

 Dauerserie "Blumen" Bocks-Johanniskraut

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11. Mai 2017: Briefmarken-Serie "Blumen":  Bocks-Johanniskraut



Ab Juni blühen an sonnigen Waldrändern und auf trockenen Wiesen die wunderschönen Halbstauden des Johanniskrauts. Ihre leuchtend gelben Blüten sind schon aus der Ferne gut zu erkennen. Bereits seit der Antike wird der vielfältige Nutzen des Krauts mit seinen vielen Gerbstoffen und ätherischen Ölen in der Medizin hoch geschätzt. Es ist antibakteriell und entzündungshemmend, hilft bei Bronchitis und Magen- und Darm-Beschwerden, lindert Hautkrankheiten und Gelenkschmerzen und vor allen Dingen hat es eine beruhigende Wirkung. Konzentrierte Extrakte werden als Stimmungsaufheller und zur natürlichen Behandlung von depressiven Erkrankungen verwendet. In jedem Fall sollte die Verträglichkeit mit schulmedizinischen Präparaten abgeklärt werden. In der Schwangerschaft und bei der Einnahme der Anti-Baby-Pille kann es zum Beispiel zu unerwünschten Wechselwirkungen kommen.

Die neue Briefmarke zu 90 Cent aus der Blumenserie, die am 11. Mai 2017 an die Postschalter kommt, zeigt eine ganz besondere Art des Johanniskrauts: das Bocks-Johanniskraut. Der Name soll sich von der Bandbreite des Blattdufts ableiten, dem auch eine leichte Bocks-Note nachgesagt wird. Ein anderer weit verbreiteter Name lautet Zitronen-Johanniskraut und betont eher die Noten Melisse und Zitroneneukalyptus, zu der sich gelegentlich eine Spur Kampfer gesellt. Das Bocks-Johanniskraut stammt nicht aus unseren Breitengraden, sondern hat seine Heimat rund um das Mittelmeer, von Griechenland, Italien, Frankreich und Spanien über Marokko und Syrien bis hin nach Saudi-Arabien. Da das Bocks-Johanniskraut aber ein frostharter und anpassungsfähiger Strauch ist, wird es mittlerweile auch für mitteleuropäische Staudenfreunde angeboten. Einen sonnigen Platz und genug Raum weiß das Kraut zu schätzen, dann kann man viele Jahre Freude an seinen gelben Blüten haben. Im Frühjahr wird ein Rückschnitt empfohlen, damit jedes Jahr frische Triebe ausschlagen.

Seinen Namen hat das Johanniskraut der Legende nach daher, dass es direkt aus dem zur Erde getropften Blut Johannes des Täufers gewachsen sein soll. Diese Geschichte variiert, und das Kraut heißt anderswo entsprechend Christusblut. Auch Teufelsflucht oder Hexenkraut sind geläufig, da dem Johanniskraut schützende Wirkung gegenüber Zauber und Dämonen nachgesagt wurde. Gleichzeitig fand es Verwendung für Heilzauber, etwa um Würmer aus dem Käse zu vertreiben, die große Liebe herbei zu träumen oder aber Unwetter abzuwenden. In der Liebe soll eine heitere Ausstrahlung ja Wunder wirken. Insofern mag die Wirkung des Johanniskrauts in dieser Hinsicht wirklich förderlich sein. Die schöne Briefmarke vom 11. Mai 2017 kann also auch als optimistischer Frühlingsgruß verwendet werden.

 

 

 

 

 Dauerserie "Blumen" Seerose

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11. Mai 2017: Briefmarken-Serie "Blumen": Seerose



Am 11. Mai 2017 wird die Dauermarkenserie „Blumen“ um eine neue Briefmarke zu 45 Cent ergänzt. Sie trägt den Titel „Seerose“ und zeigt im Bildmotiv eine Nymphaea alba, also die in Europa weit verbreitete Weiße Seerose. Um diese Blume, deren weißen Blüten mit ihrem goldgelben Kern den Sommer über in stehenden oder langsam fließenden Gewässern erblühen, ranken sich zahlreiche Legenden. Laut Plinius dem Älteren stammt die Seerose von einer Nymphe ab, die sich unsterblich in den Göttersohn Herkules verliebt hatte. Da dieser ihre Zuneigung nicht erwiderte, soll die unglückliche Wasserfrau an gebrochenem Herzen gestorben sein. Aus Mitleid der Götter wurde ihr jedoch ein neues Leben als wunderschöne Wasserpflanze geschenkt. In der christlichen Mythologie spielten die kräftigen schwimmenden Blätter auf der Flucht nach Ägypten eine tragende Rolle, als sie der Heiligen Familie eine Brücke über einen See bauten. Aus Dank habe das Jesuskindlein die Pflanze gesegnet und ihr prächtige Blüten geschenkt. Auch im Mittelalter spielte die Seerose augenscheinlich eine wichtige Rolle für die spirituellen Nachfolger Christi, denn die giftigen Bestandteile der Seerose sollen ein begehrtes Hilfsmittel zur Unterdrückung des Geschlechtstriebs gewesen sein, was sie auch zum Symbol für Reinheit und Keuschheit machte. Gerade unter Mönchen erfreute sich die Blume daher einer gewissen Beliebtheit, da sie ihnen im Kampf gegen unerlaubte geistige Zerstreuung beistand. Womit bewiesen wäre, dass Verbindungen von Menschen und Nymphen in der Regel nicht besonders fruchtbar sind. Möglicherweise spielten die giftigen Substanzen, die im schlimmsten Fall zur Atemlähmung führen, auch eine Rolle bei der Legendenbildung um die Wassernixen. Diese ziehen jene Unglücklichen in die Tiefe, die versuchen, ihre Blüten zu pflücken. In den langen festen Stielen, die sich zwischen Wasseroberfläche und Wurzeln am Seeboden ranken, kann man sich darüber hinaus leicht verheddern, sodass ungeübte Schwimmer in Panik geraten und ertrinken können.

Tief im Schlamm sitzt das armdicke Rhizom der Seerose, von dem aus sich die Wurzeln in den Boden graben. Die Blüten- und Blattstiele können bis zu drei Meter lang werden. Die Fortpflanzung der Seerose erfolgt einerseits über abgelöste Rhizomteile und andererseits über die Blüten, die mit ihrem süßen Duft Insekten anlocken. Die befruchteten Blüten bilden eine Art Beere aus, die sich vom Pflanzenkörper löst. Nach einigen Tagen an der Oberfläche sinken die Samen in die Tiefe und keimen dort aus. Aufgrund ihrer weiten Verbreitung in Mitteleuropa und ihrer Präsenz in zahlreichen Ziergärten ist die Weiße Seerose nicht gefährdet. Sie steht aber dennoch unter Schutz, sodass das Abpflücken untersagt ist – ganz im Sinne der Nixen und Nymphen. Die Briefmarke vom 11. Mai 2017 zeigt ohnehin deutlich, dass lebende Blumen sehr viel schöner sind als tote. Wer also die Anblick Weißer Seerosen genießen möchte, sollte ihre Gesellschaft lieber im Stadtpark suchen.

 

 

 

 

 

 Dauerserie "50 Jahre Deutsche Sporthilfe" Leistung

 Dauerserie "50 Jahre Deutsche Sporthilfe" Fairplay

Dauerserie "50 Jahre Deutsche Sporthilfe" Miteinander

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11. Mai 2017: Briefmarken-Serie "50 Jahre Deutsche Sporthilfe" Leistung, Fairplay, Miteinander



Am 26. Mai 1967 legten die Deutsche Olympische Gesellschaft und der Deutsche Sportbund den Grundstein für eine neue Stiftung zur Förderung aktiver und ehemaliger Spitzensportler. Ideengeber und aktiver Gestalter im Hintergrund war der Sportfunktionär Willi Daume. Seine Vision war ein goldener Mittelweg: die Ermöglichung eines Lebens zwischen reinem Amateursport und gesponsertem Profitum, um den größten Talenten mit nicht-staatlicher finanzieller Unterstützung den Sprung an die Weltspitze zu ermöglichen. Denn der Kalte Krieg war längst im Sport angekommen. Die „Staatsamateure“ des Ostblocks hatten die Nase vorn, und in der Bundesrepublik fehlte es an schlüssigen Konzepten, wie man dem begegnen konnte. Willi Daume setzte auf private Spenden aus der Wirtschaft und eine Agenda, die sich auf wirklich bedürftige Sportler beschränkte. Als es Daume gelang, den ehemaligen Olympiasieger und erfolgreichen Unternehmer Josef Neckermann für den Vorstandsposten seiner anvisierten Stiftungsgründung zu gewinnen, ging es sehr schnell. Zwei Wochen später wurde die Gründung der Stiftung Deutsche Sporthilfe notariell beurkundet, und mit einem Startkapital von 50.000 DM begann die Arbeit. Drei Briefmarken erinnern am 11. Mai 2017 an das 50. Jubiläum dieses sporthistorischen Ereignisses. Sie erscheinen unter dem Motto „Für den Sport“, und die Zuschläge der Briefmarken fließen folglich ins Vermögen der privaten Stiftung. Die drei Briefmarken tragen jeweils eines der Ziele der Sporthilfe im Motiv: Leistung, Fairplay und Miteinander. Diese Leitbilder können durch den Sport mit großer Breitenwirkung in die Gesellschaft getragen werden und symbolisieren damit den Wert des Sports auch über die Stadionmauern hinaus. Seit ihrer Gründung hat die Deutsche Sporthilfe umgerechnet weit über 400 Millionen Euro in die Förderung von Sportlern und ihre soziale Absicherung investiert. Ihre Mittel erwirtschaftet die Stiftung selbst, rund zwei Drittel durch das Einwerben von Spenden, ein Viertel erhält sie von der Lotterie Glücksspirale, die 1969 ursprünglich zur Finanzierung der Olympischen Sommerspiele in München 1972 gegründet worden war. Dazu kommen Event-Einnahmen, wie beispielsweise vom „Ball des Sports“, und nicht zu vergessen die Zuschläge der jährlichen Sportbriefmarken. Deren Cent-Beträge machen immerhin rund acht Prozent der Gesamteinnahmen aus. Wer also ab dem 11. Mai 2017 die neuen Sporthilfebriefmarken „Für den Sport“ erwirbt, kann einen wichtigen Beitrag zur erfolgreichen Arbeit der Stiftung leisten. Die Wertstufen und Zuschläge liegen bei 70 + 30, 85 + 40 sowie 145 + 55 Cent.

Um in den Genuss der Förderung zu kommen, muss ein Sportler im Bundeskader eines Spitzenverbandes trainieren und seine Bedürftigkeit nachweisen können. Verfügt er bereits über ein ausreichendes Einkommen, Vermögen oder absichernde Sponsoringverträge, erhält er keine weitere Förderung durch die Stiftung. Grundsätzlich kann die Sporthilfe auch nicht die gesamten Lebenshaltungskosten übernehmen. Sie versteht sich nur als Unterstützung. Sind alle Kriterien im Sinne einer Förderung erfüllt, gibt es eine Athletenvereinbarung, in der der Sportler sich verpflichtet, einerseits die Werte des Sports zu achten und sich insbesondere gegen Doping auszusprechen, und andererseits fünf Prozent künftiger Werbeeinnahmen an den Solidarfonds der Stiftung zu überweisen. Aktuell werden knapp 4000 Athleten gefördert.

 

 

 

 

 

 Dauerserie "Schreibanlässe" In Gedenken

Dauerserie "Schreibanlässe" Einladung

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11. Mai 2017: Briefmarke-Serie "Schreibanlässe" Trauer und Einladung



Böse Zungen behaupten manchmal, was auf einer Briefmarke abgebildet wird, ist schon längst vergessen. Richtig ist bekanntlich, dass noch lebende Personen mit wenigen Ausnahmen nicht zu Markenehren kommen dürfen. Aber ansonsten bieten Briefmarken einen sehr lebendigen Blick auf die Welt, in der wir leben. Die schöne Dauerserie „Schreibanlässe“, die am 11. Mai 2017 mit den Motiven „Trauer“ und „Einladung“ fortgesetzt wird, mag zwar für viele Menschen ebenfalls ein Relikt aus der Vergangenheit thematisieren, aber gleichzeitig kann sie anregen, sich der alten Kunst des Briefeschreibens wieder anzunehmen. Gerade der Kondolenzbrief, mit dem der Verfasser einem anderen Menschen seine Anteilnahme ausdrücken möchte, ist unersetzlich. Eine SMS oder ein Tweet mit den Worten „Sorry, tut mir leid :(“ wäre einfach nur barbarisch. Dabei ist das Ringen um den richtigen Tonfall in einem Trauerbrief auch für Brief-Profis eine echte Herausforderung. Wie kann man dem Adressaten mit passenden Worten vermitteln, dass man mitfühlt, dass man für den Anderen da ist? Niemand kann sich wirklich in den erlittenen Verlust hineinfühlen. Jeder Mensch erlebt seine Trauer ganz persönlich. Aber ein paar Zeilen, die zum Ausdruck bringen, dass man in seiner Trauer nicht ganz allein ist, dass jenseits der schwarzen Wolken jemand auf einen wartet – das kann eine große Hilfe sein.

Der Brief, egal zu welchem Anlass, stellt insgesamt sehr große Herausforderungen an die soziale Kompetenz. Nichts ist unpersönlicher – und auch langweiliger – als eine Anhäufung von Ereignissen und Meinungen, wenn diese nicht im Bezug zum Adressaten stehen. Der muss stets mit einbezogen werden. Die Gedanken sollten beim Verfassen des Schreibens beim Gegenüber sein, dann trifft man auch den richtigen Tonfall, drückt seine Verbundenheit aus und erhält die persönliche Beziehung zueinander aufrecht. Brieffreundschaften mögen insgesamt langsamer im Dialog sein, sie sind aber in der Regel auch langlebiger. Das sollte allen Brief-Verächtern zu denken geben.

Das Motiv der zweiten Briefmarke vom 11. Mai 2017 ist sehr viel leichter in der Handhabe. Eine Einladung benötigt keine Reflexion. Sie soll einfach nur sagen: „Ich würde mich freuen, wenn Du dabei bist“. Dazu eine passende Briefmarke auf das Kuvert zu kleben, macht die Einladung, egal zu welchem Anlass, in jedem Fall zu einer runden Sache. Beide Postwertzeichen erscheinen in der Wertstufe zu 70 Cent und sind damit zum Versenden eines Standardbriefes innerhalb Deutschlands geeignet.

 

 

 

 

 

 Dauerserie "Burgen und Schlösser" Wartburg

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11. Mai 2017: Briefmarke-Serie "Burgen und Schlösser" Wartburg



Hoch über dem schönen Eisenach erhebt sich zwischen den Baumwipfeln des Naturschutzgebietes „Hohe Sonne“ die Wartburg. Die imposante Befestigung zählt zu den bekanntesten mittelalterlichen Wehrbauten und steht seit 1999 unter dem Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes. Tatsächlich ist die Burg zwar ein Produkt des 19. Jahrhunderts, da beim Wiederaufbau durch den Großherzog Karl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach eher der spätromantische Zeitgeist Niederschlag fand als historische Genauigkeit, aber dennoch erfüllt die Anlage ihren Zweck. Sie führt vor Augen, wie die Burg hätte aussehen können. Trotz vieler unhistorischer Details zeigt die Höhenburg ein eindrucksvolles Ensemble hochmittelalterlicher Architektur. Zusammen mit ihrem Schwesterbau, der wenige Kilometer nördlich gelegenen Creuzburg, lässt sie den Besucher einen lebhaften Einblick in die Welt der Ritter und Burgen – und der Minne – gewinnen. Erwiesenermaßen haben die Räumlichkeiten den Komponisten Richard Wagner bei seinen pseudomittelalterlichen Singspielen sehr inspiriert. Der berühmte „Sängerkrieg“ auf der Wartburg ist historisch belegt, wenn auch nicht in allen Details. Für Thüringen spielt die Burganlage darüber hinaus noch eine weitere wichtige Rolle. Hier lebte für eine Weile die Landesheilige Elisabeth von Thüringen. Auch wenn das „Rosenwunder“ der Dame erst lange nach ihrem Tod angedichtet wurde, ist die Wartburg nach wie vor der zentrale Ort für die Verehrung der Heiligen Elisabeth.

Dass die Wartburg am 11. Mai 2017 eine weitere Briefmarke gewidmet bekommt, liegt an ihrer großen Bedeutung für die deutsche Geschichte, die 2017 gleich mit zwei wichtigen Wartburg-Jubiläen aufwarten kann. An erster Stelle steht natürlich das Reformationsjahr. Martin Luthers Thesenanschlag von 1517 führte direkt zu seiner Ächtung und Flucht in die Mauern der Wartburg, wo er von Frühsommer 1521 bis Frühling 1522 als „Junker Jörg“ lebte und arbeitete. Seither ist die Eisenacher Burg mit der Reformation unlösbar verbunden. Das Luther-Stübchen in den Räumen der Burg zieht alljährlich Besucher aus aller Welt in seinen Bann. Auch im Südturm erinnert ein schauriges Detail an die unruhigen Zeiten, als viele Menschen auf der Suche nach einem neuen Glauben waren. In einem tiefen Kerker saß von 1540 an der Täufer Fritz Erbe bis zu seinem Tod 1548. Wie die Protestanten fühlten sich auch die Gemeinden der Wiedertäufer nicht mehr von der katholischen Kirche in ihren religiösen Vorstellungen vertreten. Ihre oft auch sozialrevolutionären Ansichten fanden aber wenig Anklang bei den Landes- und Kirchenherren, sodass die Bewegung meist gewaltsam unterdrückt wurde. Gleichheit vor Gott konnte man akzeptieren, aber damit war das Maß an Gleichheit auch voll.

Das zweite Jubiläum, bei dem die Wartburg eine zentrale Rolle spielt, ist das nach ihr benannte Fest 1817. Damals versammelten sich Burschenschaftler und Universitäts-Professoren in den Gemäuern und gaben ihre Forderungen nach einem geeinten Deutschland kund. Ihre Farben waren Schwarz, Rot und Gold. Es war zwar noch ein sehr langer und dramatischer Weg bis zur deutschen Einheit, aber die Idee einer bürgerlich-freiheitlichen Gesellschaft auf deutschem Boden fand vor 200 Jahren erstmalig in dieser Form ihren Ausdruck.

Die Briefmarke vom 11. Mai 2017 reiht sich ein in eine lange Liste an Wartburg-Postwertzeichen. Für Thematik-Sammler und historisch Interessierte bietet die Wartburg ein langjähriges und spannendes Forschungsgebiet – gerade im Reformationsjahr 2017.