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Briefmarken 2019 – aktuelle Briefmarken

Ein Ausblick auf die Briefmarken 2019: Sondermarken, Zuschlagsmarken und beliebte Serien

Das Sonderpostwertzeichenprogramm für das Jahr 2019 steht fest und es können, wie gewohnt Briefmarken aus einem weiten Themenfeld erwartet werden. Sammler sowie Nicht-Sammler können sich auf die Fortführung beliebter Briefmarken-Serien, wie die „Leuchttürme“, aber auch auf neue Serien, wie die „Kleinen Helden der Kindheit“ freuen. Es werden wieder tollen wohltätigen Einrichtungen Briefmarken gewidmet und auch bedeutende Jubiläen, wie das 100-jährige Bestehen der Volkshochschule, werden selbstverständlich wieder mit Sonderpostwertzeichen gewürdigt.

Vorschau auf die Sonderbriefmarken 2019

Das Sondermarkenprogramm 2019 steht im Zeichen bedeutender geschichtlicher Ereignisse und großer Frauen. Vor 100 Jahren, am 19. Januar 1919, war es Frauen zum ersten Mal erlaubt, wählen zu gehen oder selbst gewählt zu werden. Diesem ersten wichtigen Schritt zur Gleichberechtigung von Männern und Frauen wird 2019 eine besondere Briefmarke gewidmet – „100 Jahre Frauenwahlrecht“. Das Jahr 1919 war aber nicht nur die Geburtsstunde des Frauenwahlrechts, sondern auch das Geburtsjahr von zwei bedeutenden Frauen der Politik – Annemarie Renger und Hannelore „Loki“ Schmidt. Des Weiteren werden die „Weimarer Reichsverfassung“ als erste demokratische Verfassung und die erste Mondlandung als bedeutende Ereignisse der Geschichte mit einer Briefmarke gewürdigt.

Zuschlagsmarken mit Olympiamomenten und Fledermäusen

Zuschlagsmarken, oder auch Plusmarken dienen zur Unterstützung verschiedener wohltätiger Einrichtungen. Auch in diesem Jahr werden mit Motiven aus Grimms Märchen und der Olympiageschichte, neben der Wohlfahrt und der Jugend, auch der „Stiftung für Philatelie und Postgeschichte“ Zuschlagsmarken gewidmet. Wie Sie sich vermutlich vorstellen können, hat uns das als Briefmarken Unternehmen sehr gefreut. Erkennen können Sie Zuschlagsmarken übrigens an einem kleinen Plus (+), mit dem der Zuschlag hinter dem normalen Portowert gekennzeichnet ist.

Weiterführung beliebter Briefmarken-Serien der letzten Jahre

Beliebte Serien, wie „Tierkinder“ und „Deutsche Fernseh-Legenden“ werden zur Freude der Philatelisten mit tollen Motiven weitergeführt. Die diesjährige Ausgabe der „Deutschen Fernseh-Legenden“ wird der Musiksendung Beat-Club gewidmet, die als erstes englischsprachige Künstler ausstrahlte und so von 1965 bis 1972 eine ganze Generation prägte. Von den bei Sammlern beliebten Serien „Automobil-Klassiker“ und „Burgen und Schlösser“ müssen wir uns 2019 leider verabschieden, aber mit den Serien „Himmelserscheinungen“ und „Kleine Helden der Kindheit“ hat der Programmbeirat würdige Nachfolger gefunden, denen sogar je zwei Postwertzeichen gewidmet werden sollen.

Briefmarken Neuerscheinungen 2019 – Briefmarken bei Richard Borek online kaufen

Die Zeiten des langen Anstehens bei der Post oder anderen Verkaufsstellen und die Enttäuschung, keine der Sondermarken mehr erhalten zu haben, sind vorbei. Verpassen Sie nie wieder einen der Höhepunkte des Sonderpostwertzeichenprogrammes des Bundesministeriums der Finanzen. Bestellen Sie sich Ihre Briefmarken Neuerscheinungen 2019 auf unserer Website www.borek.de bequem nach Zuhause.

Die Briefmarken Neuerscheinungen aus der Bundesrepublik Deutschland finden Sie auf unserer Website www.borek.de/neuheiten-deutschland

   

Briefmarken Januar 2019

 

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2. Januar 2019 „Tierkinder: Waschbär“

Kaum ein Tier polarisiert so stark wie der Waschbär. Beobachtet man die Tiere, ist man berührt von ihrem possierlichen Auftreten. Doch wehe, wenn man einen dieser Kleinbären als ungebetenen Untermieter im Dach oder dem Schuppen hat. Schnell entpuppt sich der Einwanderer aus Nordamerika als echte Plage. Die Deutsche Post bezieht mit ihrer neuen Tierkinder-Ausgabe vom 2. Januar 2019 Stellung, indem sie den Waschbären von seiner entzückenden Seite zeigt.

Seit vielen Jahren appellieren die Briefmarken der Serie „Tierkinder“ an die weichherzigsten Instinkte der Postkunden – und die ihrer Kinder. Streng dem Kindchenschema folgend, bezaubern Kulleraugen den Betrachter. So auch bei der aktuellen 90-Cent-Sondermarke mit den zwei Waschbärenkindern, die an einem Ast Klimmzüge üben. Geboren werden die Bärenbabys nach gerade einmal zwei Monaten Tragezeit. In der Regel sucht sich das Weibchen für die Geburt einen geschützten Raum in Form einer Höhle – oder eines Dachbodens. Ein Wurf besteht meistens aus drei ungefähr zehn Zentimeter langen Welpen, die blind und mit einem gelblichen Flaum bedeckt sind. Die nur 65 bis 70 Gramm schweren Babys werden zwei Monate lang gesäugt, bis sie genug Kraft haben, erstmals die Wurfhöhle zu verlassen. Noch weitere zwei bis drei Monate dient die Muttermilch als wertvolle Ergänzung, dann bereiten sich die abgestillten Tierkinder langsam auf die Trennung von der Mutter vor. Im Herbst wird diese dann vollzogen. Die jungen Männchen machen sich auf Wanderschaft, damit sie im nächsten Frühjahr ein Weibchen für die Paarung finden, während die jungen Weibchen häufig in der Nähe ihrer Mutter bleiben. Sie können sich auch langfristig ein Revier teilen. Dann treffen sie sich mitunter an gemeinsamen Schlafplätzen und Futterstellen. Männchen bilden hingegen eigene lockere kleine Gruppen aus, in denen sie bis zum Frühjahr miteinander leben. Dann allerdings wird jeder Waschbär zum Einzelkämpfer. Ausgewachsene Waschbären können, abzüglich des buschigen Schwanzes, bis zu 70 Zentimeter lang und 13 Kilogramm schwer werden. Die meisten Exemplare liegen aber deutlich darunter.

In Europa sind Waschbären Neozoen, also neu eingeführte Lebewesen. Die meisten stammen von geflohenen Tieren aus Pelzfarmen ab, einige wurden absichtlich ausgesetzt. In Hessen etwa erfolgte dies 1934 „zur Bereicherung der heimischen Fauna“ durch den Freiherrn von Berlepsch. Rund um den Edersee vergrößerte sich die Population schlagartig. Heute leidet insbesondere die Stadt Kassel unter einer regelrechten Waschbärenplage. Deutschlandweit wurden die Bestände in den 1950ern auf unter 300 Tiere geschätzt, 1970 waren es bereits 70.000, und heute leben vermutlich eine halbe Millionen Waschbären in der Bundesrepublik.

Durch ihren relativ häufigen Kontakt zu Menschen sind die neugierigen Tiere meist nicht besonders scheu. Dennoch wird dringend abgeraten, die Wildtiere zu füttern oder zu streicheln. Waschbären können Krankheiten übertragen, und da sie nicht domestizierbar sind, besteht stets die Gefahr eines unvermuteten Bisses. Also beschränkt man sich besser darauf, die niedlichen Tierkinder zu betrachten, wenn sie wie auf der Briefmarke vom 2. Januar 2019 herumturnen – und sie dann zu vergrämen.

 

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2. Januar 2019 „Schätze aus deutschen Museen: Caspar David Friedrich – Der einsame Baum“

Am 2. Januar 2019 setzt die Post die beliebte Briefmarkenserie „Schätze aus deutschen Museen“ fort. Für die neue Ausgabe wurde ein Werk des wohl wichtigsten deutschen Vertreters der Romantik ausgewählt. Caspar David Friedrichs „Der einsame Baum“ stammt aus dem Jahre 1822 und ist Teil eines Diptychons und hat das Format 55 x 71 Zentimeter. Das Schwesterbild ist das berühmte Gemälde „Mondaufgang am Meer“

Auf „Der einsame Baum“ ist eine weite Wiesenlandschaft mit kleinen Weihern zu sehen, die sich bis zu den Bergen am Horizont erstreckt. Verborgen in den kleinen Baumgruppen sieht man die Schornsteine einiger Dörfer und Gehöfte rauchen. Zwischen den vom letzten Morgenrot leicht getönten Wolken schimmert ein kleines Stück blauer Himmel. Im Zentrum aber erhebt sich der Baum. Es handelt sich um eine alte Eiche, die, obschon an der Spitze gebrochen und von abgestorbenen Ästen gekrönt, gleichwohl im unteren Bereich des Stammes kräftige grüne Äste trägt. Caspar David Friedrich hat mit dieser Bildkomposition eine Verschmelzung von Diesseits und Jenseits geschaffen. Der Baum verbindet alle Motivebenen, von der sein Spiegelbild reflektierenden Wasserfläche bis zu den Berggipfeln, zwischen denen er seine abgestorbenen Zweige emporreckt. Inmitten dieser kann man unschwer ein Kreuz erkennen, das wiederum kompositorisch in der Landschaft von einer von Menschenhand errichteten Kirche aufgegriffen wird. Im Gegenzug zum Glockenturm ist die Eiche aber Gottes Werk.

Die Kunstgeschichte hat versucht, die Entstehung des Werks nachzuvollziehen und Bilddetails zu verorten. Es gibt Hinweise auf die mecklenburgische Landschaft bei Breesen, wo Friedrichs Schwester eine Weile gewohnt hatte. Die Höhenzüge im Hintergrund der Landschaft lassen sich auf verschiedenen Skizzen und Zeichnungen entdecken, und die Eiche selbst hielt bereits 1806 Einzug in das Werk des Malers, damals freilich noch als Zeichnung mit dem Titel „Eichenbaum mit Storchennest“. Aber selbst der einzelne Baum links und die Gruppe rechts bannte der Künstler schon vorher auf Papier. Ihre besondere Form muss ihm derart gefallen haben, dass er sie in das Ölgemälde übernahm. Das der Briefmarke vom 2. Januar 2019 zugrundeliegende Original befindet sich in der Berliner Nationalgalerie.

 

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2. Januar 2019 „100 Jahre Frauenwahlrecht“

Mehr als 17 Millionen Frauen drängten am 19. Januar 1919 an die Wahlurnen. Die neue Verfassung der Weimarer Republik hatte ihnen erstmals in der deutschen Geschichte das Wahlrecht zugestanden, und 80 Prozent der somit wahlberechtigten Frauen machten davon Gebrauch und beteiligten sich an den Wahlen zur Weimarer Nationalversammlung. Die aktuelle Sondermarke „100 Jahre Frauenwahlrecht“ vom 2. Januar 2019 gratuliert.

Der Weg bis zu dieser entscheidenden gesellschaftlichen Veränderung in Deutschland war lang. Schon seit Ende des 18. Jahrhunderts waren immer wieder mutige Frauen mit der Forderung an die Öffentlichkeit getreten, Frauen dieselben politischen Rechte einzuräumen. Das war revolutionär. Denn die Frau wurde damals oft noch nicht einmal als unabhängige Rechtsperson wahrgenommen. Sie war zuerst Mündel ihres Vaters, dann ihres Ehemanns. Im Falle einer Trennung besaß sie noch nicht einmal Rechte am gemeinsamen Eigentum. Mit der Forderung nach Gleichberechtigung rührten die Vorkämpferinnen an den Fundamenten der patriarchalischen Gesellschaft, die von den Männern häufig als ganz natürlich und gottgegeben dargestellt wurde. Als sich im Laufe des 19. Jahrhunderts Frauen in intellektuellen Zirkeln organisierten, wurden sie als „unweiblich“ verspottet. Doch die Idee war nicht mehr zurückzudrängen. In Großbritannien nahm die Debatte an Heftigkeit zu, und an der Schwelle des 20. Jahrhunderts sorgten die „Suffragetten“ für handfeste Auseinandersetzungen – nicht nur auf theoretischer Ebene. Die streitbaren Kämpferinnen um Emmeline Pankhurst beschränkten sich nicht auf passiven Widerstand oder öffentliches Rauchen, was damals ein Vorrecht der Männer war. Es gab eingeworfene Schaufenster, Bombenanschläge, Massenprügeleien und politisch motivierte Selbstopferungen. Die militante Frauenrechtlerin Emily Davison war im Gefängnis nach einem Hungerstreik zwangsernährt worden, hatte aus Protest einen Suizidversuch unternommen und warf sich 1913 schließlich beim großen Epsom-Derby vor das Rennpferd des Königs. Sie starb an den tödlichen Verletzungen.

Auch in Deutschland brodelte es. Der „Allgemeine Deutsche Frauenverein“ setzte sich für verbesserte Bildungschancen ein und forderte die „freie Entfaltung der weiblichen Arbeit“ – jenseits der wenigen für Bürgerfrauen akzeptierten Betätigungen als Gouvernante, Lehrerin oder Hauswirtschafterin. In Hamburg hatte sich der „Deutsche Verband für Frauenstimmrecht“ gebildet, der in seiner Satzung „das allgemeine, gleiche, geheime und direkte, aktive und passive Wahlrecht für beide Geschlechter zu den Gesetzgebenden Körperschaften und den Organen der Selbstverwaltung“ einforderte. Unterdessen kämpften auch in der sozialistischen Arbeiterbewegung Frauen gegen ihre Rechtlosigkeit. Alle diese Forderungen verschwanden im Zuge des Krieges ab 1914 vorerst aus der öffentlichen Wahrnehmung. Doch in der existenziellen Krise kehrten sich die Verhältnisse wie von selbst gänzlich um. Je mehr Männer an der Front verbluteten oder verstümmelt wurden, desto größer war die Rolle der Frauen im Alltagsleben. Nicht nur in den Fabriken ersetzten sie die fehlenden Arbeitskräfte, auch im Postdienst, im Öffentlichen Nahverkehr und erstmals in leitenden administrativen Positionen hielten Frauen die öffentliche Ordnung aufrecht. Der Rat der Volksbeauftragten, der nach der Novemberrevolution um eine gesellschaftliche Neuordnung bemüht war, konnte sich dieser Realität nicht verschließen. Das Wahlrecht wurde nun erstmals „für alle mindestens 20 Jahre alten männlichen und weiblichen Personen“ festgelegt. Zwar ist der Kampf um Gleichberechtigung auch im 21. Jahrhundert noch längst nicht ausgefochten, vor 100 Jahren wurde mit dem Frauenwahlrecht aber eine wichtige Hürde genommen.

 

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2. Januar 2019 „Der Schweinswal – gefährdete deutsche Walart“

Am 2. Januar 2019 greift die Post ein aktuelles Thema auf. Auf einer Briefmarke zu 45 Cent zeigt sie die einzige deutsche Walart: den gefährdeten Schweinswal. Aktuell ist das Thema Wale deshalb, weil Ende 2018 erneut Streit über Schutz und Jagd von Walen entbrannt ist. Während die traditionellen Walfangnationen wie Norwegen, Island und Japan nach wie vor auf eine Lockerung der Schutzauflagen drängen, sehen Umweltschützer das Überleben der Meeressäuger schon abseits des Walfangs derart bedroht, dass sie für die noch existierenden Bestände einen absoluten Fangstopp fordern. Brisant ist, dass mittlerweile manche Karibik- und Südseestaaten, für die der Walfang noch nie eine Rolle gespielt hat, für die Lockerung des Schutzes eintreten. Ihnen hat Japan Entwicklungshilfe versprochen, falls sie in den Konferenzen der internationalen Walkommission im Sinne des Walfangs stimmen.

In Deutschland spielte der Walfang einst eine wichtige Rolle. Die Fangflotten drangen regelmäßig bis in die Arktis vor. Nach dem Ersten Weltkrieg war die Nachfrage nach Walfett besonders stark. Als die skandinavischen Walfangnationen 1935 die Preise für Walprodukte deutlich erhöhten, baute Deutschland binnen weniger Jahre eine gewaltige Fangflotte auf. Sie war die drittgrößte der Welt und erlegte knapp 20.000 Wale in nur drei Jahren. Nach dem Krieg gab es keinen Walfang unter deutscher Flagge mehr. Die Kapitäne und ihre Besatzungen arbeiteten allerdings unter fremder Flagge weiter.

Die einzige in deutschen Gewässern vorkommende Walart ist der Schweinswal. Er ist mit einer Länge von unter zwei Metern der kleinste Zahnwal. Früher trug er auch die Namen „kleiner Tümmler“, oder „Meerschwein“. Letztere Bezeichnung stammt vermutlich von Beobachtungen der Wale beim Durchwühlen des Meeresgrundes nach Würmern, Schnecken und Krebstieren. Eigentlich bevorzugen sie aber Fisch. Ihre bevorzugten Jagdgründe liegen in Küstennähe. Wassertiefen bis zu 20 Metern sind ihr normales Revier. Gelegentlich sind sie aber im Herbst auch auf hoher See zu finden. Obwohl der Schweinswal in allen europäischen Ländern unter Schutz steht, gehen seine Bestände kontinuierlich zurück. Viele Wale verenden als Beifang in den Fischernetzen oder nachdem sie verletzt wieder ins Meer gesetzt wurden. Doch die größte Gefahr für den Schweinswal ist unsichtbar. Alljährlich gelangen unzählige Tonnen von Umweltgiften aus Industrie und Landwirtschaft in die Meere. Gerade die Ostsee verzeichnet hohe Konzentrationen in den Mündungsbereichen der großen Flüsse. Während Schwermetalle sich in den Organen der Wale anreichern und sie gegenüber Krankheitserregern schwächt, führen manche Chlorverbindungen zu Sterilität. Ein weiterer Faktor ist die Verlärmung der Meere. Schiffsverkehr, Munitionssprengungen, der Bau von Offshorewindanlagen und die Suche nach Bodenschätzen auf dem Meeresgrund sorgen für einen steigenden Lärmpegel, der die Tiere nicht nur verwirren, sondern sogar töten kann. Verlieren Wale ihr Gehör, sinken ihre Überlebenschancen massiv, da sie sich mithilfe von Schallwellen orientieren. Es steht zu befürchten, dass der Schweinswal bald aus deutschen Gewässern verschwunden sein wird. Daran wird die Briefmarke vom 2. Januar 2019 vermutlich nichts ändern.

 

Briefmarken Februar 2019

 

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7. Februar 2019 „150. Geburtstag Else Lasker-Schüler“

Elisabeth Schüler stammte aus gutbürgerlichen Verhältnissen, doch war ihr die geordnete Welt ihrer Eltern schon früh zu klein. Das hochbegabte Kind, das schon mit vier Jahren lesen und schreiben konnte, hielt es auch in der Schule nicht lange aus und bekam stattdessen zu Hause Privatunterricht. Ehe, Beruf oder das Ankommen in geregelten Verhältnissen – diese Elemente eines erwachsenen Lebens besaßen für die Autorin und Dichterin Else Lasker-Schüler keinen Wert. Nichts hatte Bestand vor ihrer ungezügelten Emotionalität. Das machte sie für viele Zeitgenossen schwer erträglich, doch gleichzeitig verlieh ihr Wesen ihrem Werk eine schillernde Brillanz, eine Vielschichtigkeit und Tiefe, die ihre Leser hinriss. Heute gilt Else Lasker-Schüler als eine der bedeutendsten Expressionistinnen der Literaturgeschichte. Die Briefmarke vom 7. Februar 2019 erscheint zu ihrem 150. Geburtstag.

Ihren Doppelnamen verdankte die Dichterin dem Arzt Bertold Lasker, den sie 1894 geheiratet hatte. Lasker teilte ihre Leidenschaft für die Literatur. Er verfasste selbst zusammen mit seinem Bruder ein Theaterstück – mit Emanuel Lasker, der viele Jahre lang als Schachweltmeister zu Berühmtheit gelangte. Doch die Ehe mit Bertold Lasker verlief nicht glücklich. Der kühle Denker vermochte Elses Leben nicht zu erfüllen, und nachdem sie von einem Seitensprung ein Kind bekam, wurde die Ehe bald geschieden. Nur wenig später ehelichte die durch ihre ersten Veröffentlichungen etwas bekannter gewordene Dichterin den Künstler und Verleger Georg Lewin. Lewin ist der Nachwelt unter seinem Pseudonym Herwarth Walden in Erinnerung geblieben – eine Namensschöpfung Lasker-Schülers. Durch Walden lernte Else Lasker-Schüler die bedeutendsten Literaten ihrer Zeit kennen. Im „Verein für Kunst“ waren die Manns, Rilke, Döblin und Wedekind vertreten, und in Waldens Zeitschrift „Der Sturm“ schrieben die größten Expressionisten Europas. Else Lasker-Schüler veröffentlichte in dieser Zeit ihr erstes Prosawerk, „Das Peter Hille-Buch“, eine Geschichtensammlung, ihr Drama „Die Wupper“ und schließlich den Gedichtband „Meine Wunder“, mit dem sie es selbst an die Spitze der expressionistischen Dichtung schaffte. Die Ehe mit Walden hielt indes auch nicht, und nach deren Scheidung war die Lyrikerin häufig auf die finanzielle Unterstützung ihrer Freunde angewiesen. Karl Kraus und Franz Marc zählten zu ihren engsten Vertrauten. Mit dem Dichter Gottfried Benn verband sie zeitweilig auch eine Liebesbeziehung. Ihm sind viele Gedichte gewidmet.

Unmittelbar nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten sah sich Else Lasker-Schüler wegen ihrer jüdischen Abstammung den Anfeindungen des Regimes ausgesetzt. Sie floh in die Schweiz, wo ihr aber die dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung verweigert wurde. Auch hatten die Schweizer Behörden ihr Arbeitsverbot erteilt. Als ihr 1938 auch noch die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt wurde, war sie staatenlos. Else Lasker-Schüler besuchte von Zürich aus wiederholt Palästina und kehrte 1939 nicht mehr nach Europa zurück. Über das Leben in Jerusalem äußerte sie sich enttäuscht, und mit ihrem Engagement für die Aussöhnung zwischen Juden und Arabern stieß sie mitunter auf Unverständnis. Nach schwerer Krankheit erlag Lasker-Schüler am 22. Januar 1945 in Jerusalem einem Herzanfall.

 

 

 Das tapfere Schneiderlein

 Das tapfere Schneiderlein

 Das tapfere Schneiderlein

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7. Februar 2019 „Grimms Märchen: Das tapfere Schneiderlein“

Wenn es eine Konstante in den Briefmarkenausgaben der letzten 70 Jahre Bundesrepublik – und auch der 40 Jahre DDR-Philatelie – gibt, dann ist es das regelmäßige Aufscheinen von Motiven aus den Hausmärchen der Brüder Grimm. Am 7. Februar 2019 widmen sich drei neue Wohlfahrtsmarken einer besonders pfiffigen Figur des Grimmschen Märchenschatzes: dem tapferen Schneiderlein.

Die überlieferte Geschichte gleicht einem Schwank. Der Held ist mehr Schelm als strahlender Ritter. Gleichwohl zeichnet sich das Schneiderlein in der Tat durch seinen Mut aus. Ob sich dieser aus Wesensgröße oder vielleicht doch eher aus Großspurigkeit nährt, bleibt dahingestellt. Eigentlich möchte der Handwerker nur sein Marmeladenbrot genießen. Doch als ihn die Fliegen allzu sehr stören, langt er einmal kräftig zu und erwischt zur eigenen Überraschung gleich sieben der lästigen Tiere auf einen Schlag. Stolz über diese Leistung, beschließt das Schneiderlein, diese Tat künftig als Leitspruch auf dem Wams zu tragen, damit alle Welt davon erführe. „Sieben auf einen Streich“ wird aber vom König falsch verstanden. Der hält das Schneiderlein für einen großen Kriegshelden und schickt ihn kurzerhand auf eine wahnwitzige Mission. Er soll zwei fürchterliche Riesen erschlagen. Im Gegenzug bietet der König ihm die Hand seiner Tochter und das halbe Königreich als Mitgift – wohl darauf vertrauend, dass der vermeintliche Schlagetot selbst sein Leben verlieren wird. Doch das Schneiderlein denkt nicht daran, seine Kräfte mit den beiden Riesen zu messen, vielmehr – und das bleibt der rote Faden der Geschichte – trickst er die zwei aus, sodass sie sich gegenseitig erschlagen. Der König ist natürlich nicht willens, sein Versprechen zu halten und schickt den Schneider auf eine weitere Mission. Er soll ein Einhorn fangen. Wieder besinnt sich der Held auf seine Taktik, den Gegner an dessen eigener Kraft scheitern zu lassen. Gleich eines Toreros lockt er das Fabeltier zum Angriff und springt im letzten Augenblick hinter einen Baum. Das Einhorn rammt sein gesenktes Horn so tief in den Stamm, dass es sich nicht mehr aus eigener Kraft befreien kann. Das Schneiderlein kann es nun binden und dem König übergeben. Der versucht noch ein letztes Mal, den ungeliebten künftigen Schwiegersohn in den Tod zu schicken, und setzt ihn auf einen wilden Eber an. Doch der Schneider erweist sich als zu schlau für König und Wildschwein und meistert auch diese Prüfung. Am Ende wartet die Märchenhochzeit. Und der Betrachter stellt sich möglicherweise die Frage: Hat Markengrafiker Michael Kunter mit seinen Zeichnungen – bewusst oder unbewusst – dem beliebten „Meister Nadelöhr“ aus dem DDR-Kinderfernsehen ein kleines Denkmal gesetzt? Die Ähnlichkeit mit Darsteller Eckart Friedrichson ist unverkennbar.

Das Bemerkenswerte an der Figur des tapferen Schneiderleins ist sicherlich, dass es sich durch nichts und niemanden ins Bockshorn jagen lässt. Das braucht es auch nicht, weil es längst begriffen hat, dass man sich durch einen Herausforderer – ob König, Riese oder Fabelwesen – niemals die Spielregeln diktieren lässt. Nur so vermag der Schwache den Starken zu besiegen. Die Briefmarken vom 7. Februar 2019 sind dahingehend vielleicht aktueller als sie auf den ersten Blick scheinen.

 

 

 

 Briefmarkenserie Himmelsereignisse

 

 

 Briefmarkenserie Himmelsereignisse

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7. Februar 2019 „Himmelsereignisse: Luftspiegelung der Sonne und Regenbogenfragment“

Schenkte die Post ihren Kunden vor zwei Monaten noch einen Blick in die Tiefen der Mikrowelten, entführt sie sie am 7. Februar 2019 in himmlische Gefilde. Zwei Briefmarken mit dem Thema „Himmelsereignisse“ zeigen ganz besondere Ansichten der Natur. Verantwortlich dafür zeichnet die Fotografin und Grafikerin Bettina Walter, die vielen noch durch die bezaubernde Fotografie einer weihnachtlichen Kapelle 2017 im Gedächtnis sein dürfte. Die beiden aktuellen Briefmarken zu 70 Cent zeigen ein Regenbogenfragment sowie eine Luftspiegelung.

Einen gewöhnlichen Regenbogen hat jeder schon einmal gesehen. Wann immer Sonnenschein und Regen zusammentreffen, kann man mit etwas Glück diesen in allen Farben schillernden Lichtkranz am Himmel sehen. Hervorgerufen wird das Phänomen durch die Brechung des Sonnenlichts in den einzelnen Wassertropfen. Das gleißende Weiß – die Summe aller Farben – wird in seine Komponenten zerlegt und aufgefächert. Dass sich der Regenbogen als Bogen zeigt und nicht als der Kreis, der er eigentlich ist, liegt in der Regel am Standpunkt des Betrachters. Aus dem Flugzeug heraus lassen sich sogar Vollkreisregenbogen beobachten. Die Fotografie auf der Briefmarke zeigt eine ähnlich seltene Erscheinung: ein Regenbogenfragment. Dieses entsteht, wenn sich Luftschichten unterschiedlicher Temperatur aufeinanderlegen. Erfahrene Alpinisten können an dem farbenfrohen Schauspiel sogar ablesen, ob beispielsweise Eisregen droht – und dann schnell die richtigen Schlüsse daraus ziehen.

Eine Luftspiegelung der Sonne ist sehr viel häufiger zu entdecken, wenn auch nicht in der ausgeprägten Form wie auf dem zweiten Bild von Bettina Wagner. Voraussetzung dafür ist, dass die Luft unmittelbar über dem Boden wärmer ist als auf Augenhöhe des Betrachters. Dadurch wird das Licht reflektiert. Mitunter gaukeln einem diese Spiegelungen glitzernde Wasserflächen vor, ein verlockendes Trugbild, das in der Wüste auch als Fata Morgana bekannt ist. Dort geschieht es, dass die Grenze der Luftschichten in großer Höhe liegt. Die gespiegelten Bilder werden also direkt in den Himmel projiziert. Der volkstümliche Begriff geht auf die mittelalterliche Artus-Geschichte zurück, die einst in ganz Europa bekannt war. Einst soll in der Meerenge von Messina eine schwebende Insel zu sehen gewesen sein. Für die abergläubischen Menschen musste es sich unweigerlich um die sagenumwobene Insel Avalon, Heimat der Fee Morgana, gehandelt haben.

So viel Zauberei benötigen die beiden Briefmarken vom 7. Februar 2019 zum Glück nicht. Sie wirken allein aus der natürlichen Schönheit des Motivs heraus. Vielleicht erinnern die beiden Werte daran, dass man mit wachem Blick durch die Welt gehen sollte, will man nicht das Beste verpassen. Denn die wirklichen Wunder finden sich abseits von Bildschirmen und Displays.

 

Briefmarken März 2019

 

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1. März 2019 „100. Geburtstag Hannelore "Loki" Schmidt“

Ein Sprichwort besagt, hinter jedem großen Mann stünde eine große Frau. Dabei wird vergessen, dass die großen Frauen manchmal auch neben oder gar vor ihren Männern stehen. Im Falle der am 1. März 2019 zu ihrem 100. Geburtstag mit einer Briefmarke geehrten Hannelore Schmidt, genannt „Loki“, mag alles ein bisschen gestimmt haben. Es gab Zeiten, in denen waren die Scheinwerfer hell auf ihren Ehemann, Bundeskanzler Helmut Schmidt, gerichtet. Das war aber nicht immer so.

Hannelore Schmidt wurde 1919 im Hamburger Stadtteil Hammerbrook geboren, wo sie in bescheidenen Verhältnissen aufwuchs. Daher blieb ihr auch die angestrebte Wissenschaftskarriere verwehrt – vorerst zumindest. Eigentlich wollte sie Biologin werden. Stattdessen arbeitete sie als Volksschullehrerin. Mit dieser Tätigkeit versorgte sie nach dem Krieg für mehrere Jahre ihre Familie, während ihr Mann studierte. Insgesamt blieb sie mehr als 30 Jahre dieser Beschäftigung treu. Erst als die politische Karriere Helmut Schmidts schon weit fortgeschritten war, legte sie ihre Lehrtätigkeit nieder. Als Ehefrau des Bundeskanzlers hatte sie ganz neue Aufgaben zu erfüllen. Doch Loki Schmidt gelang es, mithilfe der sich nun bietenden Möglichkeiten an ihre alte Leidenschaft anzuknüpfen. Sie engagierte sich im Umweltschutz und förderte die Erforschung seltener oder vom Aussterben bedrohter Pflanzen. 1976 gründete sie das „Kuratorium zum Schutze gefährdeter Pflanzen“, heute auch bekannt als „Loki-Schmidt-Stiftung“. Auch rief sie einen eigenen Umweltpreis ins Leben, förderte den Botanischen Garten in Hamburg und regte sogar eine Initiative zur gärtnerischen Völkerverständigung mit Israel an. Durch ihre guten Kontakte zur Max-Planck-Gesellschaft wurde Loki Schmidt zu einer rastlosen Forschungsreisenden. Sie folgte wissenschaftlichen Expeditionen – stets auf eigene Kosten – in die Urwälder Südamerikas und Ostasiens und veröffentlichte mehrere wissenschaftliche Arbeiten. Aber auch innerhalb Deutschlands war Loki Schmidt überall dort zu Hause, wo besondere Pflanzen blühten.

Ihr 1997 veröffentlichter Bildband „Die Botanischen Gärten in Deutschland“ galt lange Zeit als die erste vollständige Übersicht über die deutschen Botanischen Gärten. Diese Mühe wurde von der Wissenschaft belohnt: Mehrere neu entdeckte Pflanzen tragen ihren Namen. Hannelore „Loki“ Schmidt verstarb im Herbst 2010 im Alter von 91 Jahren.

 

 

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1. März 2019 „100 Jahre Universität Hamburg“

Man muss schon sehr genau hinschauen, um das Motiv auf der Sondermarke vom 1. März 2019 zu erkennen. Der Titel lautet „100 Jahre Universität Hamburg“, und in der Tat lässt sich nach einigem Blinzeln das Portal des Hauptgebäudes der hanseatischen Hochschule erkennen. Dieser Gebäudekomplex zählt zu den ältesten Teilen der Universität und wurde zwischen 1909 und 1911 errichtet.

Ihre Existenz verdankt die Hochschule vor allem zwei Männern: Werner von Melle und Edmund Siemers. Von Melle war Jurist und diente der Hansestadt zuerst als Senator, später als Erster Bürgermeister. Zeit seines Wirkens hatte er Fragen der Bildung höchste Priorität eingeräumt. Das sogenannte „allgemeine Vorlesungswesen“ war zu seiner Zeit bereits eine altehrwürdige Einrichtung, die ursprünglich Abiturienten den Einstieg in die akademische Laufbahn erleichtern sollte. Unter von Melle wurden die Vorlesungen der gesamten Bürgerschaft geöffnet. Damit beabsichtigte er, Befürworter für die Gründung einer eigenen staatlichen Hamburger Hochschule zu gewinnen. Damals herrschte große Skepsis, ob die Handelsmetropole sich eine akademische Einrichtung leisten sollte. Doch der Senator fand in dem Hamburger Kaufmann und Reeder Edmund Siemers einen tatkräftigen Unterstützer. Siemers hatte anfangs mit Petroleum- und später mit Salpeterimporten ein Vermögen gemacht. Er investierte in Schiffe und Landbesitz und machte sich auch als Stifter einen Namen. Als Werner von Melle 1907 die gemeinnützige „Hamburgische Wissenschaftliche Stiftung“ ins Leben rief, um unabhängig von der Stadt Finanzmittel für eine künftige Universität zu sammeln, konnte er neben dem Bankier Max Warburg, dem Diamantenhändler Alfred Beit, dem Reeder Albert Ballin und zahlreichen anderen prominenten Hamburgern auch Edmund Siemers für sein Projekt gewinnen. Siemers wurde Kuratoriumsmitglied der Stiftung und stellte die benötigten Gelder für ein Vorlesungsgebäude zur Verfügung. Dieses bildete später als Hauptgebäude der neuen Universität das Kernstück der Hamburger Hochschule. Als nach der Absetzung des Kaisers die erste frei gewählte Hamburger Bürgerschaft zusammentrat, konnte von Melle endlich seinen Plan verwirklichen. Am 28. März 1919 wurde die Universität offiziell gegründet.

Heute ist die Universität Hamburg die größte Forschungseinrichtung Norddeutschlands und eine der bedeutendsten Hochschulen der Bundesrepublik. An acht Fakultäten wird internationale Spitzenforschung betrieben. Stifter Edmund Siemers wurde später durch die Benennung der Allee vor den Toren der Universität mit seinem Namen geehrt. In Langenhorn trägt ein ganzes Viertel seinen Namen: „Siemershöh“.

 

 

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1. März 2019 „Konzerthaus Blaibach“

Am 1. März 2019 widmet die Post dem Konzerthaus Blaibach eine Sondermarke zu 145 Cent. Blaibach ist eine kleine 2000-Seelen-Gemeinde in der Oberpfalz, und die Idee, in dem Dorf eine moderne kleine Musikhalle zu errichten, mag auf den ersten Blick kurios wirken. Doch entpuppt sich das mutige Kulturunternehmen als kleine Erfolgsgeschichte. Von rund 99,9 Prozent Auslastung träumt jeder Konzertveranstalter. In Blaibach ist das Normalität.

Ausschlaggebend bei der Planung, dem Bau und dem Betrieb war bzw. ist der Bariton Thomas E. Bauer. Der ehemalige Regensburger Domspatz gründete dazu die „Kulturwald gGmbH“, die sich verpflichtet hat, auf 25 Jahre den Betrieb des Konzerthauses und die laufende Finanzierung zu gewährleisten. Daraufhin bemühte sich die Stadt um Fördergelder und sicherte sich die tatkräftige Unterstützung des Freistaates Bayern, der mehr als eine Million Euro beisteuerte. Die Planung übernahm der preisgekrönte Münchner Architekt Peter Haimerl. Das Resultat ist aufsehenerregend. Gewaltige Granitsteine, Glasbeton und helles Lärchenholz bilden einen tief in die Erde reichenden Konzertsaal für rund 200 Zuhörer und 60 Musiker. Die Akustik ist exzellent, und das von Thomas E. Bauer organisierte Musikprogramm so hochkarätig, dass die Karten weit im Voraus ausverkauft sind. Aber der Bau lockt auch abseits des Konzertprogramms viele Neugierige in den Ort. Sie nehmen an einer der beliebten Architekturführungen teil. Der Konzertsaal hat nämlich bereits mehrere Architekturpreise gewonnen. Mittlerweile macht sich die Stadtverwaltung Gedanken darüber, wie man der Besuchermassen Herr werden kann, da Blaibach über unzureichende Übernachtungsmöglichkeiten verfügt.

Trotz ausverkauftem Haus und internationalen Stargästen ist das Konzerthaus Blaibach aber keine kommerzielle Goldgrube, sondern bleibt das Projekt von Überzeugungstätern. Als Gemeinschaftsarbeit von Intendant, Stadt und unzähligen ehrenamtlichen Helfern hat der Betrieb seinen familiären Charakter behalten. Der Konzertflügel etwa wird von einem niederbayerischen Bauunternehmer finanziert, viele lokale und überregionale bayerische Unternehmen leisten Förderbeiträge, und jeder einzelne der 202 Stühle im Saal hat einen eigenen Paten. Die Patenschaft kostet 500,- Euro pro Stuhl und wird von der gemeinnützigen GmbH mit einer Spendenquittung bestätigt.

Mit der Sondermarke vom 1. März 2019 kann das Konzerthaus Blaibach hoffentlich noch zahlreiche neue und treue Spender und Sponsoren gewinnen. Und vielleicht inspiriert die Briefmarke ja auch andernorts Menschen dazu, sich um das Kulturleben ihres Heimatorts zu kümmern. Das loht sich immer, auch wenn die Kunst noch so brotlos sein mag. Freude ist unbezahlbar.

 

 

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1. März 2019 „Der Grüffelo“

Am 1. März 2019 widmet die Post dem Kinderbuchklassiker „Der Grüffelo“ eine Sondermarke. Dabei handelt es sich nicht um eine Zuschlagsmarke zugunsten der Jugendarbeit, sondern um einen schlichten 70-Pfennig-Wert. Der kann laut Ankündigungen der Post zur Gebührenanpassung immerhin noch einen Monat lang als Einzelfrankatur auf einem Standardbrief verwendet werden.

Angeblich habe die Autorin des Bestsellers, Julia Donaldson, ein Gedicht über einen Tiger schreiben wollen, doch dann habe sie feststellen müssen, dass es viel schönere Reime auf das Fantasiewort „Grüffelo“ gebe, so geht die Legende. Donaldson weiß aber auch ohne diese originelle Erklärung, was Kinderaugen zum Leuchten bringt. Sie zählt zu den Top-Fünf der zeitgenössischen britischen Schriftsteller. Daran ist nicht zuletzt der nun auf Briefmarke geehrte Unhold schuld, für dessen Äußeres der deutsche Zeichner Axel Scheffler im Wortsinne verantwortlich zeichnete. Scheffler, der schon seit 1982 in England lebt, arbeitet regelmäßig mit Julia Donaldson zusammen.

Die Geschichte des „Grüffelos“ ist schnell erzählt. Eigentlich schien er das Fantasieprodukt einer gewitzten Maus zu sein. Wann immer dieser von anderen Waldbewohnern Gefahr droht, erzählt sie von einer Verabredung mit ihrem großen und überaus gefährlichen Freund. So lassen sich Fuchs, Eule und Schlange vorerst auf Distanz halten. Doch zu ihrer eigenen Überraschung begegnet die schlaue Maus ihrem erdachten Beschützer in Wirklichkeit. Jedes Detail, das sie sich ausgedacht hatte, findet sie in diesem wundersamen Wesen vereint, von den Klauen und den Zähnen bis hin zur giftigen Warze. Doch lässt sich die kleine Heldin von der angsteinflößenden Erscheinung nicht beeindrucken. Stattdessen erklärt sie dem Grüffelo, dass sie selbst der Schrecken des Waldes sei und alle Tiere vor ihr Reißaus nähmen. Sie führt den großen Kerl zum Beweis durch ihr Revier, und tatsächlich: Wann immer die beiden einem Räuber begegnen, flieht dieser in Panik. Da bekommt es schließlich das Ungeheuer selbst mit der Angst zu tun und sucht das Weite. Die Maus, so schließt das vergnügliche Buch, hat nun ihre Ruhe und kann sich genüsslich ihrer Lieblingsspeise widmen: Nüssen.

Das Buch „Der Grüffelo“ wurde mittlerweile in mehr als zwei Dutzend Sprachen übersetzt und erreichte eine Gesamtauflage von mehreren Millionen verkauften Exemplaren. Nach verschiedenen Hörbuchproduktionen erschien 2010 auch ein Fernsehfilm. Diese Zusammenarbeit von ZDF und BBC erhielt wie das Buch selbst zahlreiche Preise. Die Sondermarke vom 1. März 2019 ist nicht die erste postalische Würdigung Axel Schefflers. Bereits Weihnachten 2012 durfte der Illustrator einen kompletten Briefmarkenblock gestalten. Auf dem ist übrigens ebenfalls eine Maus zu sehen, verfolgt von einem Tiger.

 

 

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1. März 2019 „Blumen: Traubenhyazinthe“

Pünktlich zum nahenden Frühlingsbeginn setzt die Post ihre beliebte Dauermarkenserie „Blumen“ fort. Am 1. März 2019 erscheint eine Freimarke im Wert von 120 Cent mit einer Traubenhyazinthe im Markenbild. Dieser bezaubernde Frühblüher ist keine in Mitteleuropa heimische Pflanze, sondern zeugt von einer Zeit, als die Großen und Mächtigen ihren Reichtum in besonders üppigen Gartenanlagen zeigten.

Im ausgehenden 16. und frühen 17. Jahrhundert wurde es Mode, seinen Ziergarten mit besonders exotischen Blumen zu bereichern. Aus dieser Zeit stammen die ersten Tulpen, Narzissen und Hyazinthen in europäischen Gärten. Auch die Trauben- oder Perlhyazinthe gelangte damals in unsere Breiten. Sie stammte ursprünglich aus dem Südosten Europas und den Regionen Vorderasiens und Nordafrikas. Dank des Osmanischen Reiches waren diese Regionen erstmals in einem gemeinsamen Binnenmarkt verbunden, sodass die europäischen Händler, die mit den Türken in Geschäftsbeziehungen standen, eine riesige Auswahl an exotischen Produkten beziehen konnten. Neben Gewürzen und feinen Stoffen zählten dazu auch Blumenzwiebeln. Da die Traubenhyazinthe eine wenig anspruchsvolle und ausdauernde Pflanze ist, gelang ihr mit den Jahren die Auswilderung aus den Landschaftsgärten der Herrenhäuser in die freie Natur. Natürlich kann man heute in jedem gut sortierten Fachgeschäft Perlhyazinthenzwiebeln verschiedener Sorten erwerben, doch sehr viele Gärtner erfreuen sich einfach an den unverhofft aus der Erde sprießenden Blaublütlern, deren Zwiebeln den Winter über unversehrt in der Erde verharrt haben.

Gegen die meisten Krankheiten ist die Traubenhyazinthe gefeit. Lediglich bei zu viel Nässe kann sie von Pilzen befallen werden. An sonnigen und geschützten Standorten gedeiht sie hingegen prächtig und bleibt als Dauergast. Dann bildet sie mit der Zeit Tochterzwiebeln aus. Auch über Samen können sich die Taubenhyazinthen vermehren. Ihre Kapseln benötigen allerdings kühle Temperaturen um den Gefrierpunkt, um zu keimen. Insofern ist die Anzucht auf der Fensterbank zwecklos. Lieber sollte man der Natur ihren Lauf lassen, und zur Vermehrung aus den sich bildenden Pflanzenteppichen nach der Blüte einzelne Pflanzen ausstechen. Die können problemlos versetzt werden, um auch an anderen Stellen des Gartens kleine Kolonien von Perlhyazinthen anzusiedeln.

Der Post ist es mit der Blumen-Briefmarke vom 1. März 2019 wieder einmal gelungen, das Augenmerk auf einen interessanten Zeitgenossen zu richten und Vorfreude auf das bald beginnende Gartenjahr zu wecken.

 

Briefmarken April 2019

 

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4. April 2019 „100 Jahre Bauhaus“

Am 12. April 1919 gründete der Architekt Walter Gropius das „Staatliche Bauhaus in Weimar“. Diese Kunsthochschule arbeitete mit ungewöhnlichen Lehrmethoden und revolutionierte die zeitgenössische Kunst, das Kunstgewerbe und die Architektur. Das Bauhaus gilt daher als Keimzelle der Moderne. Am 4. April 2019 würdigt die Post das Bauhaus mit einer Sondermarke zu 70 Cent.

In gewisser Weise war Walter Gropius durch schlichte Unfähigkeit dazu auserkoren, Neues zu erschaffen. Denn in der existierenden Welt der Baumeister und Architekten hätte er nie zu bestehen vermocht. Gropius konnte einfach nicht zeichnen. Er musste das Studium an der Technischen Hochschule München abbrechen, fand Anstellung in einem renommierten Büro für Architektur und Industriedesign, hatte dort aufgrund seiner mangelnden grafischen Fähigkeiten ebenfalls keine rechte Funktion und machte sich schließlich selbstständig. Mit guten Zeichnern an seiner Seite konnte Gropius nun seine Ideen umsetzen. In dieser Zeit baute er das Fagus-Werk in Alfeld, einer der ersten Bauten der architektonischen Moderne. Außerdem schloss Gropius damals Bekanntschaft mit dem „Deutschen Werkbund“, einem Zusammenschluss von Künstlern, Architekten und Unternehmern, die Kunstgewerbe, Kunst und Architektur zu verschmelzen suchten. Der junge Architekt teilte diese Denkweise und entwickelte die Ideen des Werkbundes für sich weiter.

Nach dem Krieg arbeitete Gropius zunächst im revolutionären Arbeitsrat für Kunst, bis er schließlich von Henry van de Velde als neuer Leiter der Großherzoglich-Sächsischen Hochschule für Bildende Kunst in Weimar berufen wurde – die Geburtsstunde des Bauhauses. Walter Gropius versammelte bedeutende zeitgenössische Künstler in seiner Hochschule, darunter Wassilij Kandinsky, Lyonel Feininger, Paul Klee, Gerhard Marcks, Johannes Itten und Oskar Schlemmer. Diese unterrichteten interdisziplinär und in einem neuartigen Studienprogramm, das sich ausgiebig mit Material- und Werkzeugkunde beschäftigte und die Studierenden ermutigte, sich immer wieder neu und kreativ mit ihren Lehrinhalten auseinanderzusetzen. Die architektonischen Arbeiten aus den Weimarer Jahren waren teils vom Expressionismus beeinflusst, teils schufen sie frühe Meisterwerke der Neuen Sachlichkeit. Dabei spielten die Inneneinrichtung und die moderne Gestaltung der Alltagsgegenstände oft eine ebenso große Rolle wie die Mauern und Fenster. Das Bauhaus erschuf eine eigene Welt.

Als sich 1924 die politische Lage in Thüringen veränderte und die nationalkonservativen Kräfte versuchten, dem Bauhaus die Förderung zu entziehen, zog die Hochschule 1925 um nach Dessau im Freistaat Anhalt. Dort erlebte das Bauhaus seinen kreativen Höhepunkt. Zahlreiche Ikonen des modernen Industriedesigns entstanden in den wenigen Jahren, die der freien Universität noch blieben. Das neu errichtete Hochschulgebäude und seine angrenzenden Meisterhäuser sind selbst zu architektonischen Denkmälern geworden. Sie gehören mittlerweile ebenso zum UNESCO-Welterbe wie die Bauten in Weimar oder Berlin und die Alfelder Schuhfabrik. Als auch in Dessau die Nationalsozialisten die politische Macht erlangten, musste das Bauhaus seine Lehrtätigkeit einstellen. Nach einem Jahr Exil in Berlin löste sich das Bauhaus aufgrund permanenter Schikanen 1933 endgültig auf. Die meisten Lehrer gingen ins Ausland, wo die Ideen dieser modernen Architektur- und Designschule ihre volle Wirksamkeit entfalteten. 100 Jahre Bauhaus haben ihre Spuren hinterlassen. Das Werk ist noch deutlich sichtbar – nicht nur auf der Briefmarke vom 4. April 2019.

 

 

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4. April 2019 „100 Jahre Volkshochschule““

Ein unfassbar breites Bildungsangebot, offen für jeden und staatlich gefördert – das klingt nach einer fantastischen Vision von Sozialreformern. Dabei ist dieser Wunsch längst Wirklichkeit. Am 4. April 2019 feiert die Deutsche Post mit einer Briefmarke „100 Jahre Volkshochschule“.

Das Jubiläum, auf das sich die Verantwortlichen berufen, ist die am 11. April 1919 unterzeichnete Reichsverfassung, die erste demokratische Verfassung Deutschlands. In deren Artikel 148 stand nämlich der ausschlaggebende Satz: „Das Volksbildungswesen, einschließlich der Volkshochschulen, soll von Reich, Ländern und Gemeinden gefördert werden.“ Bis dahin gab es bereits einige Angebote der Erwachsenenbildung, die anfangs vor allem vom Geiste der Aufklärung getragen wurden. In privaten Hochschulen wie der Berliner Humboldt-Akademie bemühten sich Dozenten, Nichtakademikern wissenschaftliche Grundlagen zu vermitteln. Auch setzten sich Arbeiterbildungsvereine für die Vermittlung von Bildung und Wissen unter Fabrikarbeitern und Handwerkern ein. Dabei stießen diese Institutionen immer wieder auf Widerstände. Insbesondere Otto von Bismarcks „Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie“ – kurz „Sozialistengesetz“ – ließ die freie Bildungsarbeit weitgehend zum Erliegen kommen. Der politisch geschulte Arbeiter stellte in den Augen Bismarcks und der Regierung des Kaiserreichs eine Gefahr dar. Die Verfassung der Weimarer Republik sah das anders und kehrte die Verhältnisse grundlegend um. Auf den Trümmern des Ersten Weltkriegs galt es eine neue Gesellschaft aufzubauen. Demokratie bedeutete Mitbestimmung der Bevölkerung. Diese musste daher idealerweise dazu befähigt werden, politische Prozesse zu verstehen. Außerdem vertraute man schon damals auf die Kraft der Bildung, wollte man die allgemeinen Lebensverhältnisse verbessern. Dabei wurde bereits in den letzten Kriegsmonaten mit den Vorarbeiten für die Bildungsoffensive begonnen. Deutschlandweit entstanden in den Städten und Kommunen Volkshochschulen. Bis 1919 gab es schon 150 solche Einrichtungen. Zum Vergleich: 1917 existierten deutschlandweit gerade einmal 18 Volkshochschulen, bis August 1922 stieg die Zahl auf mehr als 850 Einrichtungen. Sie alle genossen nun den Schutz und die Unterstützung der neuen Verfassung. 1927 organisierten sich die lokalen Bildungsinstitute schließlich unter dem Dach des „Reichsverbandes der deutschen Volkshochschulen“.

Nachdem die Volkshochschulen im Nationalsozialismus geschlossen oder in das NS-Bildungssystem überführt worden waren, erlebten die Schulen nach dem Krieg einen turbulenten Neuanfang, der oft von den Partikularinteressen der jeweiligen Besatzungsmacht geprägt und gelenkt wurde. Sowohl in West- als auch in Ostdeutschland wurden die Schwerpunkte der Bildungsarbeit mehrfach verschoben. Seit der Wiedervereinigung hat der „Deutsche Volkshochschul-Verband“ ein neues Leitbild entwickelt, das die soziale Offenheit und die Breite des Bildungsangebots in den Mittelpunkt stellt. Das Angebot reicht von Kochkursen über Kunst, Sport, Fremdsprachen und Wellness bis hin zum nachträglichen Erwerb von Schulabschlüssen. Der Briefmarkengestalter Andreas Hoch zeigt diese Vielfalt sehr schön in seiner grafischen Konzeption der Briefmarke vom 4. April 2019. Geschätzte neun Millionen Bundesbürger nutzen die von den Volkshochschulen gebotene Weiterbildung – die Volkshochschule ist und bleibt ein Erfolgsmodell.

 

 

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4. April 2019 „Emoji“

Am 4. April wirbt eine Briefmarke der Deutschen Post einmal wieder für das Schreiben. Allerdings tut sie das erstaunlicherweise mit einem Ausdrucksmittel, das heute vor allem aus dem papierlosen Schriftverkehr bekannt ist: dem „Emoji“.

Die ersten „Smileys“ wurden in den 1990er-Jahren in Japan gestaltet. Sie brachten damals die sogenannten „Emoticons“ in grafische Form, also die Kombination aus Satzzeichen, mit denen seit 1982 unterschiedliche Stimmungen in den Textfluss sichtbar eingebaut wurden. Doppelpunkt, Bindestrich und schließende Klammer bedeuteten beispielsweise Fröhlichkeit. Mithilfe von Emojis erweiterten sich die Ausdrucksmöglichkeiten ins Unendliche. Neben den unterschiedlichsten Empfindungen werden unzählige Wertungen und mitunter auch handfeste Beleidigungen durch sie versinnbildlicht. Seit sie 2010 vom Unicode-Konsortium aufgenommen wurden, können die kleinen Symbole von nahezu allen Plattformen und elektronischen Endgeräten dargestellt werden.

Ob der häufige Gebrauch von Emojis Tugend oder Laster ist, wird unterschiedlich bewertet. Galt es bis vor wenigen Jahren noch als infantil und unprofessionell, in geschäftlicher Korrespondenz mit Smileys zu agieren, ist der mäßige Gebrauch mittlerweile weitgehend akzeptiert. Natürlich hängt diese Akzeptanz auch von der Branche und dem Jahrgang des Kommunikationspartners ab. Gefühlszeichen sollten eben nur mit der entsprechenden Empathie verwendet werden. Dann funktionieren Emojis tatsächlich. Wissenschaftliche Tests haben belegt, dass der Smiley am Ende der fröhlichen Botschaft diese nachweislich verstärkt. Gleiches gilt für das Gegenteil. Obwohl heutzutage jeder Mensch Emojis im Bereich der elektronischen Kommunikation einordnet, ist die Idee schon sehr viel älter. Bereits aus Briefen des 18. Jahrhunderts sind Unterschriften mit einem eingezeichneten Lächeln bekannt, und im 19. Jahrhundert gab es die sogenannten „Setzerscherze“. Darin versuchten Schriftsetzer mithilfe der verfügbaren Lettern kleine Gesichter nachzubauen. Kunst entsteht eben mitunter aus dem Unscheinbaren heraus.

Ob der Plan aufgeht, und die Briefmarke vom 4. April 2019 tatsächlich zu mehr handschriftlicher Korrespondenz führt, bleibt abzuwarten. Konsequent wäre in Ergänzung dazu ein Postkartenvordruck mit Beschränkung auf 160 Zeichen.

 

 

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4. April 2019 „150 Jahre Deutscher Alpenverein“

Am 9. Mai 1869 versammelten sich in der Münchner Gaststätte „Zur blauen Traube“ 36 Alpinisten. Die Männer um Franz Senn, Johann Stüdl und Karl Hofmann waren unzufrieden mit der Arbeit des „Österreichischen Alpenvereins“. Daher gründeten sie an jenem Tag den „Bildungsbürgerlichen Bergsteigerverein“, der sich aktiv um die Wegbarmachung der Alpen kümmerte, Hütten errichtete und bald durch zahlreiche Sektionen große regionale Ausdehnung erlangte. Die Deutsche Post würdigt dieses Gründungsdatum mit einer Sonderbriefmarke mit dem Titel „150 Jahre Deutscher Alpenverein“.

Tatsächlich schloss sich der Münchner Verein schon 1873 wieder mit den österreichischen Kollegen zusammen und bildete bis 1938 den „Deutschen und Österreichischen Alpenverein“. Erst nach dem „Anschluss“ Österreichs formierten die Alpinisten fortan unter dem Namen „Deutscher Alpenverein“ als Fachverband des „Nationalsozialistischen Reichsbundes für Leibesübungen“. Zwar hatten sich die Bergfreunde noch zeitweise versucht, der Gleichschaltung zu entziehen. Dieser Widerstand richtete sich aber hauptsächlich gegen den Verlust der Unabhängigkeit und nicht gegen die politische Haltung. Eine nationalistische und antisemitische Vereinspolitik vertrat der Alpenverein bereits seit Jahrzehnten. Der erste vereinsinterne „Arierparagraph“ ist für das Jahr 1905 belegt, und die letzte Sektion mit jüdischen Mitgliedern war schon 1924 aus dem Verein ausgeschlossen worden.

Heute gehören derartige Diskriminierungen glücklicherweise der Vergangenheit an. Der Deutsche Alpenverein ist als größte nationale Bergsteigervereinigung der Welt mittlerweile ein wichtiger Partner für Vereine und Alpinisten aus dem In- und Ausland. Die gemeinsame Liebe zu den Bergen und der Schutz der Natur stehen im Vordergrund. Der Alpenverein ist in mehr als 350 Sektionen organisiert und betreibt über 300 Alpenvereinshütten, von denen sogar rund zwei Drittel bewirtschaftet sind. Weiter ist der Alpenverein als Fachverband für Alpinistik im „Deutschen Olympischen Sportbund“ aktiv, in dem er für die Bereiche Sport- und Wettkampfklettern, Bergwandern und Bergsteigen, Hochtourengehen, Eisklettern und Expeditionsbergsteigen sowie Skibergsteigen verantwortlich ist. Der Verein hat rund eine Million Mitglieder.

 

 

 

 

 Briefmarkenserie Himmelsereignisse

 

 

 Briefmarkenserie Deutschlands schönste Panoramen

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4. April 2019 „Deutschlands schönste Panoramen: Rothenburg ob der Tauber“

Malerisch am Fluss Tauber gelegen, befindet sich nahe der Frankenhöhe das kleine Städtchen Rothenburg ob der Tauber. Die nahezu intakte mittelalterliche Altstadt gilt als eine der schönsten ihrer Art und zieht alljährlich viele Besucher aus aller Welt an. Vollkommen zu Recht hat nun auch die Deutsche Post das Panorama Rothenburgs unter die schönsten Deutschlands gewählt. Am 4. April 2019 setzt sie die beliebte Zusammendruckserie mit zwei Werten zu 45 Cent fort. Die beiden Briefmarken zeigen eine beeindruckende Sicht auf die Altstadt und die Stadtmauer.

Schon aus der Zeit der Staufer finden sich erste Belege für die Existenz des Ortes. Unter Rudolf von Habsburg wurde Rothenburg am 15. Mai 1274 schließlich zur Reichsstadt erhoben – ein sehr nützliches Privileg. Zwar war die Stadt nach wie vor verpflichtet, Abgaben zu leisten, diese gingen aber direkt an den Kaiser ‒ bzw. am Ende des Interregnums an den 1273 gewählten römisch-deutschen König Rudolf I. ‒ und nicht an einen Landesfürsten, der möglicherweise im eigenen Interesse ein wenig mehr abgezweigt hätte. Die Reichsstadt Rothenburg wuchs und gedieh, und in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts entwickelte sich die Stadt zu einer einflussreichen Metropole. Unter ihrem Bürgermeister Heinrich Toppler erwarb Rothenburg weitläufigen Grundbesitz und investierte in das örtliche Gewerbe. Aus der einfachen Stadtmauer wurde eine imposante Stadtbefestigung. Toppler sorgte außerdem dafür, dass die vorher in mehreren Pogromen vertriebene jüdische Gemeinde zurückkehrte. Binnen weniger Jahre stiegen die Steuern der Stadt allein durch die jüdischen Familien um rund zehn Prozent. Politisch zeigte der berühmte Bürgermeister kein ganz so glückliches Händchen. Im Kampf des Schwäbischen Städtebundes gegen die Fürsten stand Rothenburg aufseiten der Schwaben – und unterlag. Nur die starken Mauern der Stadt bewahrten Rothenburg vor der Plünderung durch ein verbündetes Fürstenheer. Im Gegenzug für die Beilegung des Konflikts lieferten die Rothenburger ihren Bürgermeister an die Feinde aus.

Im Dreißigjährigen Krieg konnten die mittelalterlichen Befestigungsanlagen die Stadt nicht retten. Das protestantische Rothenburg wurde vom katholischen Feldherren Tilly eingenommen und geplündert. Der Legende nach entging die Stadt nur durch ihren trinkfesten Bürgermeister der vollständigen Zerstörung. Der habe auf Geheiß einen Krug mit mehr als drei Litern Wein stürzen müssen, um Gnade für seine Bürger zu erlangen. Dieses Ereignis wird bis heute im jährlichen Festspiel „Der Meistertrunk“ gefeiert, das seit 2015 sogar immaterielles Kulturerbe der UNESCO ist. Im 18. und 19. Jahrhundert geriet Rothenburg ob der Tauber in ruhigeres Fahrwasser, manche sprechen auch von einem „Dornröschenschlaf“. Dadurch aber blieben die schönen Baudenkmäler der Altstadt erhalten, die historischen Tortürme, das Topplerschlösschen, die Gässchen und Fachwerkhäuser und natürlich die Stadtmauer. Diese erlitt im Zweiten Weltkrieg einige Bombentreffer, wurde aber mithilfe von Spenden wiederhergestellt. Die zahlreichen Touristen, die jedes Jahr an die Tauber kommen, wissen das zu schätzen. Die Briefmarke vom 4. April 2019 weckt in jedem Fall den Wunsch, das wunderschöne Städtchen in Mittelfranken einmal persönlich kennenzulernen.