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Top-Zuschläge für moderne Briefmarken-Raritäten nach '45

Mancher Sammler sucht sein Glück ausschließlich in der Vergangenheit. Ohne Zweifel locken die historischen Stücke der Philatelie mit faszinierenden Geschichten und stabilen Werten. Doch lohnt es sich, auch das Geschehen nach 1945 im Auge zu behalten. Manche moderne Rarität erzielt auf Briefmarken-Auktionen Top-Zuschläge, und sogar ausgesuchte Erhaltungen von Freimarken finden ihre Käufer. Auch wenn die Sammelgebiete Bund oder DDR in manchen Auktionskatalogen eine vermeintliche Randexistenz führen, entdeckt man dort immer wieder attraktive Stücke, die zuweilen bemerkenswerte Steigerungen verbuchen.

Besonderheiten aus Bund und DDR

Moderne Rarität zu Weihnachten

Fehldruck der Weihnachtsmarke der Deutschen Post 2016 

Als wollte die Post ihren Kunden ein besonderes Weihnachtsgeschenk machen, legte sie mit der letzten Weihnachtsmarke eine veritable Bauchlandung hin – und schuf eine moderne Rarität. Kaum am Schalter, musste der vielsprachige Gruß zu Weihnachten vom 2. November 2016 zurückgezogen werden. Zwei der gesegneten Wünsche enthielten Schreibfehler, und erst am 30. November ging die korrigierte Neuauflage in den Verkauf. Die wenigen erhaltenen Stücke der Erstauflage zeigen bereits Marktpräsenz, und im Sommer bewies ein bedarfsgemäß verwendetes Exemplar mit voll aufsitzendem Stempel bei einer Auktion des Hauses Felzmann sein Potenzial. Aus 900,- Euro Ausruf wurden 1500,- Euro Zuschlag, und der vormalige Besitzer dieser modernen Rarität konnte im Hochsommer gleich noch einmal Weihnachten feiern. Ein selbstklebendes waagerechtes Paar, postfrisch auf Trägerfolie, geht bei der nächsten Auktion von Heinrich Köhler zu stolzen 5000,- Euro Ausruf an den Start. Das Sammelgebiet Bund hat noch Besonderheiten zu bieten.

 

Bogenecken aus der DDR

In Dessau erfreuten sich bei der jüngsten Hettinger-Auktion postfrische DDR-Bogenecken großer Beliebtheit. Sie gingen oft im mittleren, zweistelligen Preissegment ins Rennen und steigerten sich dann auf 200 bis 300 Prozent des Ausrufs. Selbst der erste und einzige Präsident der DDR, Wilhelm Pieck, fand so neue Freunde. Der 1-Mark-Wert startete als Viererblock der linken, unteren Bogenecke mit Druckvermerken der Deutschen Wertpapier-Druckerei mit moderaten 60,- Euro. Der Zuschlag erfolgte erst bei 150,- Euro – ein bemerkenswertes Resultat. Eine ähnlich positive Entwicklung machte ein vergleichbares Stück des 24-Pfennig-Wertes der ersten Pieck-Ausgabe von 1950. Die identische Erhaltung kletterte von 40,- Euro auf ganze 100,- Euro. Hinsichtlich der Auflagen waren diese Briefmarken sicherlich keine Raritäten, aber offensichtlich schlummern auch in den Albenblättern nach 1945 noch einige Werte.

 

Farblose moderne Abart

Trotz modernster Technik entstehen auch in der Bundesrepublik immer wieder Abarten. Eine bisher kaum wahrgenommene Besonderheit steht in Kürze im Hause Heinrich Köhler zur Disposition. Die Sondermarke zum Tag der Briefmarke 2014 erinnerte bekanntlich an die abenteuerliche Alpenroute des Lindauer Boten. Das angebotene Exemplar kommt augenscheinlich sehr farblos daher, ihm fehlt jegliches Gelb. Mit Sonderstempel auf Briefstück soll diese moderne Abart mindestens 500,- Euro erzielen. Auf das Ergebnis darf man gespannt sein.

 

Fehlender Prägedruck

Ein wenig länger liegt das 250. Jubiläum des Rechnungshofes in Deutschland zurück. Am 30. Oktober 1964 feierte eine Sondermarke der Bundesrepublik das Ereignis mit einem Preußischen Adler. Einige Briefmarken erhielten jedoch nicht den vorgesehenen Prägedruck. Diese Stücke werden im Katalog zu beeindruckenden Summen gelistet – allerdings unter der Vorraussetzung, dass sie in perfekter Erhaltung vorliegen. Bei der anstehenden Köhler-Auktion kann man feststellen, dass selbst mit leichten Mängeln noch auf ordentliche Preise für diese fehlenden Prägedrucke gehofft werden darf. Ein Exemplar mit Fingerspur wird zu 600,- Euro ausgerufen, ein anderes mit Haftstellen immerhin noch zu 300,- Euro. Das postfrische Exemplar mit Prägedruck wird auf lediglich 30 Cent geschätzt.

 

Rarität des Kalten Krieges

Die Gründe, eine Briefmarkenausgabe zurückzuziehen, können vielfältig sein, ob es die Vorbildfunktion Prominenter ist, wie bei der Hepburnmarke, oder erwachendes Anstandsgefühl, wie bei der nicht ausgegebenen Marke für „Brot für die Welt“. Der Kalte Krieg hatte gleich mehrfach zu solchen modernen Raritäten geführt – man erinnere sich an den Gscheidle-Irrtum. Ein passendes Gegenstück ist die Olympia-Ausgabe der DDR aus dem Sommer 1984, die im Zuge des Boykotts der Olympischen Spiele von Los Angeles nicht an die Postschalter kam. Einige wenige Stücke der Einzelmarken und des Blocks sind erhalten geblieben, und wenn sie zum Ausruf kommen, finden sie stets ihre Bieter. Erst jüngst kam eine dieser Raritäten des Kalten Krieges, der Olympia-Block von 1984, bei Felzmann unter den Hammer. 10.000,- Euro lautete der Ausruf, der Zuschlag erfolgte schließlich bei stolzen 13.750,- Euro.

Nicht zu unterschätzen

Dieser kleine Überblick belegt, dass auch nach 1945 noch viele attraktive Raritäten zu finden sind. Die moderne Philatelie ist nicht zu unterschätzen. Sie hat ihre verborgenen Werte, und regelmäßig gelangen neue Erkenntnisse an die Öffentlichkeit. Wichtig ist nur, die Augen offen zu halten und dem Glück eine Chance zu geben. Aber ganz unabhängig davon, ob der Sammler zufällig über eine der modernen Raritäten stolpert, gewinnt er doch immer. Denn nichts erweitert das Wissen und den Horizont so nachhaltig wie die Beschäftigung mit der Briefmarke.