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Rekordpreis für Druckplatte der Blauen Mauritius erzielt

Januar 2017

 

1,3 Millionen Euro: Rekordpreis für Druckplatte der Blauen Mauritius erzielt

Seit 1935 galt die Original-Druckplatte der Blauen Mauritius und ihrer orangeroten Schwesterbriefmarke als verschollen. Das kleine Stück Kupfer mit den beiden von Hand gestochenen Markenmotiven wurde zu einer philatelistischen Legende und bot Projektionsfläche für alle erdenklichen Spekulationen. Schon ihre erste Entdeckung 1912 gab Rätsel auf. Die erneute Wiederentdeckung der kleinen Druckplatte war in Fachkreisen eine absolute Sensation. Jetzt wurde sie bei einer Auktion von David Feldman in Genf zum Rekordpreis von 1,3 Millionen Euro an einen privaten Sammler verkauft.

 

Briefmarken-Legende Blaue Mauritius

Über viele Jahrzehnte hielt sich das hartnäckige Gerücht, die Blaue Mauritius sei durch einen Irrtum des verantwortlichen Markenstechers entstanden. Joseph Osmond Barnard habe anstelle von „Post Paid“ versehentlich „Post Office“ in die kleine Kupferplatte gestochen. Diese längst widerlegte Legende machte die Blaue Mauritius zum Inbegriff der philatelistischen Kostbarkeit. Tatsächlich erschienen die beiden „Post Office“-Briefmarken zu einem und zwei Pence in Orangerot und Blau aus dem Jahre 1847 nur in kleiner Stückzahl von 500 Exemplaren. Den Auftrag hatte der Gouverneur von Mauritius erteilt, Sir William Gomm. Seine Gattin verwendete einen Teil der Auflage zur Frankatur von Einladungskarten. Die Druckplatte selbst wies allerdings eine Besonderheit auf. Beide Motive waren auf ein und dieselbe Kupferplatte gestochen worden. Der Stecher Barnard fertigte normalerweise Gravuren auf Uhren und Schmuck an, und er erstellte Druckvorlagen für Visitenkarten. Daher benutzte er eine Platte aus seinem Vorrat. Nach Abschluss der Briefmarken-Produktion verschwand die „Post-Office“-Druckplatte der Blauen Mauritius erstmals von der Bildfläche.

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Rätselhafte Entdeckung

Erst im Jahre 1912 tauchte die „Post Office“-Druckplatte wieder auf. Sie lag im Schließfach einer Londoner Bank. Wie sie dorthin gelangt war, ist immer noch ein Rätsel. Laut ihres Käufers, dem Briefmarkenhändler Nevile Lacy Stocken, habe der Verkäufer, der britische Offizier Dominic Henry Colnaghi, die hinterlegte Druckplatte von einem Enkel des Gouverneurs Gomm erhalten. Da die Gomms aber kinderlos geblieben waren, konnte diese Version der Geschichte nicht stimmen. Colnaghi selbst behauptete, er habe die Kupferplatte im Nachlass seiner Großtante gefunden. Da die Familie des Offiziers unter anderem im Kunsthandel aktiv war, könnte dieses Detail der Entdeckung sogar stimmen. Wie die Druckplatte aber von Mauritius nach England gelangt war, bleibt rätselhaft. Einer Regierungskommission, die sich 1914/15 um die Ausfindung des rechtmäßigen Besitzers bemüht hatte, war kein Erfolg beschieden.

Ab 1935 verschollen

Aus der Hand Nevile Lacy Stockens ging die Druckplatte der Blauen Mauritius in den Besitz des Londoner Briefmarkenhändlers David Field über. Sowohl Stocken als auch Field waren damals an der Anfertigung von Neudrucken anhand der Original-Kupferplatte beteiligt. Einige wurden als „Reprint“ gekennzeichnet, aber nicht alle. Über Sydney Loder und H.R. Harmer gelangte die Druckplatte 1930 schließlich an den berühmten Philatelisten Maurice Burrus, der zeitweilig auch den „Bordeaux-Brief“ in seiner Sammlung hatte. Im Mai 1935 wurde die Kostbarkeit im Rahmen der „Royal Jubilee Exhibition of British Empire Stamps of the Victorian Era“ in London ein letztes Mal der Öffentlichkeit präsentiert. Danach verlor sich ihre Spur, und bis vor kurzem galt die Druckplatte der Blauen Mauritius als verschollen.

 

Maurice Burrus Nachlass

Maurice Burrus verstarb 1959. Bei der Versteigerung seiner weltberühmten Briefmarkensammlung 1963 fand sich kein Hinweis auf den Verbleib der Druckplatte in Burrus Nachlass. Der Experte und Briefmarkenprüfer Alain von der Weid ergriff Jahrzehnte später erneut die Initiative und nahm Kontakt zu den Nachfahren von Burrus auf. Tatsächlich entdeckte die Familie des Sammlers die Original-Druckplatte im Nachlass seiner verstorbenen Nichte, eingewickelt in Papier und mit dem handschriftlichen Vermerk: „Plaque oncle Maurice“. Der Sensationsfund wurde dem renommierten Schweizer Briefmarken-Auktionator David Feldman anvertraut, der die Druckplatte 2015 bei der Europhilex in London erstmals wieder der Öffentlichkeit zugänglich machte. Danach ging das wohl kostbarste Stück Kupfer der Welt auf Ausstellungs-Tournee.

Zuschlag von 1,3 Millionen Euro

Am 1. Dezember 2016 wurde die Druckplatte der Blauen Mauritius in Genf von David Feldman versteigert. Ein privater Bieter erhielt für den Kaufpreis von 1.320.000 Euro den Zuschlag. Für Feldman, der bereits 1993 die kostbare Mauritius-Sammlung des japanischen Philatelisten Hiroyuki Kanai veräußern durfte, war dies eine besondere Ehre, wie er verlauten ließ. Auch der sogenannte „Bombay Brief“, der einzige mit zwei orangeroten „Post Office“-Mauritius frankierte Beleg, fand einen neuen Besitzer. Der zahlte sogar noch eine Million Euro mehr als der Käufer der Druckplatte. Ebenfalls wurden in Genf Probedrucke und „Reprints“ der „Post Office“ veräußert. Bei ihnen lag der Zuschlag weit über dem Ausruf.

 

Abschläge von der Original-Druckplatte der Blauen Mauritius

Die „Reprints“ von der Original-Druckplatte der „Post Office“-Mauritius-Briefmarken sind äußerst selten und, wie die Auktion in Genf im Dezember gezeigt hat, unter Sammlern heiß begehrt. Eine Besonderheit der Neudrucke ist, dass vor 100 Jahren jeweils beide Briefmarken in derselben Farbe gedruckt wurden. Der jeweilige Bogen zeigt also sowohl den 1-Pence- als auch den 2-Pence-Wert in Blau bzw. Rot. Auf der Rückseite der offiziellen Drucke ist per Handstempel „Reprint“ vermerkt. 

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