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Glücklicher Käufer ersteigert Gscheidle-Briefmarke

Mai 2017

Die sogenannten „Gscheidle-Irrtümer“ zählen zu den Kostbarkeiten der modernen deutschen Philatelie. Die ursprünglich für den April 1980 vorgesehenen Olympia-Briefmarken waren wegen des Boykotts der Olympischen Spiele in Moskau noch vor dem Ausgabetag zurückgezogen worden. Nur drei Bogen der Zuschlagsmarken entgingen der Vernichtung. Sie lagen auf dem Schreibtisch des Bundespostministers Kurt Gscheidle und wurden nach dessen Pensionierung irrtümlich von seiner Familie verwendet. Ein jahrelang geheim gehaltenes Exemplar wurde jetzt vom Auktionshaus Deider versteigert. Der glückliche Käufer erhielt den Zuschlag sogar unterhalb des Ausrufes.

 

Kurioser Irrtum: die Gscheidle-Briefmarken

Olympia-Boykott

Die ohnehin schon gespannte Lage im Ost-West-Konflikt war durch den Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan im Dezember 1979 noch einmal deutlich verschärft worden. Schnell wurden seitens der USA Rufe nach einem Boykott der Olympischen Sommerspiele 1980 in Moskau laut. Dem schlossen sich allerdings nur wenige NATO-Staaten an, da das Internationale Olympische Komitee die Entscheidung für oder gegen die Teilnahme den nationalen Olympischen Komitees überlassen hatte. Neben den USA und Kanada, Norwegen, der Türkei, Albanien und etlichen Ländern der Dritten Welt entschied sich auch die Bundesrepublik für den Boykott. Infolgedessen wurde die Ausgabe der für den April 1980 vorgesehenen Olympia-Briefmarke gestoppt und alle produzierten Exemplare zurückgerufen.

 

Irrtümliche Verwendung der Briefmarken

Nur drei Bogen der Olympia-Zuschlagsmarken entgingen der Vernichtung. Sie waren dem damaligen Postminister, Kurt Gscheidle, vorgelegt worden und in dessen Büro verblieben. Nach seinem Ausscheiden aus der Bundesregierung gelangten die Briefmarken zusammen mit anderen persönlichen Gegenständen in seinen Privathaushalt. Dort wurden sie von Gscheidles Ehefrau und seinem Sohn gefunden und in der Annahme, es seien gewöhnliche Briefmarken, irrtümlich verwendet. Obwohl die zurückgezogenen Zuschlagsmarken keine amtlichen Postwertzeichen waren, wurden die frankierten Sendungen anstandslos befördert. Seither tragen die zurückgezogenen Olympia-Briefmarken auch den Namen „Gscheidle-Irrtum“.

 

Glückliche Briefmarkensammler

So kurios die Entstehungsgeschichte dieser philatelistischen Seltenheiten ist, so groß war das Echo auf die frühen Funde der Gscheidle-Briefmarken. Zwei glückliche Briefmarkensammler entdeckten die ersten beiden Exemplare bei der Sichtung von Einsendungen eines Preisausschreibens. Die Gattin des Postministers hatte teilgenommen – und sogar eine Fotokamera gewonnen. Verglichen mit dem „Schatz“ der Briefmarkensammler war ihr Gewinn aber unbedeutend. Die beiden Olympia-Briefmarken wurden 1983 für 46.000 und 74.000 DM versteigert. Seither sind über 25 weitere Gscheidle-Irrtümer aufgetaucht und teilweise zu Höchstpreisen verkauft worden.

Fund geheim gehalten

Der Besitzer der aktuell vom Auktionshaus Deider versteigerten Gscheidle-Briefmarke, einem am 8. November 1982 sauber gestempelten Stück aus München in einwandfreier Erhaltung, hatte sie vor rund 30 Jahren bei der Sichtung von Kiloware entdeckt, seinen Fund aber geheim gehalten. Für die philatelistische Fachpresse war das erneute Auftauchen einer der Briefmarken eine große Überraschung. Seit vielen Jahren hatte es keine Neuentdeckung mehr gegeben. Über die Beweggründe des Sammlers, sich von seinem Schatz zu trennen, kann nur spekuliert werden. In jedem Fall hat er mit der Herausgabe seines geheimen Fundes die Geschichte der Gscheidle-Irrtümer um ein faszinierendes Puzzleteil bereichert.

Glücklicher Käufer: Zuschlag unter Ausruf

Als weitere Überraschung muss das Auktionsergebnis vom 28./29. April 2017 gewertet werden. Entgegen der Erwartungen wurde der Preis für die Gscheidle-Briefmarke nicht in einem Bieterduell auf die Höchstmarke getrieben. Das einwandfreie Exemplar mit Fotoattest des Bundesprüfers Hans-Dieter Schlegel, der bereits 27 Gscheidle-Irrtümer registrieren durfte und damit der führende Experte für diese Briefmarken ist, war zum Ausruf von 15.000 Euro angeboten worden. Den Zuschlag erhielt ein glücklicher Käufer, der die moderne Rarität für einen Kaufpreis erwarb, der sogar noch 1000 Euro unter dem Ausruf lag.

 

Raritäten zu erschwinglichen Preisen

Immer wieder gelangen philatelistische Raritäten überraschend auf den Markt. Mit etwas Glück kann der Briefmarkensammler das eine oder andere Exemplar zu erschwinglichen Preisen erwerben. Natürlich ist auch bei relativ günstigen Angeboten stets Vorsicht geboten. Gerade in privaten Online-Auktionen versuchen schwarze Schafe immer wieder, mit vermeintlichen Kostbarkeiten schnelles Geld zu verdienen und bieten Fälschungen an. Der Sammler sollte sich stets Expertenrat einholen. Um ganz sicher zu gehen, dass die Rarität auch hält, was der Anbieter verspricht, ist der Kauf bei einem vertrauenswürdigen Fachhändler zu empfehlen. Dann kann der Käufer ganz sicher gehen, dass sein Geld gut investiert ist, und er genießt den gesetzlichen Schutz eines Kaufvertrags.

 

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