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Raritäten Deutsches Reich bei Heinrich Köhler

Juli 2018

Wenn das Haus Heinrich Köhler zur Auktion einlädt, können sich die Besucher stets über eine Vielzahl ausgesuchter Raritäten freuen. Auch die Herbstauktion 2018 vom 25. bis 29. September macht da keine Ausnahme. Unter anderem geht es dort um die hochkarätigen Sammlungen Richard J. Stark und Axel Kruse. Für Spezialisten verspricht dies ausgesuchte Stücke aus Deutschland und dem Saargebiet. Insbesondere die Vorschau auf die Bereiche Deutsches Reich und Kolonien wecken große Erwartungen.

 

Repräsentative Darstellungen Deluxe

 

Danzig steht Kopf

Die „Repräsentativen Darstellungen des Kaiserreiches“ gehören zu den absoluten Klassikern des Deutschen Reiches. Schon die Erstausgabe „Reichspost“ bringt in Top-Erhaltung ansehnliche Erlöse. Die 1902/1904 ausgegebene Type „Deutsches Reich“ liegt in der Regel sogar noch darüber. Doch Köhlers Herbstauktion glänzt weit ab des Gewöhnlichen mit faszinierenden Stücken aus weiteren Verwendungen der Motive. Als die laut Versailler Vertrag künftig „freie“ Stadt Danzig erste Freimarken-Provisorien auf Basis der Germania- und der Darstellungen-Ausgaben des Reichs ausgab, wurden diese mit einem Aufdruck der Reichsdruckerei versehen, dem sogenannten „Berliner Aufdruck“. Bei Köhler steht ein Exemplar des 5-Mark-Werts zum Gebot, bei dem der Innenteil der zugrunde liegenden Freimarke Kopf steht. Der Aufdruck „Danzig“ wurde passend zur Krönungsfeier vorgenommen, sodass diese Abart treffender Weise „kopfstehender Rahmen“ heißt. Der Wert liegt im fünfstelligen Bereich. Wohin die Bieter den Zuschlag steigern werden, bleibt abzuwarten.

 

Denkmal unverausgabt

Auch im Abstimmungsgebiet Saarland fanden anfangs Teilauflagen der Germania und der Repräsentativen Darstellungen Verwendung. Der Aufdruck lautete französisch „Sarre“, außerdem wurde die Herkunftsbezeichnung „Deutsches Reich“ mit einem schwarzen Balken unkenntlich gemacht. Die zugrunde liegenden Freimarken entstammten den „Kriegsdrucken“, die zwischen 1915 und 1919 produziert worden waren. Ausgesuchte Typenzeichnungen mit dem Saar-Aufdruck können durchaus stattliche Preise erzielen. Doch Heinrich Köhler hat bei seiner Herbstauktion ein Exemplar des unverausgabten Werts zu 3 Mark im Angebot. Das Motiv in Schwarzviolettgrau zeigt die Einweihung des Denkmals von Kaiser Wilhelm I. und ist einer der Top-Werte des Sammelgebiets, wenn nicht der deutschen Philatelie überhaupt. Falls ein interessierter Sammler in dieser Preisklasse zuschlagen wird, könnte das im hohen fünfstelligen Bereich geschehen. Die Auktion verspricht spannende Momente.

 

Seltene Auslandspostämter

Und noch zwei weitere Höhepunkte aus der Sammlung Stark basieren auf den Repräsentativen Darstellungen, beide wurden mit Aufdruck für die deutschen Auslandspostämter produziert. 1902 experimentierte die Reichspost mit neuen Schrifttypen für die Auslandspostämter in der Türkei auf Exemplaren der Type „Reichspost“. Unter anderem erhielt das „A“ von „Piaster“ Serifen. Der Druck überzeugte nicht, und die sechs Postwertzeichen wurden nicht amtlich ausgegeben. Gut erhaltene Exemplare der Pfennigwerte erzielen ordentliche Preise, doch der 3-Mark-Wert mit dem Motiv des Reiterdenkmals ist eine vielgesuchte Kostbarkeit. Von ihm gibt es zwei Varianten, abhängig von den Typen der zugrunde liegenden Urmarken. Type II ist sogar noch etwas seltener als Type I. Solche faszinierenden Stücke verleihen dem ohnehin schon hochwertigen Sammelgebiet Auslandspostämter mehr als nur einen Hauch von Exklusivität.

Das zweite Exemplar ist ebenfalls ein Aufdruck-Wert der 3-Mark-Freimarke mit dem Kaiserdenkmal, allerdings aus der Ausgabe „Deutsches Reich“. Als die deutschen Auslandspostämter in China den mexikanischen Dollar als neue Währung übernahmen, wurden auch die Germania- und Darstellungen-Freimarken neu produziert. Zusätzlich zur Wertstufe und der Herkunftsbezeichnung „China“ erhielten die Stücke noch eine sechsstrahlige Rosette, mit der die alte Wertstufe unkenntlich gemacht wurde. Die erste Auflage dieser neuen Dollar-Briefmarken zeigte bei den 1- und 3-Mark-Werten lediglich jeweils zwei Zähnungsvarianten. Bei der zweiten Ausgabe, die zwischen 1906 und 1919 ausgegeben wurde und bei der zahlreiche Kriegsdrucke einen Aufdruck erhielten, ist die Lage sehr viel komplexer. Allein vom 3-Mark-Wert sind neun Unternummern bekannt. Die kostbarste Variante ist ein schwarzviolettgrauer Kriegsdruck mit Zähnung 25:17 und einem mittigen Wertaufdruck von 1919 im Farbton Dunkellilarot. Auch diese Spezialität wird im unteren fünfstelligen Bereich angesiedelt. Man darf wirklich gespannt sein, bei welchem Stand der Hammer fallen wird.

 

Ausgesuchte Raritäten

Kostbarer Fehler

Abschließend sollen noch zwei weitere Top-Raritäten aus dem Sammelgebiet Deutsches Reich vorgestellt werden, die bei Heinrich Köhlers Herbstauktion zum Ausruf kommen. Ein besonders kostbarer Aufdruckfehler stammt aus dem Jahr 1932. Aufgrund der Portosenkung für die Postkarte im Fernverkehr und den Standardfernbrief zu Jahresbeginn wurden die zwei wichtigsten Wertstufen der Nothilfe-Zuschlagsmarken aus dem Vorjahr noch einmal mit Aufdruck ausgegeben. Aus 8 + 4 Pfennig wurden 6 + 4 Pfennig und aus 15 + 5 Pfennig 12 + 3 Pfennig. Leider unterlief der Druckerei beim letzteren Aufdruck ein kleiner Fehler. Auf einem Feld war anstelle des Währungskürzels „Rpf“ für „Reichspfennig“ ein rätselhaftes „Rdf“ zu lesen. Gut für den Sammler, der ein solches Exemplar sein Eigen nennt. Ungebraucht oder gar postfrisch ist es etliche tausend Euro Wert. Heinrich Köhler wird aber keinen gewöhnlichen Fehler unter den Hammer bringen, sondern ein fantastisches waagerechtes Zweierpaar, links mit dem kostbaren Fehler, rechts mit dem korrekten Aufdruck.

Heydrich-Block

Aus dem Protektorat Böhmen und Mähren stammt eine Gedenkausgabe für einen der zweifelhaftesten Charaktere des Dritten Reichs. Der Stellvertretende Reichsprotektor Reinhard Heydrich hatte sich im Auftrag Hermann Görings bei der Organisation des Massenmords an den Juden besonders hervorgetan. Er war bei der tschechischen Bevölkerung wegen seiner Grausamkeit entsprechend verhasst und trug den Spitznamen „Der Henker von Prag“. Im Mai 1942 fiel Heydrich dem Attentat eines tschechischen Sonderkommandos zum Opfer, infolgedessen es zu weitläufigen Massakern an der Zivilbevölkerung kam. Außerdem wurde dem SS-Führer zum 1. Todestag eine Sondermarke gewidmet. Der 60-Heller-Wert mit dem exorbitanten Zuschlag von 440 Hellern erschien in einer Auflage von knapp 1,3 Millionen Stück. Außerdem wurde für die Teilnehmer einer Gedenkfeier noch eine nummerierte 1000er-Auflage in Blockform produziert. Diese Blocks können in einwandfreier Erhaltung hohe Preise erzielen. Betrachtet man vergangene Auktionen von Heinrich Köhler oder seinen Kollegen Felzmann, Schlegel oder Fischer scheint ein Bieterduell mit ordentlicher Steigerung eigentlich sicher.

Sammelgebiet Deutschland bleibt spannend

Diese kleine Auswahl aus den zu erwartenden Höhepunkten der Herbstauktion Heinrich Köhlers belegt wieder einmal eindrucksvoll, dass das Sammelgebiet Deutschland spannend bleibt. Die unglaubliche Vielfalt jenseits der Katalog-Hauptnummern macht jede Sammlung, ob Deutsches Reich, Kolonien oder Moderne und DDR zu einem einzigartigen Erlebnis.