Verified by VISA

Mastercard Securecode

Herzlich willkommen bei Richard Borek – Ihr Briefmarken Online-Shop

Warenkorb 0,00 € - Produkt

Richard Borek GmbH & Co. KG

Zum Briefmarken-Shop

Höchstpreise für Altdeutschland-Briefe aus Bayern

Mai 2017

Die 364. Auktion des Hauses Heinrich Köhler vom 20. bis 25. März 2017 bot wieder eine beeindruckende Auswahl an Altdeutschland-Losen. Mit knapp 1000 Positionen führte dieses begehrte Sammelgebiet, gefolgt vom Deutschen Reich und den Kolonien und Auslandspostämtern. Innerhalb Altdeutschlands stand die Bayern-Philatelie ganz vorn, sowohl hinsichtlich bayerischer Stempel als auch besonders schöner Briefe. Die Zuschläge bestätigten oft den Ausrufpreis, mit kleinen Ausreißern. Einige Briefe aus Bayern erzielten hingegen Höchstpreise und schossen auf das Doppelte, Dreifache oder gar Sechsfache des Ausrufs.

 

Paris, Petersburg und Frederick: Briefe aus Bayern in die ganze Welt

Postalisches Kunstwerk mit 18 Kreuzer

Ein bildhübscher Beleg aus München an einen Pariser Juristen zeigte sich als regelrechtes postalisches Kunstwerk. Frankiert mit einer voll- bis breitrandigen farbfrischen 18-Kreuzer-Freimarke, bestach der Brief durch seine kunstvoll gestaltete Anschrift und die klar gesetzten Stempel. Die Freimarke zeigt ein offenes Mühlrad „325“ – der Brief stammt aus dem April 1958, also rund eineinhalb Jahre nach der Umverteilung der Postorte – und wird von einem zweizeiligen Nebenstempel sekundiert: „München 7 Apr. 1958 VI“. Über dem Stempel „P.D.“ scheint darüber hinaus ein sauberer Grenzübergangsstempel aus Straßburg vom Folgetag auf. Der äußerst dekorative Brief wurde auf der Auktion entsprechend gewürdigt und schaffte es vom Ausruf 1800 Euro auf einen Zuschlag bei 4200 Euro.

Seltene Frankatur nach St. Petersburg

Auf mehr als den doppelten Preis - der Ausruf lag bei 2000 Euro – stieg ein interessanter Einschreibe-Brief aus München nach St. Petersburg. Dieser wurde mit 31 Kreuzer frankiert, davon 9 Kreuzer für die Postvereinstaxe und für das Einschreiben den doppelten Satz des tarifgerechten Weiterfrankos für Russland, also 22 Kreuzer. Die Einschreibegebühr für die Strecke im Inland musste bar bezahlt werden. Zur Verwendung kamen drei Einzelwerte der 9 Kreuzer gelbgrün, eine 3 Kreuzer blau und eine 1 Kreuzer rosa, sämtlich mit einem geschlossenen Mühlrad „325“ entwertet. Die vorliegende 31-Kreuzer-Frankatur ist selten und dürfte sicherlich zur Preissteigerung beigetragen haben. Adressat des Schreibens war übrigens der preußische Gesandte in St. Petersburg, Freiherr von Werthern-Beichlingen, passend für diesen fürstlichen Beleg.

Tarifgerecht dank Portofreiheit

Eine lange Reise machte ein Bayern-Brief aus Bamberg. Aufgegeben am Bahnhof lief der Beleg in einem preußischen Postpaket über Aachen nach London, wo er mit einem roten Kronenstempel „Registered“ versehen wurde. Über New York ging es anschließend weiter nach Maryland, wo er dem Empfänger, einem Anwalt in „Frederick City“, zugestellt wurde. Eigentlich hätte dieses Einschreiben 45 Kreuzer Porto gekostet, 6 Kreuzer Postvereinstaxe zuzüglich 39 Kreuzer Weiterfranko. Da der Absender jedoch das Privileg der Portofreiheit genoss, konnte er sich das Inlandsporto sparen. Die verbleibenden 39 Kreuzer Porto wurden tarifgerecht durch vier 9 Kreuzer grün und eine 3 Kreuzer blau entrichtet, alle durch ein geschlossenes Mühlrad „32“ entwertet. Die Einschreibegebühr für das Inland wurde vorab bar bezahlt. Dieser spannende Brief aus Bayern wurde vom Ausruf 1800 Euro auf 4800 Euro Zuschlag gesteigert.

 

Vierfarbenfrankatur nach Kopenhagen zum Höchstpreis

Eine Rekordsteigerung schaffte ein Brief aus München nach Kopenhagen. Der Ausruf von 1000 Euro für diese ansehnliche Vierfarbenfrankatur forderte zum Bieter-Duell heraus, sodass der Zuschlag schließlich bei 6000 Euro erfolgte. Der Brief aus Bayern in der 2. Gewichtsstufe ist tarifgerecht mit 32 Kreuzer frankiert, zusammengesetzt aus jeweils einer 18 Kreuzer orange, 9 Kreuzer gelbgrün und 3 Kreuzer blau, ergänzt durch zwei rosafarbene 1 Kreuzer. Zwei Werte stammen vom Bogenrand, einer aus der rechten oberen Bogenecke. Alle fünf Freimarken sind mit einem offenen Mühlradstempel „325“ entwertet worden. Die Postvereinstaxe betrug 18 Kreuzer. Das Weiterfranko von 14 Kreuzer ist vorderseitig handschriftlich vermerkt: „wf 4“ für umgerechnet vier Silbergroschen. Der Käufer hat mit diesem schönen Brief aus Bayern ein echtes Prachtstück erworben.

 

Altdeutschland und Bayern faszinieren

Altdeutschland gilt unter eingefleischten Briefmarkensammlern seit alters her als die Krone der Philatelie. Diese Meinung muss man nicht teilen, angesichts der vielen spannenden Sammelgebiete. Doch beim Betrachten historischer Belege wie der genannten Briefe aus Bayern kommt man nicht umhin, die Faszination der Postgeschichte zu spüren. Bayern zu sammeln muss nicht kostspielig sein, so wie Altdeutschland auch für Einsteiger viele aufregende Startpunkte bietet. Man muss die Mona Lisa nicht besitzen, um sie zu lieben und zu schätzen.

 

Bei Richard Borek können Sie sich auch weitere Briefmarken-Raritäten sichern: