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Hohe Zuschläge für Altdeutschland bei Schlegel-Auktion

Dezember 2017

Seit über zehn Jahren wird das Berliner Auktionsgeschehen von den Versteigerungen des Hauses Schlegel bereichert. Mit der Realisierung der fünften Hepburn-Briefmarke und der Wohltätigkeits-Versteigerung des vom Hepburn-Sohn, Sean Ferrer, gestifteten Kleinbogens 2010 schaffte es das Auktionatoren-Ehepaar sogar bis in die Schlagzeilen der Tagespresse. Bei der 21. Auktion am Kurfürstendamm vom 20. bis 22. November 2017 präsentierte das Auktionshaus Schlegel eine große Zahl attraktiver Lose, darunter weit über 1000 aus dem Sammelgebiet Altdeutschland. Diese erzielten teils hohe Zuschläge. Mit im Programm waren einige ausgemachte Hochkaräter wie Oldenburgs legendäre ¼-Groschen-Frankatur oder das berühmte „Altona-Paar“.

 

Schmuckstücke aus dem Norden

10.000,- Euro für das Altona-Paar

Die tiefrosafarbene 2-Schilling-Briefmarke aus Holsteins erster Ausgabe ist für jeden Altdeutschland-Sammler eine Augenweide. Echtgelaufen oder auf Beleg wird aus dem Schmuckstück schnell eine Kostbarkeit. Waagerechte Paare sind aber extrem selten, bisher sind lediglich acht Stück bekannt. Das berühmte Altona-Paar sticht durch den bildhübschen Roststempel des Postamtes Altona hervor, der deutlich zentrisch aufgesetzt wurde. Von der schwarzen „3“ existiert nur noch ein weiterer Abschlag auf solch einem Pärchen. Das Markenpaar selbst ist auf Briefstück erhalten und zeigt einen allseitig tadellosen Rand. Die Auktionshistorie dieser Top-Rarität Altdeutschlands führte von der Giessener Sammlung Koch über Paris und Luzern schließlich zurück nach Deutschland. Das aktuelle Attest stammt von niemand geringerem als dem Philatelie-Papst Wolfgang Jakubek. Jetzt hat das Schmuckstück aus dem Norden in Berlin einen neuen Besitzer gefunden, der ganze 10.000,- Euro geboten hatte.

 

Wiederentdeckte Oldenburg-Legende

50 Jahre lag die Oldenburg-Legende sicher verwahrt in einem Safe, doch nun wurde die berühmte ¼-Groschen-Frankatur aus dem Großherzogtum im Norden Altdeutschlands bei der 21. Schlegel-Saalauktion für unglaubliche 47.000,- Euro versteigert. Der Faltbrief aus dem Dezember 1861 hätte in dieser Form eigentlich nicht existieren dürfen. Anstelle des vorgeschriebenen halben Groschens war er versehentlich mit dem gelben Staatswappen zu ¼ Groschen freigemacht und unbeanstandet von Vechta nach Goldenstedt befördert worden. Nur zwei solche Fehlfrankaturen aus dem Sammelgebiet Oldenburg sind bisher bekannt. Der wiederentdeckte Oldenburg-Brief ist eine äußerst dekorative Rarität. Das Schmuckstück zeigt eine zweizeilige Rahmenstempelentwertung aus Vechta vom 28. Dezember 1891 rechts über der Anschrift und diagonal auf dem voll- und meist breitrandigem Postwertzeichen. Der stattliche Zuschlag belegt einmal mehr den hohen Rang dieser Altdeutschland-Spezialität.

 

Seltenheit aus Baden

Ein Briefstück aus Baden ließ den Preis ebenfalls ordentlich in die Höhe steigen, bevor es für ganze 6600,- Euro zugeschlagen wurde. Zwei Einzelmarken und ein senkrechtes Paar bilden eine wertstufengleiche Mischfrankatur aus den Katalognummern 13 b und 17 a, die in dieser Art eine Seltenheit ist. Dabei ist die silbergraue 1-Kreuzer-Freimarke 13 b nicht nur tadellos gezähnt, sondern zeigt sogar noch einen Teil der linken Nebenmarke. Alle vier Marken sind zentrisch gestempelt. Die Einzelentwertungen zeigen gut lesbar im Zweikreisstempel „Baden G.B. 8.5.“. Bundesprüferin Maria Brettl hat das Briefstück als echtgelaufen, dekorativ und selten mit Fotoattest bestätigt. Von der Nummer 17 gab es am 21. November auch noch eine „b“ in Silbergrau, klar gestempelt als Einzelwert. Das einwandfreie und gut gestempelte Stück steigerte sich auf stolze 1400,- Euro.

Viele weitere Höhepunkte

Viele weitere exzellente Stücke kamen bei der 21. Schlegel-Auktion zum Ausruf, und manches Exemplar wird der Sammlung seines Besitzers als Höhepunkt neuen Glanz verleihen. Ein Lübeck-Sammler erstand beispielsweise für 1000,- Euro Lübecks Nummer 2 von 1859 zu 2 Schilling. Die seltene Briefmarke zeigte sich in vorzüglicher Qualität, farbfrisch und voll- bis breitrandig mit einem sauberen Strichstempel entwertet. Eine Württemberger 2 a in attraktiver vollrandiger Erhaltung schoss aufgrund ihres Göppinger Ersttagsstempels vom 15. Oktober 1851 im Vergleich zum Katalogwert in schwindelerregende Höhen. Der vermutlich dennoch glückliche neue Besitzer zahlte 940,- Euro.

Streifband zu 10.000,- Euro

Einen Sachsen-Dreier auf vollständiger Streifbandsendung zu besitzen, ist sicherlich der Traum nicht nur jedes Sachsensammlers, sondern von Altdeutschland-Philatelisten allgemein. Sachsens Nummer 1 ist auf diesem Ausnahmestück allseits breitrandig, auf drei Seiten sogar mit Zwischenlinien. Der Stempel vom 10. Dezember 1850 stammt aus Leipzig, von wo aus sich ein Vertreter bei einem potenziellen Kunden in Dresden ankündigte. Einziger Makel ist, dass das Streifband der Sendung nicht zweifelsfrei zugeordnet werden kann. Das Ensemble selbst ist aber ohne Zweifel äußerst attraktiv, und so steigerte sich dieses Sachsen-Los auf bemerkenswerte 10.000,- Euro. Altdeutschland-Briefmarken und Ganzsachen erreichen nach wie vor hohe Zuschläge.

 

Altdeutschland zeitlos und hochwertig

Altdeutschland vermag ganz offensichtlich noch zu begeistern, und die erzielten Zuschläge einzelner Lose beweisen die zeitlose Hochwertigkeit des Sammelgebiets. Gut erhaltene Stücke werden auch in Zukunft nicht an Wert verlieren, sondern vermutlich ganz im Gegenteil eine positive Entwicklung zeigen. Spitzenwerte sind ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Einschüchtern lassen darf man sich von der Königsdisziplin der deutschen Philatelie nicht. Auch für Einsteiger bietet Altdeutschland immer wieder attraktive Angebote, die den Sammler rasch in die faszinierende Welt der deutschen Kleinstaaten entführen. Die Schönheit dieser Briefmarken ist zeitlos.

 

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Zuschlagen zum Festpreis

Wie bereits eingangs erwähnt, darf man von den Spitzenwerten der Philatelie träumen, auch wenn diese Träume nicht in Erfüllung gehen. Das Sammeln von Briefmarken wird immer Freude machen, selbst wenn – oder vor allem wenn – man fern der Vollständigkeit ist. Eine abgeschlossene Sammlung ist zwar hübsch anzuschauen, aber spätestens in dem Moment des Betrachtens sehnt sich das Sammlerherz nach einer neuen Herausforderung. Auch Kanai Hiroyuki veräußerte seine kostbarsten Stücke, nachdem er sie besessen hatte, übrigens ebenfalls in Zürich bei David Feldman. Also kommen manche internationale Briefmarken-Raritäten erneut auf den Markt und warten auf einen neuen Besitzer. Zuweilen kann man sogar zum Festpreis zuschlagen, wenn der Händler des Vertrauens in einer glücklichen Stunde das lang ersehnte Stück reserviert hat.