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„Schwarzer Einser“-Brief weit über Ausruf

Februar 2017

 

Zuschläge, die zehn, 20 oder gar 50 Prozent über dem Ausruf liegen, sind bei Briefmarken-Auktionen keine Seltenheit. Wenn das Höchstgebot aber mehr als 300 Prozent des Ausgangsgebots beträgt, muss das Los eine attraktive Besonderheit sein. Die Herbstauktion des Hauses Heinrich Köhler demonstrierte dies anschaulich mit einem seltenen Beleg aus dem bayerischen Wallerstein, frankiert mit drei „Schwarzen Einsern“ und für 26.000 Euro verkauft. Die überrandig geschnittenen 1-Kreuzer-Werte wurden als waagerechtes Paar zuzüglich einer Einzelmarke aufgebracht. Letztere zeigt am rechten Rand sogar noch einen Teil der Nachbarmarke des Bogens. Ein weiterer Anhaltspunkt für den weit über dem Ausruf von 8000 Euro liegenden Zuschlag ist die Tatsache, dass insgesamt nur zwei Belege mit „Schwarzen Einsern“ aus Wallerstein bekannt sind. Sie sind also extrem selten.

 

„Schwarzer Einser“: Bayerns Nummer 1 - Die erste deutsche Briefmarke

Wie vor 1840 in England bestand auch in den deutschen Ländern dringender Reformbedarf des Postwesens. Das Königreich Bayern schaffte als erstes Land den Sprung ins Zeitalter der Briefmarke. Angeregt von den begeisterten Berichten aus dem britischen Königreich, wurde heftig über die Einführung von aufklebbaren „Wäppchen“ zur Frankatur diskutiert. Der Widerstand gegen die Reform des Postdienstes nach englischem Vorbild wurde schließlich auch aufgrund der Erkenntnis überwunden, dass sich auf den britischen Inseln die Staatseinnahmen durch den Anstieg des Postverkehrs deutlich erhöht hatten. Am 1. November 1849 gab die Direktion der Königlich bayerischen Posten die erste deutsche Briefmarke heraus. Sie trug die Wertstufe zu einem Kreuzer und erhielt den Spitznamen „Schwarzer Einser“.

 

Produktion mit zwei Platten

Von den insgesamt knapp 933.000 Exemplaren des „Schwarzen Einsers“ wurden rund 555.000 Stück mit der ersten Druckplatte produziert. Die tiefschwarzen Freimarken des versteigerten Wallerstein-Briefs stammen sämtlich aus der ersten Produktion. Diese unterscheidet sich im Erscheinungsbild geringfügig von den 378.000 Briefmarken, die ab Mai 1850 mithilfe der neuen Druckplatte hergestellt wurden, da die erste Platte aus Lettern-Metall, die zweite hingegen aus Messing war. Ähnlich wie in England blieb die erste Briefmarke Bayerns nicht sehr lange an den Postschaltern, denn auch auf dem Kontinent stellte sich die Erkennbarkeit von schwarzer Stempelfarbe auf einer schwarzen Briefmarke als problematisch dar. Ab Oktober 1851 erschienen neue 1-Kreuzer-Werte in Rosa. Die bayerische Ur-Freimarke durfte aber noch bis Sommer 1864 aufgebraucht werden.

Rarität aus Wallerstein - Mühlradstempel „372“

Entwertet wurden die drei Freimarken des Belegs mit sauber zentrierten Mühlradstempeln mit der Ziffer „372“. Diese Nummernstempel waren seit dem 1. August 1850 im Einsatz und in alphabetischer Reihenfolge den bayerischen Orten zugewiesen. Ende 1856 erfolgte eine Umverteilung, sodass die Zuordnung der Mühlradstempel in „1. Verteilung“ und „2. Verteilung“ unterschieden wird. Der Wallerstein-Beleg stammte eindeutig aus der Zeit der ersten, ansonsten hätte er anstelle der „372“ die Nummer „558“ zeigen müssen. Das Grundprinzip der Mühlradstempel blieb noch bis zum Frühjahr 1869 gültig, als neue Ortsstempel mit Ortsnamen in Gebrauch kamen. Bis dahin wurden zusätzliche Stempel mit dem Ort der Postaufgabe nebengesetzt, auf dem Brief aus Wallerstein ein sauberer Halbkreisstempel.

 

Einer von zweien

Bei der Bewertung von gestempelten Freimarken spielt neben den Besonderheiten der Marke selbst auch der Ortsstempel eine wichtige Rolle. Je kleiner der Aufgabeort, desto weniger Briefmarken mit dem entsprechenden Stempel sind in der Regel erhalten. Im Falle Wallersteins, eine Gemeinde mit selbst heute kaum mehr als 3000 Einwohnern, sind überhaupt nur zwei Briefe mit „Schwarzen Einsern“ bekannt.

„Schwarze Einser“ nur geprüft

Nicht nur für Bayern-Sammler haftet dem „Schwarzen Einser“ ein besonderer Nimbus an. Die erste Briefmarke Deutschlands passt in jede ambitionierte Briefmarken-Sammlung. Das durchschnittliche Preisniveau bewegt sich deutlich unter dem Zuschlag des seltenen Wallerstein-Briefs. Dennoch sollte man sich beim Kauf ausschließlich auf geprüfte Exemplare beschränken. Der immense ideelle Wert des „Schwarzen Einsers“ darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Briefmarke auch eine ganz profane Kostbarkeit ist. Einen solchen Schatz kauft der besonnene Sammler beim Fachhändler, denn nur dort werden ihm die grundlegenden Verbraucherschutzrechte vollumfänglich garantiert.

 

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