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Briefmarken deutsche Kolonien & Auslandspostämter

Geschichte und Briefmarken der deutschen Kolonien und Auslandspostämter

 


 

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BRIEFMARKEN AUS DEUTSCH-SÜDWESTAFRIKA

1883 erwarb der Bremer Kaufmannsgehilfe Heinrich Vogelsang vom Nama-Häuptling Josef Frederiks II. im südwestlichen Afrika den Hafen von Angra Pequena und einen Streifen Land an der Küste. Vogelsangs Auftraggeber war der Händler Adolf Lüderitz, nach dem die Bucht später benannt wurde.

Am 7. August 1884 hisste die Besatzung zweier deutscher Kriegsschiffe gemeinsam mit Lüderitz und dem Nama-Häuptling in dieser Bucht die deutsche Flagge und begründete damit die Kolonie Deutsch-Südwestafrika. Lüderitz’ Hoffnungen auf eine schnelle Erschließung von Bodenschätzen wurden aber enttäuscht, und der finanziell angeschlagene Kaufmann veräußerte seine Rechte 1885 an die Deutsche Kolonialgesellschaft für Südwestafrika. Im Januar 1904 begann der Aufstand der Hereros und Nama, in dessen Folge die deutsche Kolonialmacht Zehntausende Einheimische tötete. Ab 1908 entwickelte sich die Diamantenförderung zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig in Deutsch-Südwestafrika.

Dichtes Postnetz

1888 war in Otyimbingue die erste Postagentur eröffnet worden. Drei Jahre später zog sie gemeinsam mit der Verwaltung nach Windhuk und wurde dort zum ersten deutschen Postamt der Kolonie. Weitere folgten in Swakopmund, Lüderitzbucht und Keetsmannshoop, ergänzt durch eine große Zahl an Postagenturen und Posthilfsstellen. Deutsch-Südwestafrika hatte ein verhältnismäßig hohes Postaufkommen, da es das einzige „Schutzgebiet“ war, in dem deutsche Siedler in nennenswerter Zahl ihr Glück versuchten, so lebten hier im Jahr 1913 mehr als 12.000 Deutsche. Bald wurde die Kolonie regelmäßig von zahlreichen deutschen Dampfschiffen angefahren. An Land wiederum beförderte insbesondere der Bau der Eisenbahn das Postwesen.

Namensänderung auf Briefmarken

Bis 1897 verwendeten die Postanstalten Freimarken des Deutschen Reichs. Dann erschienen die ersten Aufdruck-Marken der „Krone/Adler“-Ausgabe mit zweizeiligem, diagonal verlaufendem Schriftzug „Deutsch-Südwest-Afrika“. Ein Jahr später wurde dann der Landesname in „Deutsch-Südwestafrika“ geändert. Die Kolonial-Freimarken mit der Abbildung der Kaiseryacht SMY „Hohenzollern“ kamen am 1. Januar 1901 an die Postschalter, ab 1906 in neuer Aufage mit Wasserzeichen. Nachdem im September 1914 Streitkräfte der Südafrikanischen Union einmarschiert waren, unterzeichnete die unterlegene Schutztruppe im Juli 1915 ihre Kapitulation. Für die Restbestände der Kolonialmarken hatten die Sieger keinen Bedarf. Allerdings wurden einige Ortsstempel in angepasster Form weiterverwendet.

 

BRIEFMARKEN AUS DEUTSCH-OSTAFRIKA

Die größte und bevölkerungsreichste Kolonie des Deutschen Reichs entstand im Gegensatz zu an deren „Schutzgebieten“ nicht auf Wunsch von Handelsunternehmen. Vielmehr ging deren Gründung auf die private Initiative des Kolonialisten und Afrikaforschers Carl Peters zurück.

Jener hatte 1884, beseelt von dem Wunsch, „einem Herrenvolk anzugehören“, die Gesellschaft für deutsche Kolonisation ins Leben gerufen, die spätere Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft. Noch im selben Jahr schloss Peters im ostafrikanischen Binnenland ein Dutzend Verträge mit lokalen Stammesfürsten ab. Durch geschicktes Taktieren erlangte er zum 27. Februar 1885 einen Schutzbrief des Kaisers für seine „Erwerbungen“ und weitete die Landnahme aus. Nach Aufständen an der Küste schickte Otto von Bismarck im Jahr 1888 Reichskommissar Hermann Wissmann nach Ostafrika, um die Revolte zu ersticken. Das „Schutzgebiet“ wurde daraufhin unter die Verwaltung des Reichs gestellt, offziell allerdings erst 1891. Von 1905 bis 1908 erschütterte dann der Maji-Maji-Aufstand die Kolonie. Er kostete bis zu 300.000 Einheimischen das Leben.

Wertangabe in Pesa

Nachdem in Deutsch-Ostafrika zunächst Freimarken des Deutschen Reichs Verwendung fanden, erschienen ab dem 1. Juli 1893 die ersten „Krone/Adler“-Marken mit schwarzem Aufdruck. Dieser zeigte lediglich den Wert in der Währungseinheit Pesa, denn die ostafrikanische Küste lag traditionell im indischen Wirtschaftsraum. 1896 folgten neue, diagonale und dreizeilige Freimarken-Überdrucke. Auf ihnen waren nun die Wertstufe, die Währung und die Gebietsbezeichnung „Deutsch-Ostafrika“ zu lesen. Neben Postund Telegrafenstationen entstanden in der Kolonie auch mehrere Eisenbahnlinien, sodass es einen Bahnpostverkehr gab.

Währungsreform und Besetzung

Zum 1. Januar 1901 hielten auch in Deutsch-Ostafrika die neuen Kolonialmarken der Reichspost, auf denen die Kaiseryacht SMY „Hohenzollern“ zu sehen war, Einzug – mit Wertangaben in Pesa und Rupien. Nachdem im Februar 1904 eine Währungsreform stattgefunden hatte, tauschte man zum 1. April 1905 die Pesa-Werte aus. Statt wie bislang nach indischer Leitwährung die Rupie in 64 Pesa zu unterteilen, entsprachen fortan 100 Heller einer Rupie. In dieser Form folgte ab 1905 eine weitere Auflage. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs kam der Postdienst bald zum Erliegen. Trotz heftigen Widerstandes der deutschen Truppen unter ihrem Kommandanten Lettow-Vorbeck besetzten die Alliierten die Kolonie. Für die Insel Mafia wurden von den Briten im Jahr 1915 deutsche Kolonialmarken mit dem Aufdruck „G. R. Mafia“ versehen.

 

BRIEFMARKEN AUS SAMOA

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts waren verschiedene Handelshäuser auf den Samoa-Inseln aktiv. Es gab je einen britischen, einen amerikanischen und einen deutschen Konsul vor Ort. Letzterer war Theodor Weber, der Leiter des Hamburger Handelsunternehmens „Joh. Ces. Godeffroy & Sohn“.

Zwar versuchten die „Three Powers“ genannten Kolonialmächte, ihre Interessenkonflikte durch vertragliche Regelungen zu lösen, aber aufgrund der Einmischung in innersamoanischen Machtkämpfe eskalierten die Spannungen zusehends und lösten bürgerkriegsähnliche Zustände aus. Erst 1899 wurde der Streit beigelegt, und Großbritannien zog sich zurück. Unter dem deutschen Gouverneur Wilhelm Solf gelang es, eine friedliche Verwaltung zu schaffen. Dass jener sich zum Teil gegen die Interessen der Handelsunternehmen für die Belange der Samoaner einsetzte, brachte ihm indes heftige Kritik ein. So verbot er körperliche Strafen, ließ Schulen errichten und scheute sich auch nicht, einen übereifrigen Fregattenkapitän oder einen Pflanzer wegen Misshandlung seiner Arbeiter anzuzeigen.

Erst die Post, dann das Reich

Schon seit dem 21. September 1886 – und damit vor der kolonialen Besitzergreifung am 1. März 1900 – existierte in Apia eine kaiserliche Postagentur, die im Interesse der Handelsunternehmen als Auslandspostanstalt fungierte, parallel zu zwei lokalen Privatposten. Den Postverkehr bestritt man zunächst mit Freimarken des Deutschen Reiches. Damals und auch später behalf man sich bei Markenknappheit auch mit handschriftlichen Barfreimachungsvermerken und einem besonderen „Bezahlt“-Stempel. Ab dem 17. Mai 1900 wurden dann „Krone/Adler“-Briefmarken mit einem diagonalen Aufdruck „Samoa“ ausgegeben. Und am 10. Dezember jenes Jahres erschienen die ersten Kolonial-Freimarken mit dem Bild der SMY „Hohenzollen“. Eine spätere Teilauflage mit Wasserzeichen blieb auf die Ausgabe am Sammlerschalter in Berlin beschränkt. Diesen Freimarken fehlen die typischen Merkmale tropischer Witterungseinflüsse, wie etwa gelbliche Verfärbungen von Gummi und Papier.

 

Weiterverwendung mit Aufdruck

Nach der Besetzung Samoas durch ein neuseeländisches Expeditions-Corps wurden 1914 Restbestände der Kaiseryacht-Freimarken zur eigenen Verwendung mit einem neuen Aufdruck versehen: „G. R. I.“ stand für „Georgius Rex Imperator“, also den britischen König Georg V. (1865–1936). Die Wertstufen gab man in Pence (d) und Shilling an – und zwar im Gegensatz zu anderen Besetzungsausgaben als ausgeschriebenes Wort „Shillings“. Diese nur für Samoa belegte Besonderheit half später, privat veranlasste „Shillings“-Aufdrucke auf Freimarken der Marshall-Inseln zu entlarven.

 

BRIEFMARKEN AUS MARSHALL-INSELN

Die Atollketten der Marshall-Inseln, östlich der Karolinen gelegen, gelangten bereits Mitte des 19. Jahrhunderts in den Fokus deutscher Handelsunternehmen. Vor allem Kopra, das getrocknete Kernfleisch von Kokosnüssen, aus dem Kokosöl gewonnen wird, war ein begehrtes Handelsgut.

Dazu kamen reiche Guano-Lagerstätten auf der Insel Nauru, die in Europa begehrten Dünger lieferten. Erste Abkommen zwischen dem deutschen Korvettenkapitän Bartholomäus von Werner und lokalen Häuptlingen machten die Insel Jaluit zum Ausgangspunkt der späteren Übernahme. Am 15. Oktober 1885 wurde hier die deutsche Flagge gehisst und der ganze Archipel zum „Schutzgebiet“ erklärt. Die 1887 in Hamburg gegründete Jaluit-Gesellschaft vereinte bald alle Plantagen und Faktoreien deutscher Handelshäuser unter dem Dach einer Aktiengesellschaft. Von 1888 bis 1906 übernahm das Börsenunternehmen sogar die Verwaltung der Marshall-Inseln, dann löste das Deutsche Reich den Vertrag und übertrug das Gebiet der Kolonie Deutsch-Neuguinea.

Erst Marschall, dann Marshall

Der Beginn des Postdienstes wird auf den 29. März 1889 datiert. Als Vorläufer dienten wie auch anderswo zuerst Freimarken des Deutschen Reichs. Erst im April 1897 erschienen die ersten eigenen Postwertzeichen mit dem steilen diagonalen Aufdruck „Marschall-Inseln“ am Insel-Postschalter. Im November 1899 wurde die Landesbezeichnung korrigiert und lautete nun „Marshall-Inseln“. Diese Schreibweise wurde auch für die im Januar 1901 ausgegebenen Kolonialmarken in Schiffszeichnung beibehalten. Sie blieben bis zur alliierten Besetzung der Marshall-Inseln 1914 im Gebrauch.

Atollpost mit Strafandrohung

Eine Herausforderung war der Postverkehr zwischen den Inseln. Neben der Postagentur auf Jaluit errichtete man nur noch eine weitere Postanstalt – im Juli 1908 auf Nauru. Für die Auslieferung und Annahme der Briefe auf den übrigen bewohnten Inseln und Atollen wurden die dort verkehrenden Schiffe unter Strafandrohung verpflichtet. Die Freimarken sollten handschriftlich mit dem Namen der Insel oder des Schiffs entwertet sowie mit Datumsangabe versehen werden. Auf den Inseln wurde „je ein weißer Händler oder Pflanzer“ zur Annahme der Post bevollmächtigt. Überdrucke der Alliierten nach der Besetzung der Marshall-Inseln existieren nur von britisch-australischer Seite. Sie tragen ab dem 16. Dezember 1914 die Abkürzung „G. R. I.“ für „Georgius Rex Impe rator“ und die Wertangabe in Shilling (s) und Pence (d). Ebenfalls verbreitete Freimarken mit japanischem Dienstsiegel erfüllten hingegen keinen postalischen Zweck.

 


 

BRIEFMARKEN AUS KAROLINEN

Die zwischen den Philippinen und den Marshall-Inseln gelegenen Karolinen umfassen mehrere Inselgruppen des Südpazifiks. Neben Ponape, Yap und Kusaie gehören dazu die Palau- und Truk-Inseln sowie Hunderte von Atollen und Koralleninseln, die bis auf wenige Ausnahmen unbewohnt sind.

Seit den 1870er-Jahren waren auf einigen Inseln Niederlassungen deutscher Kaufleute entstanden, die u. a. Kopra, das getrocknete Kernfleisch von Kokosnüssen, nach Europa exportierten. Zum Schutz des Handelsmonopols erhielt das in Shanghai liegende Kanonenboot „Iltis“ im Sommer 1885 den Auftrag, auf den Palau-Inseln und Yap die deutsche Flagge zu hissen und „Schutzverträge“ abzuschließen. Nachdem Spanien, das die Karolinen zu seinem Gebiet zählte, diese Inbesitznahme verhindern konnte, verkaufte es die Karolinen und die Nördlichen Marianen vier Jahre später für etwa 16,7 Millionen Mark an das Deutsche Reich, welches am 12. Oktober 1899 auf der Insel Ponape die Übergabe feierte.

Mitläufer, aber keine Vorläufer

Am selben Tag eröffnete auch die erste deutsche Postanstalt auf Ponape, dem Verwaltungssitz des Bezirks Ostkarolinen. Die Westkarolinen wurden hingegen von Yap aus verwaltet. Aufgrund der vertraglichen Inbesitznahme standen vom ersten Tag an Freimarken mit der Kennzeichnung „Karolinen“ zur Verfügung. Die erste Serie bestand aus „Krone/Adler“-Postwertzeichen des Deutschen Reichs mit diagonalem Aufdruck im 48-Grad-Winkel. Ab Mai 1900 kam die nächste Ausgabe zum Einsatz. Sie unterscheidet sich durch ihren Aufdruck mit einer Neigung von 56 Grad. Obwohl also geeignete Briefmarken zur Verfügung standen, erfolgten Freimachungen gelegentlich mit nicht überdruckten Marken der Reichspost. Insofern existieren zwar Mitläufer der Karolinen, aber keine Vorläufer.

Provisorien aus Ponape

Im Dezember 1900 erschienen dann die ersten Karolinen-Freimarken mit der SMY „Hohenzollern“ als Motiv. Sie blieben bis zur kampflosen Besetzung durch Japan im September 1914 die einzigen gültigen Postwertzeichen im Umlauf. Zwar wurden zu Jahresbeginn 1915 die Werte zu 3 Pfennig und 5 Mark neu ausgegeben, diese erschienen aber nur am Sammlerschalter in Berlin. Darüber hinaus existieren drei interessante Provisorien von der Insel Ponape, die vermutlich dem Mangel an bestimmten Wertstufen geschuldet waren. So wurden zwischen dem 20. April und dem 9. Juli 1905 senkrecht halbierte 10-Pfennig-Marken mit Dienstsiegel entwertet. Und am 12. Juli 1910 versah man 500 Freimarken zu 3 Pfennig per Handstempel mit der Wertstufe „5 Pf“ und verwendete zudem senkrecht halbierte 20-Pfennig-Marken.

 

BRIEFMARKEN AUS TOGO

Mitte des 19. Jahrhunderts nahmen deutsche Kaufleute aus Hamburg und Bremen im Gebiet der späteren Kolonie Togo Kontakt zu lokalen Fürsten auf und vereinbarten mit ihnen Handelsverträge. Ab dem Jahr 1857 entstanden die ersten Handelsniederlassungen, die sogenannten Faktoreien.

Die wachsende Konkurrenz zu den etablierten Kolonialmächten Großbritannien und Frankreich führte dann zur Entsendung des Reichskommissars Gustav Nachtigal, der Verträge mit den Bewohnern der westafrikanischen Küste schließen sollte. Am 5. Juli 1884 wurden die ersten „Schutzgebiete“ in Besitz genommen. Nachdem bald der gesamte Küstenstreifen Togos unter deutscher Verwaltung stand, wurde das Einflussgebiet gegen den Widerstand der einheimischen Bevölkerung bis weit ins Binnenland erweitert. Trotz des Bausdreier Eisenbahnlinien und der rücksichtslosen Ausbeutung der Ressourcen warf Togo keine bedeutenden Gewinne ab. Immerhin konnte es aber seine Verwaltung selbst finanzieren.

Von Klein-Popo nach Lomé

Anfangs existierten in Togo keine deutschen Posteinrichtungen. Briefe aus der Heimat liefen über die britische Goldküste und von dort aus über Land zum Verwaltungssitz Klein-Popo. Am 1. März 1888 richtete die Oberpostdirektion Hamburg dort eine Postagentur ein. Zwei Jahre später folgte eine weitere Einrichtung in der prosperierenden Hafenstadt Lomé. Als die Kolonialverwaltung Anfang 1900 dorthin übersiedelte, verlor Klein-Popos Einrichtung den seit 1897 verliehenen Rang als Postamt und wurde wieder eine untergeordnete Agentur, während fortan das Amt in Lomé die Verantwortung für den Postdienst übernahm. Bis 1897 wurden in Togo Freimarken des Deutschen Reichs verwendet. Dann erschienen Postwertzeichen der „Krone/Adler“-Ausgabe mit schwarzem, diagonalen Aufdruck „Togo“. Die Einführung eigener Freimarken für die „Schutzgebiete“ bescherte Togo im November 1900 die erste Ausgabe mit der Kaiseryacht SMY „Hohenzollern“ als Motiv. Von der Neuauflage ab 1909 wurden aber nur noch die Werte zu 5 und 10 Pfennig nach Togo ausgeliefert. Die beiden anderen Freimarken blieben dem Verkauf am Berliner Sammlerschalter vorbehalten.

Zahlreiche Aufdruck-Varianten

Nach Kriegsbeginn konnte sich das kleine „Schutzgebiet“ mit seiner Polizeitruppe keine drei Wochen gegen die ab dem 6. August 1914 von allen Seiten vorstoßenden Briten und Franzosen halten. Am 26. August kapitulierte der deutsche Kommandeur. Die Restbestände der Togo-Freimarken wurden daraufhin nach und nach von den beiden Siegermächten in ungewöhnlich vielen Varianten überdruckt und aufgebraucht.

 

BRIEFMARKEN AUS DEUTSCH-NEUGUINEA

Bereits seit der Mitte des 19. Jahrhunderts hatten deutsche Unternehmer wie etwa der Hamburger Kaufmann und Hanseat Johan Cesar VI. Godeffroy auf verschiedenen Inseln des Südpazifiks lokale Produkte gehandelt und darüber hinaus in eigene Plantagen investiert.

Kopra, Kautschuk, Kakao, Sisal und Baumwolle standen als Agrarprodukte an erster Stelle, daneben wurde auch Phosphat abgebaut. Die Neuguinea-Compagnie deutscher Bankiers und Großfinanziers bemühte sich, derartige Unternehmungen unter staatlichen Schutz stellen zu lassen. Aufgrund des territorialen Anspruchs Australiens auf den noch unbesetzten Nordosten Neuguineas schufen die Investoren vollendete Tatsachen und ließen im November 1884 in den von ihnen bewirtschafteten Gebieten die deutsche Flagge hissen. Nach diplomatischen Abstimmungen wurden der Neuguinea-Compagnie im Mai 1885 per kaiserlichem Schutzbrief die Hoheitsrechte übertragen. Doch die drohende Insolvenz der Gesellschaft bewog das Reich, deren Gebiete ab 1899 als Kolonie zu verwalten.

Aufbau durch Expertenhand

Bereits am 15. Februar 1888 hatte in Finschhafen die erste deutsche Postagentur eröffnet. Bis zum Kriegsausbruch 1914 war die Zahl auf 15 Postanstalten angewachsen. Die kommissarische Leitung des „Schutzgebietes“ der Neuguinea-Compagnie hatte übrigens bis Ende 1889 der Geheime Postrat Reinhold Kraetke inne. Es gab also eine umfangreiche Expertise für den Aufbau der Post in Deutsch-Neuguinea. In den ersten Jahren wurden in den dortigen Postämtern Freimarken des Deutschen Reichs verwendet. Im September 1897 erschienen dann die ersten Aufdruck-Briefmarken. Diese sechs „Krone/Adler“-Werte trugen die Gebietsbezeichnung diagonal auf der Bildseite. Ende 1900 wurden sie von den eigens für die deutschen Kolonien produzierten Freimarken mit der Abbildung der 1892 erbauten Kaiseryacht SMY „Hohenzollern“ abgelöst. Die Serie mit 13 Werten blieb bis zum Ende der Kolonialzeit im Einsatz. Zwei spätere Teilauflagen aus den Jahren 1914 bis 1919 wurden hingegen nur am Sammlerschalter in Berlin verkauft.

Einschreibezettel mit Aufdruck

Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges besetzten australische Einheiten die Kolonie binnen weniger Wochen. Die Bestände an Freimarken erhielten einen Aufdruck mit neuen Werten in Shilling (s) und Pence (d) und der Angabe „G. R. I.“, die für den britischen König Georg V. stand. Das betraf auch die Einschreibzettel, die zum 1. Dezember 1914 entsprechend überarbeitet wurden. Zwei der überdruckten Freimarken zu 3 und 5 Pfennig erhielten als Ergänzung den Zusatz „O. S.“, was sie als Dienstmarken kennzeichnete.

 

BRIEFMARKEN AUS KAMERUN

Bereits seit Anfang der 1860er-Jahre waren deutsche Handelshäuser an der Küste Kameruns aktiv, darunter die Familie Woermann aus Hamburg, die 1868 die erste Faktorei in Douala errichtete. Palmöl, Elfenbein und Kautschuk bildeten die wichtigsten Handelswaren.

Angesichts der wachsenden französisch-britischen Einflussnahme in der Region forderte Woermann 1883 die Reichsregierung zur Gründung einer deutschen Handelskolonie in Westafrika auf. Gustav Nachtigall schloss daraufhin als Reichskommissar für Deutsch-Westafrika mit lokalen Häuptlingen der Duálá ein Schutzabkommen und ließ am 14. Juli 1884 die deutsche Flagge hissen. Trotz der Errichtung großer Plantagenbetriebe am Kamerunberg, die mit der Enteignung der Bevölkerung einherging, blieben die Erträge hinter den Erwartungen zurück, ein Exportüberschuss wurde nie erreicht.

Anfangs nur eine Nebentätigkeit

Nachdem zunächst die Reederei Woermann die Annahme und Ausgabe von Postsendungen von Bord aus erledigt hatte, eröffnete am 1. Februar 1887 in Kamerunstadt (Douala) die erste Postagentur, die anfangs vom Gärtner des Gouverneurs nebenher betrieben wurde. Mit Zunahme des Sendungsaufkommens entstanden weitere Postanstalten. Frankiert wurde mit Freimarken des Deutschen Reiches, bis 1897 „Krone/Adler“-Postwertzeichen mit einem diagonalen Aufdruck „Kamerun“ erschienen. Im November 1900 erhielt die Kolonie dann ihre eigenen Briefmarken mit dem Motiv der Kaiseryacht SMY „Hohenzollern“. Berühmt geworden sind aus dieser Ausgabe die „Longji-Halbierungen“ vom 19. Mai 1911. Dabei wurden senkrecht halbierte 20-Pfennig-Freimarken mit Ortsstempel entwertet und nebenstehend mit dem Dienstsiegel des Postamtes bestätigt. Ab 1905 folgte eine neue Auflage dieser Freimarken mit Wasserzeichen, ab 1918 zum Teil auch als Kriegsdrucke, von denen die meisten aber nie die Kolonie erreichten. Sie wurden nur am Berliner Sammlerschalter verkauft.

Zwei Jahre andauernde Rückzugsgefechte

Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs standen die wenigen Schutztruppen der Kolonie einer Übermacht britischer, französischer und belgischer Soldaten gegenüber. Zwei Jahre lang zogen sich die Rückzugsgefechte hin, dann setzten sich die Deutschen in die neutrale spanische Enklave Rio Muni ab. Restbestände deutscher Freimarken wurden von den Alliierten mit der Abkürzung „C. E. F.“ (für „Cameroon Expeditionary Forces“) und neuer Währungsangabe in Shilling (s) und Pence (d) überdruckt und weiterverwendet. Erbeutete Stempel fanden später den Weg in Fälscherhände, die sie für Rückdatierungen zum Schaden der Sammler verwendeten.

 

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